Heute ist der 4.07.2026 und in Hessen gibt es mal wieder Aufregung um die Staatsexamina. Wer hätte gedacht, dass ein Umzug eines Erstkorrektors solche Wellen schlägt? Ganze 24 Klausuren sind beim ersten juristischen Staatsexamen verloren gegangen! Das Paket mit den Prüfungen landete einfach im Hausflur seines alten Wohnsitzes. Das Justizprüfungsamt steht jetzt unter Druck, denn die Originale der Klausuren wurden verschickt, während die Mitarbeiter keine Zeit hatten, alles zu kopieren oder zu scannen. Ein echtes Chaos, das man sich kaum ausdenken kann!

Und das Schlimmste? Die Prüflinge, die betroffen sind, stehen vor der Wahl: Entweder sie müssen die Klausur nachschreiben oder sie akzeptieren den Durchschnitt der fünf vorhandenen Klausuren. Komischerweise haben sich nur zwanzig Studierende für die zweite Option entschieden. Das hat dann zur Folge, dass die Gewichtung der mündlichen Prüfung steigt – nicht gerade die beste Nachricht für nervöse Jurastudenten.

Die Zukunft der Prüfungen

Wohin geht die Reise? Ab Anfang 2025 dürfen Jurastudenten in Hessen das zweite Staatsexamen elektronisch ablegen. Das klingt nach Fortschritt, oder? Und tatsächlich entscheiden sich bereits 99 Prozent der Prüflinge für die elektronische Variante. Das Prüfungsamt hat mit einem Dienstleister zusammengearbeitet, der spezielle Laptops an den Prüfungsorten bereitstellt. Vielleicht wird das auch beim ersten Staatsexamen bald möglich sein, aber erst sollen die Erfahrungen mit dem zweiten gesammelt werden.

Die Lehramtsstudenten in Hessen müssen ebenfalls das erste Staatsexamen ablegen – natürlich handschriftlich. Sie haben noch zusätzliche Hürden zu nehmen, wie das Absolvieren einer Hausarbeit und eines Betriebspraktikums, bevor sie zur Prüfung zugelassen werden. Im Jahr 2025 haben 2780 von ihnen das erste und 2090 das zweite Staatsexamen im Lehramt bestanden. Das zeigt, dass trotz der Schwierigkeiten auch Erfolge gefeiert werden können.

Medizin im Wandel

Und wie sieht es bei den Medizinstudenten aus? Die müssen gleich drei Staatsexamina ablegen, wobei die ersten beiden Prüfungen von einem zentralen Institut für medizinische und pharmazeutische Prüfungsfragen organisiert werden. Aktuell sind die Klausuren noch auf Papier und bestehen aus Multiple-Choice-Fragen. Aber auch hier steht eine Umstellung an: Das Institut plant, die Medizinexamen elektronisch abzunehmen, um Anwendungswissen besser abfragen zu können. 2025 haben 1064 Medizinstudierende das erste, 1100 das zweite und 983 das dritte Staatsexamen abgelegt.

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Übrigens beobachtet das Kultusministerium die Einführung digitaler Prüfungsformate genau. Man könnte fast meinen, die Digitalisierung drängt in alle Ecken des Bildungssystems. Und tatsächlich, die Digitalisierung hat an Hochschulen Fortschritte gemacht, doch es bleibt noch viel zu tun. Die Erfahrungen aus der Corona-Zeit und der Einsatz von generativer KI beschleunigen die Veränderungsprozesse.

Der Mensch bleibt wichtig

Ein kleiner Lichtblick: Bildung bleibt ein menschlicher Prozess. Technologien können die zwischenmenschlichen Aspekte der Hochschulbildung nicht ersetzen. Lehrende spielen eine zentrale Rolle – ihre Fähigkeit zur Wissensvermittlung, zum Feedback und zur Reflexion bleibt unersetzlich. Digitale Medien unterstützen zwar die Lehr-Lern-Prozesse, aber eine neue Prüfungskultur, die auch KI konstruktiv einbindet, wird immer wichtiger.

Das Hochschulforum Digitalisierung (HFD) hat sich als Think Tank etabliert, der den Diskurs zur Hochschulbildung im digitalen Zeitalter orchestriert. Es unterstützt Hochschulen bei der digitalen Transformation und fördert den transparenten Umgang mit KI-Technologien. Eine grundlegende strategische Auseinandersetzung mit der Digitalisierung ist notwendig, damit Hochschulen die Herausforderungen der Zukunft meistern können.

Wohin die Reise letztlich geht, bleibt spannend. Der Diskurs ist in vollem Gange, und wir dürfen gespannt sein, wie sich die Prüfungsformate und das Bildungssystem insgesamt weiter entwickeln werden.