In Neuenburg schaut die Luftqualität alles andere als gut aus. Heute, am 26.05.2026, überschreiten mehrere Messstationen den Grenzwert für Feinstaub (PM₁₀) deutlich. Mit einem Höchstwert von 67 µg/m³ wird die Luftqualität als „schlecht“ eingestuft. Das sind schlechte Nachrichten für alle, die gerne durchatmen wollen und auf saubere Luft angewiesen sind. Feinstaub steht für diese winzigen Partikel, die unseren Atemwegen ordentlich zusetzen können und die Gesundheit gefährden.
Um sich ein Bild von der Luftqualität zu machen, hilft der Luftqualitätsindex (LQI). Dieser bewertet die Luft anhand verschiedener Schadstoffe. Im Idealfall sollten die Werte zwischen 0 und 50 µg/m³ liegen, um als ungefährlich zu gelten. Aber jetzt? Nun, die aktuellen Zahlen zeigen ganz klar, dass wir uns in einem gefährlichen Bereich bewegen. Bereits ab 55 µg/m³ spricht man von einer Gefährdung. Das sollten wir uns wirklich zu Herzen nehmen, denn die Empfehlungen des Umweltbundesamts sind eindeutig: Risikogruppen, wie Asthmatiker und Kleinkinder, sollten Anstrengungen im Freien vermeiden.
Feinstaub und seine Quellen
Wenn wir einen Blick über die Grenze werfen, sehen wir, dass es nicht nur in Neuenburg drunter und drüber geht. Auch in Deutschland ist die Feinstaubbelastung alarmierend gestiegen. Am 12. Februar 2025 berichtete das Umweltbundesamt von erhöhten Werten, die in vielen Ballungsräumen und vor allem im Osten und Norden des Landes gemessen wurden. Das lässt sich nicht von der Hand weisen: Straßenverkehr, Industrieabgase und auch die Nutzung von Holz- und Kohleöfen tragen ihren Teil zur schlechten Luftqualität bei. Und die winterlichen Hochdruckwetterlagen? Die bringen zusätzlich die Schadstoffe in bodennahe Luftschichten, was die Situation noch verschärft. Der aktuelle Ostwind transportiert zudem bereits belastete Luft aus dem östlichen Mitteleuropa nach Deutschland.
Die Grenzwerte für Feinstaub sind ebenfalls wichtig, um die Lage besser einordnen zu können. Für Partikel bis 2,5 Mikrometer liegt der Jahresmittelwert bei unter 25 µg/m³. Für die größeren Partikel bis 10 Mikrometer gilt ein Tagesmittelwert von 50 µg/m³, der nicht mehr als 35 Tage pro Jahr überschritten werden sollte. Wenn man bedenkt, dass in vielen Städten diese Grenzwerte regelmäßig überschritten werden, wird einem klar, dass wir dringend etwas unternehmen müssen.
Ein drängendes Problem
Die aktuellen Daten des Umweltbundesamts zeigen, dass die Belastung der Atemluft mit Feinstaub und Stickstoffdioxid in Deutschland nahezu flächendeckend als gesundheitsschädlich eingestuft wird. Das ist nicht nur ein lokales Problem, sondern ein bundesweites. An 99 % der Messstationen werden die Grenzwertempfehlungen der WHO für Feinstaub überschritten – beeindruckend und gleichzeitig besorgniserregend. In Städten wie München und Essen sind die Werte besonders alarmierend, und das schon seit geraumer Zeit. Die Deutsche Umwelthilfe fordert von der Bundesregierung, bis Anfang 2025 neue Grenzwerte gemäß WHO-Empfehlungen festzulegen. Das ist ein klarer Aufruf zum Handeln!
Ehrlich gesagt, das ist alles andere als beruhigend. Wenn wir uns die Statistiken anschauen, könnte die Einhaltung der WHO-Grenzwerte jährlich bis zu 28.900 vorzeitige Todesfälle durch Feinstaub und 10.000 durch Stickstoffdioxid in Deutschland verhindern. Das ist eine gewaltige Zahl! Und während Deutschland plant, sich bei den Verhandlungen zur EU-Luftqualitätsrichtlinie zu enthalten, bleibt zu hoffen, dass sich die Lage nicht weiter verschlechtert.
In Anbetracht dieser Umstände ist es vielleicht an der Zeit, dass wir alle einen Moment innehalten und darüber nachdenken, was wir für unsere Luftqualität tun können. Denn die Auswirkungen sind nicht nur statistisch. Sie betreffen uns alle direkt – hier in Neuenburg und weit darüber hinaus.