Ein frischer Wind weht durch die Geothermie-Landschaft der Schweiz! Im Kanton Jura, genauer gesagt in Haute-Sorne, wird ein mutiges Geothermieprojekt getestet, das nicht nur Strom und Wärme für etwa 6000 Haushalte erzeugen soll, sondern auch als Pionierarbeit in der tiefen Geothermie gilt. Die Idee ist, Wasser aus 4000 Metern Tiefe auf etwa 135 Grad Celsius zu erhitzen und dann an die Oberfläche zu leiten. Klingt nach Science-Fiction, oder? Doch in der Realität sieht es so aus, dass die Schweiz bisher keinen Strom aus tiefer Geothermie gewonnen hat. Ein echter Durchbruch könnte hier, und das ist spannend, der Beginn einer neuen Ära sein.
Das Projekt wird von der Geo-Energie Jura SA betrieben, und die Betreiber betonen, dass sie aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt haben. In Basel gab es 2006 ein Geothermieprojekt, das, naja, sagen wir mal, nicht so gut ausging. Es kam zu spürbaren Erdbeben und Schäden an Gebäuden, was letztendlich die Einstellung des Projekts zur Folge hatte. In Haute-Sorne ist man jedoch vorsichtiger. Bisher wurden 3000 Mikrobeben gemessen, die aber glücklicherweise nicht spürbar waren. Trotzdem gibt es Widerstand in der Bevölkerung – Proteste vor den Bohrungen sind keine Seltenheit, und die Bedenken sind nicht unbegründet. Der frühere Basler SP-Nationalrat Ruedi Rechsteiner äußert zudem Zweifel an der finanziellen Rentabilität des Projekts, was natürlich nicht gerade zur Beruhigung beiträgt.
Ein Blick auf die Entwicklung
Die Reise des Geothermieprojekts in Haute-Sorne begann bereits 2012 mit dem Standortentscheid und der darauf folgenden Projektentwicklung. Von 2012 bis 2015 gab es zahlreiche Planungen, Informationsveranstaltungen und Untersuchungen. Im Mai 2015 wurde die Geo-Energie Jura SA gegründet, und nur einen Monat später erhielt man die Baubewilligung für das geothermische Pilotkraftwerk. Klar, der Weg war steinig – es gab Rekurse von Nachbarn und eine Volksinitiative, die ein Verbot der mitteltiefen und tiefen Geothermie im Kanton Jura forderte. Das Verwaltungsgericht wies den Rekurs jedoch zurück, und die Arbeiten konnten weitergehen. Ein echter Krimi, wenn man so will!
Der Bund hat das Projekt auch nicht unbeachtet gelassen und unterstützte es mit 64,1 Millionen CHF im Jahr 2019. Im Jahr 2022 kam ein positiver Grundsatzentscheid des Kantons Jura, der das Projekt weiter vorantrieb. Aktuell werden Tests und Validierungen von Erdbebenmessgeräten fortgesetzt, und die Untersuchungen des Untergrunds mittels 2D-Reflexionsseismik haben bereits begonnen. Wenn alles nach Plan läuft, könnten die Bohrarbeiten im Mai 2024 starten und bis September 2024 abgeschlossen sein. Es ist also eine spannende Zeit für alle Beteiligten!
Forschung und Innovation
Die Forschung rund um Geothermie ist ein heißes Pflaster – im wahrsten Sinne des Wortes. Im BedrettoLab, geleitet von Stefan Wiemer an der ETH Zürich, wird an sicheren Methoden für Enhanced Geothermal Systems (EGS) geforscht. Hierbei geht es darum, kontrollierte Stimulationen in isolierten Bohrlochzonen durchzuführen, um Risse im Fels zu erzeugen und größere Erdbeben zu vermeiden. Die Erkenntnisse aus diesen Forschungen fließen direkt in das Projekt in Haute-Sorne ein. Dabei übernehmen ETH-Wissenschaftler:innen die seismische Überwachung, und Sensoren in den Bohrlöchern übermitteln seismologische und hydraulische Daten in Echtzeit. Ein richtiges Hightech-Projekt!
Ebenfalls interessant ist die Forschung an geschlossenen Rohrsystemen für geothermische Systeme. Dabei zirkuliert CO₂ in Rohren und erhöht den Wirkungsgrad des Kraftwerks. Wenn die Technologie funktioniert, könnte das CO₂ nicht nur zur Wärme- oder Stromerzeugung genutzt werden, sondern auch zur CO₂-Speicherung in geologischen Reservoiren – eine perfekte Symbiose von Energiegewinnung und Umweltschutz. Wer hätte gedacht, dass Geothermie so viele Facetten hat?
Es bleibt also spannend, was die Zukunft für die Geothermie in der Schweiz bereithält. Der Erfolg des Projekts in Haute-Sorne könnte nicht nur für die Region, sondern für die gesamte Schweiz von entscheidender Bedeutung sein, wenn es um die Nutzung von tiefer Geothermie geht. Auf jeden Fall sind alle Augen auf die Entwicklungen gerichtet – und das nicht nur in Haute-Sorne!