Heute ist der 30.06.2026, und in Neuenburg gibt es Neuigkeiten aus der evangelischen Kirchengemeinde. Ein kleiner Umbruch steht bevor, denn gleich vier Pastoren und Pastorinnen verlassen die Gemeinden in der Friesischen Wehde. Pastorin Sabine Indorf und Pastorin Natascha von Bothmer werden ihre Ämter in Zetel, Neuenburg und Bockhorn niederlegen. Dazu gesellen sich die Pastoren Thomas Anders und Annemarie Testa, die ebenfalls in den Ruhestand gehen. Das ist schon ein ganz schöner Umbruch für die Region!

Die Entscheidung, ein neues Pfarrteam zusammenzustellen, kam nicht von ungefähr. Kreispfarrer Christian Scheuer hat in einem Pressegespräch darauf hingewiesen, dass der Stellenabbau und der Mitgliederschwund in den Gemeinden Anlass für diese Neustrukturierung sind. Vor sechs Jahren wurde bereits ein gemeinsames Pfarramt für die drei Gemeinden eingerichtet, und jetzt wird die Friesische Wehde auf eine weitere Dreiviertelstelle verzichten müssen. Das klingt nach einer echten Herausforderung!

Ein Abschied mit Wehmut

Der Abschied von Thomas Anders und Annemarie Testa wird am ersten Adventssonntag um 15 Uhr in der St.-Cosmas-und-Damian-Kirche in Bockhorn gefeiert. Ein emotionaler Moment für die Gemeinde, so viel steht fest. Beide Pastoren haben über die Jahre viel für ihre Gemeinden geleistet, und ihre Verabschiedung wird sicher auch Tränen der Rührung mit sich bringen. Sabine Indorf wird bald eine neue Pfarrstelle in Dötlingen und Huntlosen antreten, während Natascha von Bothmer als neue Springerkraft im Kirchenkreis bleibt und gleichzeitig die Rolle der Kreisjugendpfarrerin übernimmt. Ein Neuanfang steht also bevor, und das wird auch in den Gemeinden zu spüren sein.

Die Friesische Wehde, die im schönen Niedersachsen im Landkreis Friesland liegt, hat sich über die Jahre stark verändert. Früher war sie ein großes Waldgebiet, von dem heute nur noch der Urwald erhalten ist. Die Region wurde ursprünglich von den Friesen besiedelt und später von den oldenburgischen Grafen beansprucht. Mit der Errichtung der Neuenburg im Jahr 1462 als Grenzfestung gegen die Ostfriesen begann eine neue Ära. Diese historische Kulisse wird nun von den Veränderungen in der Kirchengemeinde begleitet.

Ein Blick auf die Zahlen

Der Mitgliederschwund, der in den letzten Jahren auch die katholischen und evangelischen Kirchen in Deutschland erfasst hat, trifft die Gemeinden hart. Im Jahr 2022 verzeichnete die katholische Kirche den Verlust von etwa 576.635 Mitgliedern, während die evangelische Kirche sogar 586.035 Mitglieder weniger zählte. Diese Entwicklungen haben nicht nur Einfluss auf die Kirchenfinanzen, sondern auch auf die soziale Wohlfahrt und die nötigen Ressourcen, um die Gemeinden lebendig zu halten. Weniger Mitglieder bedeuten weniger Einnahmen aus Kirchensteuern, was letztlich zu einem Sparkurs führt, der auch vor Gebäuden und Pfarrstellen nicht Halt macht.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

In Anbetracht dieser Entwicklungen ist es nur verständlich, dass die Kirchengemeinden in der Friesischen Wehde proaktiv handeln. Der Personalvorschlag, der nach den Sommerferien vorgestellt wird, könnte der Schlüssel für eine gesunde Zukunft sein. Während die Gemeinden sich neu aufstellen, bleibt die Frage, wie sie die Traditionen bewahren können, die für viele Menschen von so großer Bedeutung sind. Die ehrenamtlichen Helfer in der Kirche berichten von einem wertschätzenden Umgang miteinander, und vielleicht ist das genau das, was in Zeiten des Wandels Halt gibt.

Die Menschen in der Friesischen Wehde stehen also vor einer spannenden, aber auch herausfordernden Zeit. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Neustrukturierung auswirken wird und welche neuen Wege die Gemeinden gemeinsam beschreiten werden.