In Luzern tut sich was! Die Luzerner Polizei hat beschlossen, den Polizeiposten in Reussbühl zu schließen. Stattdessen wird ein neuer Posten im Verwaltungszentrum am Seetalplatz in Emmenbrücke eröffnet. Das genaue Datum dieser Veränderung ist noch unklar, aber die Planung für den neuen Posten ist bereits im Gange. Man erwartet, dass bis Ende 2026 genauere Informationen zur Verfügung stehen. Die Schließung des Reussbühler Postens ist Teil eines größeren Plans, den Polizeiapparat zu straffen: Von derzeit 26 Polizeiposten soll die Anzahl auf nur noch 15 reduziert werden. Warum? Weil man mit dem Konzept des „Community Policing“ einen frischen Wind in die Polizeiarbeit bringen möchte. Das Ziel ist, mehr Patrouillen durchzuführen und bis 2030 um 118 Vollzeitstellen zu wachsen.

Doch was genau bedeutet „Community Policing“? Im Grunde geht es darum, die Polizei enger mit der Bevölkerung zu vernetzen. Es soll eine Atmosphäre des Vertrauens geschaffen werden, damit Probleme frühzeitig erkannt und angegangen werden können. Ein Beispiel für die Umsetzung dieses Konzepts ist der Kreis Meggen, der mehrere Gemeinden abdeckt. Hier wird darauf geachtet, dass die Polizei sichtbar und ansprechbar ist. Das soll dazu beitragen, das Vertrauen zwischen der Polizei und den Bürgern zu stärken. Und das ist wichtiger denn je, denn im Jahr 2024 fehlten in den Regionen Entlebuch und Willisau während sechs Monaten die Nachtpatrouillen am Wochenende aufgrund personeller Engpässe. Da muss man einfach etwas unternehmen!

Ein Jubiläum mit Anekdoten

Am 9. Juni 2026 feierte die Luzerner Quartierpolizei ihr 35-jähriges Bestehen. Ein Grund zur Freude, denn seit der Gründung am 1. Oktober 1990 hat sie sich als Bindeglied zwischen Verwaltung und Bevölkerung etabliert. Ehrengäste wie Ylfete Fanaj, die Vorsteherin des Justiz- und Sicherheitsdepartements Kanton Luzern, und die Sicherheitsdirektorin der Stadt Luzern, Melanie Setz, waren anwesend. Vertreter aus verschiedenen Quartieren, Schulen und Netzwerkpartnern feierten mit und teilten Anekdoten über ihre Erlebnisse mit der Quartierpolizei. Diese Polizei ist nicht nur gut vernetzt, sondern auch ein wichtiger Ansprechpartner für Bürger, Betriebe, Vereine und Schulen.

Die Geschichte der Quartierpolizei ist eng mit der Entwicklung des „Community Policing“ verknüpft, das mittlerweile im gesamten Kanton Luzern praktiziert wird. Der damalige Polizeidirektor Franz Kurzmeyer hatte bereits damals die Notwendigkeit erkannt, die Präsenz der Polizei in den Quartieren zu erhöhen, insbesondere als die Motorisierung der Polizei zunahm und die Fußpatrouillen zurückgingen. Heute sind in der Stadt Luzern eine Quartierpolizistin und fünf Quartierpolizisten im Einsatz, die sich aktiv um die Anliegen der Bevölkerung kümmern.

Der Weg in die Zukunft

Die Pläne für die Zukunft sind klar: Ein Ausbau des Community Policing in den Stadtteilen Littau und Reussbühl steht auf der Agenda. Es ist eine spannende Zeit für die Luzerner Polizei, die durch das neue Konzept nicht nur ihre Präsenz erhöhen, sondern auch das Vertrauen der Bevölkerung zurückgewinnen möchte. In einer Zeit, in der die Motorisierung der Polizei den direkten Kontakt verringert hat, ist es umso wichtiger, dass die Polizei wieder näher an die Menschen rückt. Vertrauen entsteht nicht von allein, es muss erarbeitet werden – und das geschieht durch hohe präventive Präsenz und ein tiefes Verständnis für die örtlichen Gegebenheiten.

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In der Schweiz hat das Community Policing seinen Ursprung in den USA und stellt einen gesamtgesellschaftlichen Ansatz zur Kriminal- und Verkehrsunfallprävention dar. Verschiedene Modelle wurden entwickelt und auch im Ausland übernommen. Besonders in der Deutschschweiz hat man eigene Vorgehensweisen geschaffen, während in Basel-Stadt bereits in den 1990er Jahren erste Ansätze getestet wurden. Das Ziel bleibt dasselbe: Gemeinsam mit der Bevölkerung Lösungen für Probleme zu finden und eine sichere Umgebung zu schaffen. Die Polizei und die Bürger arbeiten Hand in Hand – und das ist ein Ansatz, der sich bewährt.