In Luzern tut sich einiges im Bereich des Veloverkehrs! Das Freigleis hat sich als stark frequentierter Abschnitt des Luzerner Velonetzes etabliert. Im Juli 2023 und 2025 wurden hier sogar über 3.000 Velos pro Tag gezählt. Doch eine direkte Verbindung zum Tribschenquartier und dem östlichen Bahnhofsbereich fehlt bislang. Um diese Netzlücke zu schließen, ist die Freigleisbrücke in Planung, die nicht nur für Radfahrer eine wichtige Rolle spielt, sondern auch Teil der städtischen Klima- und Energiestrategie ist.

Die Freigleisbrücke soll eine entscheidende Verbindung schaffen und wird auf die zukünftige Gebietsentwicklung der Kleinmatt-/Bireggstrasse sowie die Nutzungen des ewl-Areals abgestimmt. Diese Brücke ist nicht nur eine infrastrukturelle Maßnahme, sondern fördert auch die nachhaltige Mobilität in der Stadt und unterstützt das Ziel, fossile Heizungen bis 2040 zu ersetzen. Ohne diese Brücke könnten einige Gebiete nicht mit erneuerbarer See-Energie versorgt werden, was die städtischen Klimaziele gefährden würde.

Ein Blick in die Zukunft des Veloverkehrs

Die Freigleisbrücke ist Teil einer umfassenden Überarbeitung der kantonalen Velowegnetzplanung im Kanton Luzern. Diese Anpassung ist notwendig, da das alte Radroutenkonzept von 1994 nicht mehr den heutigen Anforderungen entspricht. Die neue Planung basiert auf den Grundsätzen des Veloweggesetzes und hat das Ziel, ein attraktives, sicheres und zusammenhängendes Velowegnetz zu entwickeln.

Der Kanton strebt an, den Anteil der Velofahrer von 7,7 Prozent im Jahr 2021 auf 15 Prozent bis 2035 zu steigern. Besonders in dicht besiedelten Gebieten gibt es hohe Potenziale für Velostrecken von 1 bis 5 Kilometern. Mit einem eigenständigen Projekt für Mountainbikes wird das Angebot weiter diversifiziert. Zudem sollen künftig alle Gemeinden über mindestens eine kantonale Veloverbindung erreichbar sein.

Wichtige Schritte auf dem Weg zur Realisierung

Die geplante Freigleisbrücke wird durch ein qualitätssicherndes Verfahren in Form eines Wettbewerbs begleitet. Der Grosse Stadtrat wird voraussichtlich am 11. Juni 2026 über den beantragten Sonderkredit von 1,75 Millionen Franken entscheiden, der zur Finanzierung des Wettbewerbs und der Projektierung dient. Die Gesamtkosten für das Bauwerk werden auf rund 8 Millionen Franken geschätzt. Die Brücke wird zudem das denkmalgeschützte Barrierenwärterhäuschen von 1931 erhalten, was ein wichtiger Aspekt bei der Planung ist.

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Die Meilensteine für das Projekt sind klar definiert: Der Wettbewerb soll 2026/2027 stattfinden, gefolgt von der Projektierung bis 2029 und einem Baubeginn im Jahr 2030. Die voraussichtliche Inbetriebnahme ist für 2031 geplant. Die endgültige Gestaltung der Brücke wird nach Abschluss des Wettbewerbs Ende 2027 festgelegt.

Diese Entwicklungen sind nicht nur für Luzern von Bedeutung, sondern stehen im Kontext einer umfassenden Neuausrichtung des Veloverkehrs im Kanton, die bereits im März 1995 mit einem neuen Radroutenkonzept begann. Die Kritik an der bisherigen Planung war laut, und es ist höchste Zeit, dass der Kanton auf die Herausforderungen des modernen Radverkehrs reagiert. So hat die Regierung angekündigt, bis Ende 2024 ein neues Velokonzept zu erarbeiten, das ein attraktives, sicheres und zusammenhängendes Velowegnetz im Kanton zum Ziel hat. Ein Masterplan Velo 2035 ist in der Mache, der die strategischen Grundlagen für die nächsten 10 bis 15 Jahre festlegt.

Die Vorfreude auf die neue Brücke und die damit verbundenen Verbesserungen im Veloverkehr ist groß – für die Stadt, ihre Bürger und die Umwelt!