Heute ist der 1.05.2026. In Luzern wird sich am 9. Mai 2026 ein schillerndes, aber auch besorgniserregendes Bild zeigen. Die Stadt hat eine Demonstration bewilligt, die sich mit dem Verhältnis der Schweiz zur EU beschäftigt. Auf den ersten Blick könnte man meinen, es handele sich um eine politisch neutrale Veranstaltung. Doch die Bewegung «Mass-Voll», die hinter der Demo steht, hat sich in den letzten Jahren stark gewandelt und ist mittlerweile eng mit rechtsextremen Strömungen verknüpft.

Nicolas Rimoldi, der Kopf von «Mass-Voll», war ursprünglich als Kritiker der Corona-Maßnahmen bekannt geworden. Doch seitdem die Pandemie nachgelassen hat, hat sich seine Gruppierung in die rechtsextreme Szene hineinbewegt. So marschierte Rimoldi im Februar 2026 in St. Gallen Seite an Seite mit Tobias Lingg von der rechtsextremen Gruppierung «Junge Tat». Diese Verbindungen sind nicht nur zufällig, wie Extremismusforscher Dirk Baier feststellt, der Überschneidungen zwischen den Gruppierungen sieht.

Die rechtsextreme Mobilmachung

Die bevorstehende Demo in Luzern zieht nicht nur lokale, sondern auch internationale Akteure an. Vertreter aus Ungarn und Bulgarien haben bereits ihre Teilnahme angekündigt, und auch die Nationalpartei Schweiz, eine rechtsextreme Kleinstpartei, mobilisiert für die Veranstaltung. Auf der anderen Seite haben antifaschistische Organisationen zur Gegen-Demonstration aufgerufen, was die Spannungen in der Stadt weiter anheizt.

Besonders brisant ist, dass der Demo-Flyer von «Mass-Voll» Verbindungen zur rechtsextremen Szene aufzeigt; das Logo der «Schweizer Nationalisten», einer Gruppe junger Neonazis, ist dort abgebildet. Diese Ähnlichkeiten in Bildsprache und Symbolik sind nicht zu übersehen und werfen ein Schatten auf die vermeintlich legale Veranstaltung.

Rimoldis rechtliche Auseinandersetzungen

Nicolas Rimoldi ist nicht nur als Demonstrant aktiv, sondern hat auch eine lange Liste von rechtlichen Auseinandersetzungen hinter sich. Immer wieder wurde er angezeigt und rechtskräftig verurteilt, unter anderem wegen Nötigung, nachdem er bei Demonstrationen Straßen blockiert hatte. Auch Verfahren wegen Behinderung von Polizeieinsätzen und der Beschimpfung von Polizisten sind Teil seiner juristischen Bilanz. Die Medien berichten regelmäßig über seine Gerichtsverfahren, die sogar bis vor das Bundesgericht gelangten.

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Ein besonders brisanter Fall stammt aus dem März 2026, als er beschuldigt wurde, durch seine Ankündigung, an einer Kundgebung der Grünen in St. Gallen teilzunehmen, die Veranstalter zur Absage gedrängt zu haben. Diese Vorfälle zeigen, wie Rimoldi und seine Gruppierung die Grenzen der legalen Meinungsäußerung immer wieder ausreizen.

Die Reaktion der Stadt Luzern

Trotz des besorgniserregenden Umfelds sieht die Stadt Luzern keinen Grund, die Bewilligung für die Demo zurückzuziehen. Stadtpräsident Beat Züsli betont die Bedeutung der freien Meinungsäußerung, was in der aktuellen politischen Lage eine heikle Aussage ist. Währenddessen fordert die SP Luzern eine Stellungnahme der Stadtregierung zu den erwarteten rechtsextremen Teilnehmern.

Die Situation in Luzern spiegelt einen größeren Trend wider, der in der Schweiz und darüber hinaus zu beobachten ist: Die rechtsextreme Mobilisierung nimmt zu, und mit ihr die Herausforderungen an die Demokratie und den sozialen Frieden. Die kommenden Tage werden entscheidend sein, nicht nur für Luzern, sondern für die gesamte Schweiz.