Juristische Ausbildung im Wandel: KI als Schlüssel zur Zukunft
Am 26. Juni 2026 wird die Aula der Universität des Saarlandes zum Schauplatz des 105. Deutschen Juristen-Fakultätentages (DJFT). Von 9 bis 16 Uhr versammeln sich hier 46 Jura-Fakultäten aus Deutschland sowie 11 Fakultäten aus Österreich, der Schweiz und Ungarn. Ein wahres Treffen der Geister, könnte man sagen! Das Thema, das alle bewegt? Künstliche Intelligenz im Studium und die Verbesserung der juristischen Ausbildung. Tiziana Chiusi, Professorin an der Universität des Saarlandes, wird die Teilnehmenden mit offenen Armen empfangen und in die Diskussion einführen.
Ein Highlight der Veranstaltung wird die Vorstellung der Ergebnisse einer Befragung zu KI-Assistenten wie ChatGPT sein. Die Diskussionen werden sich auch um den neuen Bachelor of Laws drehen – eine spannende Debatte über die Einführung und Ausgestaltung dieses Studiengangs. Dabei stehen nicht nur bestehende Regelungen zur Debatte, sondern auch Praxiserfahrungen, die seit dem Beschluss von 2023 gesammelt wurden. Ein wichtiger Punkt ist auch die Reform der Studieninhalte, um die angehenden Juristen auf das Richteramt vorzubereiten. Es wird eine Bestandsaufnahme zur Verankerung der Auseinandersetzung mit Unrecht in den Lehrplänen geben, insbesondere in Bezug auf das deutsche Justizunrecht im Nationalsozialismus und in der DDR.
Moderne Herausforderungen in der juristischen Ausbildung
Die Themen der Tagung sind vielfältig: von Methodenkompetenz über die Transparenz der Anforderungen der Ersten Juristischen Prüfung bis hin zur Betreuung der Studierenden. Ziel ist es, die Sichtbarkeit der empfohlenen Maßnahmen zu erhöhen. Die Teilnehmer können sich auf einen regen Austausch freuen, der konkret Maßnahmen zur Verbesserung der juristischen Ausbildung erörtert. Hierbei werden die Delegierten auch die Herausforderungen ansprechen, die sich aus dem technologischen Fortschritt ergeben. Es ist höchste Zeit, dass sich die juristische Ausbildung diesen neuen Gegebenheiten anpasst.
Ein besonders spannendes Element wird das Hamburger Protokoll: KI-Edition sein. Dieses Dokument präsentiert Ideen zur Integration von Künstlicher Intelligenz (KI) in die juristische Lehre. Das Thesenpapier, das auf einem Workshop mit Vertretern aus verschiedenen juristischen Bereichen basiert, soll die Reformdiskussion bereichern. Hier geht es darum, Kompetenzen für den Umgang mit KI in die juristische Ausbildung zu integrieren. Absolventen sollen schließlich auf eine Berufswelt vorbereitet werden, in der generative KI eine zentrale Rolle spielt.
Ein Blick in die Zukunft
Die Diskrepanz zwischen dem rasanten technologischen Fortschritt und den Prüfungen, die oft noch die digitale Realität kaum abbilden, ist offensichtlich. Es wird Zeit, dass Lehrformate entwickelt werden, die KI kritisch-konstruktiv einbeziehen. Vorschläge sind im Thesenpapier verankert, das nicht nur die Kernkompetenzen in Jura um Technologie- und Kommunikationsskills erweitern möchte, sondern auch neue Prüfungsformate einführen will. Ein ambitioniertes Vorhaben, das im Dezember 2025 an der Bucerius Law School ins Leben gerufen wurde.
Ein eindrucksvoller Austausch zwischen Lehrpersonen, Forschenden, Studierenden und Vertretern aus Prüfungsämtern, Justiz, anwaltlicher Praxis sowie Legal-Tech-Unternehmen findet also statt. Denn die Bucerius Law School setzt sich seit Jahren für eine Reform des Jurastudiums ein. Wir dürfen gespannt sein, welche Ideen am DJFT zur Sprache kommen und wie diese die juristische Ausbildung in den kommenden Jahren prägen werden. Der Kontakt für wissenschaftliche Informationen steht bereits, also packen wir’s an! Wer mehr wissen möchte, kann sich an Prof. Dr. Dr. h.c. Tiziana Chiusi unter der Telefonnummer +49 (0)6 81 302-4289 oder via E-Mail an geschaeftsstelle@djft.de wenden.
