Das Wiesenfest in der malerischen Region Obermain-Jura – eine Veranstaltung, die nicht nur Gaumenfreuden bereithält, sondern auch die Augen für die heimische Natur öffnet. Organisiert vom Landschaftspflegeverband Lichtenfels e.V. und zwei Bio-Höfen, zieht dieses Fest zahlreiche Besucher an, die sich für die Vielfalt regionaler Produkte begeistern. Hier kann man nicht nur köstliche Lamm-Bratwürste und selbstgebackenen Kuchen genießen, sondern auch in die herzliche Atmosphäre eintauchen, die sowohl für Erwachsene als auch für Kinder eine Fülle an Aktivitäten bietet. Ein Highlight für die Kleinen: Streicheleinheiten bei den niedlichen Thüringer Waldziegen und den sanften Dorper Schafen!

Leonhard Anwander vom Landschaftspflegeverband hat an diesem Tag die spannende Aufgabe, den Gästen das Beweidungsprojekt näherzubringen. Er erklärt, wie Schafe und Ziegen durch ihr selektives Fressverhalten die Artenvielfalt in den Wiesen fördern. Das klingt nicht nur interessant, sondern ist auch von enormer Bedeutung für die Natur. Denn je nach Beweidungsform – ob nun durch Rinder, Pferde, Schafe oder Ziegen – wird die Vegetation unterschiedlich beeinflusst. Und in den extensiv bewirtschafteten Grünlandflächen, die durch das gezielte Grasen der Tiere entstehen, blühen Gräser und Kräuter in verschiedenen Höhen und bieten eine Heimat für Heuschrecken und Schmetterlinge.

Die Rolle der Weidetiere

Weidetiere sind in Europa entscheidend für die Erhaltung offener und halboffener Landschaften. Man könnte fast sagen, sie sind die unsichtbaren Landschaftsgestalter der Natur. Vor etwa 12.000 Jahren dominierten halboffene Weidelandschaften Mitteleuropa, bevor die Landwirtschaft ihren Einzug hielt. Rinder, die beispielsweise im Biosphärenreservat Südschwarzwald grasen, halten diese Landschaften offen und verhindern, dass größere Pflanzen die Gräser verdrängen. So bleibt die charakteristische Form der Weidebuche erhalten. Das ist nicht nur für die Tiere wichtig, sondern auch für die gesamte Flora und Fauna, die auf diese Lebensräume angewiesen ist.

Ein weiterer spannender Aspekt sind die ehemaligen Fischteiche im Ziegengraben. Carolin Lang-Gross erläutert, wie wichtig diese Gewässer für seltene Amphibien sind, die dort ihre Fortpflanzung stattfinden lassen. Diese Teiche bieten den Amphibien nicht nur einen sicheren Ort zum Laichen, sondern auch nahegelegene Waldflächen zur Überwinterung. Ein cleveres System, das zudem auch Storchenpaaren zugutekommt, die von den Feuchtwiesen profitieren.

Verantwortungsbewusste Landwirtschaft

Im Rahmen der Veranstaltung wird auch auf die „Leitlinien für die tiergerechte ganzjährige Weidehaltung von Rindern und Pferden auf Naturschutzflächen“ hingewiesen. Diese Richtlinien, die von zahlreichen Institutionen des Natur- und Tierschutzes sowie der Landschaftspflege entwickelt wurden, sollen die Qualität der naturschutzfachlich gewünschten Ganzjahresbeweidung verbessern. Wissenschaftliche Untersuchungen belegen die positive Wirkung der Ganzjahresbeweidung auf die Artenvielfalt. Das Dung von Weidetiere trägt ebenfalls zur Artenvielfalt bei – ein ganz natürlicher Kreislauf, der das Ökosystem stärkt.

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Auf dem Wiesenfest wird deutlich, dass die Kombination aus Genuss und Information harmonisch Hand in Hand geht. Die Gäste können nicht nur den köstlichen Apfelsaft aus dem Streuobstprojekt probieren, der in den E-Centern des Landkreises erhältlich ist, sondern auch auf die bald erscheinende Apfelschorle „Evi“ gespannt sein, die aus dem gleichen Projekt stammt. Es ist eine wunderbare Gelegenheit, die regionale Landwirtschaft und die Bedeutung der Weidetiere für unsere Umwelt hautnah zu erleben. Und während die Sonne über dem Jura untergeht, spürt man, dass es nicht nur um das Essen geht, sondern um eine Verbindung zur Natur und zu den Menschen, die sich für ihren Erhalt einsetzen. Einfach nur schön!