Eidgenössisches Schützenfest 2026: Tradition trifft auf Hitze und Hoffnung in Graubünden
Heute, am 23. Juni 2026, hat sich im Kanton Graubünden einiges getan. Das Eidgenössische Schützenfest, das bis zum 5. Juli läuft, zieht Schützinnen und Schützen aus der ganzen Schweiz an. Die Atmosphäre ist spannend, und die Konkurrenzkampf ist ein echtes Highlight, auch wenn die Bedingungen nicht immer ideal sind. Martin Steinmann, der Präsident des Bernischen Schützenverbands, hat bereits eine Zwischenbilanz gezogen. 85 talentierte Schützinnen und Schützen aus dem Kanton Bern sind am Eidgenössischen Ständematch beteiligt. Das Fest ist nicht nur ein Wettkampf, sondern auch ein Fest der Tradition und der Gemeinschaft.
In Chur, wo die Teilnehmer sich messen, machen hohe Temperaturen und die Bergwinde den Schützen das Leben schwer. Das optische Phänomen „Mirage“, das durch die Hitze entsteht, sorgt dafür, dass die Trefferpunkte nicht immer dort landen, wo sie sollten. Durchschnittsschützen haben es besonders schwer, die Scheiben im heißen Wetter klar zu sehen. Dennoch gibt es auch Lichtblicke: Miriam Dutto aus Kirchberg hat beim Eröffnungsschiessen sensationelle 300 Punkte erzielt – und das, obwohl sie erst seit drei Jahren aktiv ist! Es ist wirklich beeindruckend, was die junge Schützin schon erreicht hat.
Herausforderungen und Chancen
Der Kanton Bern hat eine lange Schützentradition, die durch Lottogelder unterstützt wird. Ziel ist es, sieben Medaillen beim Eidgenössischen Ständematch zu gewinnen. Um das zu erreichen, wurden die 85 besten Schützen des Kantons in Teams für den Final zusammengestellt. Das Schützenfest wird dezentral im ganzen Kanton durchgeführt, was nicht nur die lokalen Schiessvereine, sondern auch die Wirtschaft stärkt. Allerdings hat die dezentrale Durchführung auch ihre Nachteile: Der festliche Charakter des Ereignisses bleibt etwas auf der Strecke.
Die Zahlen sind beeindruckend – rund 36.000 Schützinnen und Schützen nehmen an diesem großen Fest teil. Der Festumzug begeistert mit lokalen Spezialitäten und Musik, und es wird spürbar, wie sehr die Schützentradition in der Schweiz verwurzelt ist. Die Erfahrungen aus dem Eidgenössischen Schützenfest sollen dabei helfen, das nächste große Bernische Schützenfest im Jahr 2028 noch besser zu organisieren. Elektronische Trefferanzeigen und schnelle Auswertungen sind dabei positive Aspekte der Organisation und tragen zur Effizienz des Wettkampfs bei.
Ein Blick in die Geschichte
Die Schützentradition in der Schweiz hat eine lange Geschichte, die bis in die Anfänge der Eidgenossenschaft zurückreicht. Besonders die Figur von Wilhelm Tell, die seit dem 15. Jahrhundert bekannt ist, ist ein Symbol für den Schützengeist. Der Schweizerische Schützenverein (SSV), gegründet 1824 in Aarau, hat die moderne Form der Schützentradition geprägt. In diesen 200 Jahren hat sich viel getan. Heute gibt es rund 136.000 aktive Schützinnen und Schützen in der Schweiz, die regelmäßig in verschiedenen Disziplinen üben.
Der SSV, mit seinen 26 Kantonalverbänden und etwa 2.500 weiteren Vereinen, sorgt dafür, dass die Tradition lebendig bleibt. Jungschützenkurse und Anlässe wie das Eidgenössische Schützenfest für Jugendliche sind wichtige Elemente, um das Interesse an diesem Sport zu wecken. Auch viele Spitzensportlerinnen, wie Heidi Diethelm Gerber und Nina Christen, können auf die Unterstützung des SSV zählen, um ihre sportlichen Höchstleistungen zu erreichen.
In einer Zeit, in der Traditionen oft in den Hintergrund treten, zeigt das Eidgenössische Schützenfest, dass der Schützengeist nach wie vor lebendig ist. Die Mischung aus Wettkampf, Gemeinschaft und Kultur macht dieses Ereignis zu etwas ganz Besonderem.
