Luzern im Finanzsturm: Kritik an EKS-Reform und dramatische Beitragserhöhung
Heute ist der 15.06.2026 und wir schauen nach Luzern, wo die Wellen der Reformierten Kirche mächtig schlagen. Die Sommersynode in Bulle hat einen neuen Beitragsschlüssel für die Evangelisch-reformierte Kirche Schweiz (EKS) beschlossen, der ab 2028 in Kraft treten soll. Finanzstarke Landeskirchen sollen mehr zahlen, während die finanzschwächeren davon profitieren. Klingt erstmal fair, oder? Doch die Realität sieht anders aus. Luzern wird mit einer dramatischen Erhöhung von rund 82 Prozent konfrontiert – eine gewaltige Mehrbelastung von etwa 76’000 Franken. Wer da nicht ins Grübeln kommt, dem ist nicht mehr zu helfen!
Die Luzerner Synodalratspräsidentin Lilian Bachmann hat bereits lautstark Kritik geübt und gefordert, das Geschäft zur Überarbeitung an den EKS-Rat zurückzuweisen. Ihrer Meinung nach mangelt es schlicht an transparenten und überprüfbaren Grundlagen. Und sie ist nicht allein: Auch Manuela Jost, die Vizepräsidentin der Reformierten Kirche Kanton Luzern, hat sich zu Wort gemeldet und die Berechnungsgrundlage der Firma Ecoplan in Frage gestellt. Viele wichtige Kriterien fehlen einfach. Ein persönliches Gespräch vor der Erhöhung hätte Luzern durchaus gewünscht – klare Worte!
Ein Ungeheuer an Mehrbelastungen
Der neue Beitragsschlüssel lässt die Luzerner mit besorgten Mienen zurück. Im Jahr 2025 zahlte Luzern noch rund 350’000 Franken an die EKS. Mit dem neuen Schlüssel könnte diese Summe auf etwa 650’000 Franken ansteigen! Das entspricht satten 25 Prozent des gesamten Budgets der Landeskirche. Wer rechnet da nicht mit schweißnassen Händen? Die Geschäftsprüfungskommission (GPK) hat zudem angemerkt, dass eine systematische Auswertung der Vernehmlassungsrückmeldungen nicht vorliegt. Wie soll man da Vertrauen in die Entscheidungen haben?
Die Innerschweizer Reformierten können sich auf eine Übergangsfrist bis Ende 2030 freuen, doch der große Schock scheint unausweichlich. Christoph Weber-Berg, Präsident des Aargauer Kirchenrats, zeigt zwar Verständnis für die höheren Beiträge, betont aber gleichzeitig die Notwendigkeit von Transparenz im Prozess. Irgendwie klingt das nach einem schmalen Grat zwischen Verständnis und Missmut, nicht wahr?
Die Reaktionen sind vielfältig
Die Stimmen sind gespalten. Während die Synode den Luzerner Rückweisungsantrag mit 7 von 63 Stimmen klar ablehnte, wurde das Solidaritätsmodell des EKS-Rats mit 39 Stimmen befürwortet. Ein Gegenmodell, das ein Flat-Rate-Modell vorschlug, fand nicht einmal ansatzweise Anklang. Die Luzerner fühlen sich einfach überfahren. Die Diskussion um die Transparenz bleibt ein heißes Eisen, das immer wieder aufglüht.
Was bleibt, ist die Ungewissheit über die finanziellen Konsequenzen, die die Mitgliedskirchen zu tragen haben werden. Und während die Romandie und das Tessin von dem neuen Modell profitieren, bleibt Luzern mit einem dicken Fragezeichen zurück. Ein möglicher Wirkungsbericht soll der Synode immerhin eine Entscheidungsgrundlage bieten, doch bis dahin bleibt das Gefühl, dass die Würfel bereits gefallen sind. Ein Dialog, der nicht stattfand, ein Bericht, der fehlt – das kann man so nicht stehen lassen, sodass sich die Frage aufdrängt: Wie geht es weiter?
