Die passionierte Juristin, die Genderkompetenz ins Rechtssystem bringt
In der Welt des Rechts gibt es Persönlichkeiten, die nicht nur durch ihre Forschung beeindrucken, sondern auch durch ihre Leidenschaft für das Lehren und den Austausch mit Studierenden. Eine solche Persönlichkeit ist Prof. Dr. Dana-Sophia Valentiner, Professorin für Öffentliches Recht an der Helmut-Schmidt-Universität in Hamburg. Ihre Expertise erstreckt sich über ein breites Spektrum, von Verfassungsrecht bis hin zu Legal Gender Studies und sozial-ökologischer Transformation. Wenn man sie fragt, woher ihre Faszination für das Öffentliche Recht kommt, erzählt sie mit einem Funkeln in den Augen von der Bedeutung von Grund- und Menschenrechten. Es ist diese Begeisterung, die sie auch an die junge Generation weitergeben möchte.
Valentiner ist nicht nur in der Theorie bewandert, sondern lebt auch das, was sie lehrt. Ihr typischer Freitag? Ein Wechselspiel aus Homeoffice und Tagungen, oft beginnend mit einer Tasse Kaffee, die sie durch den Tag bringt. Und ja, die Abende enden manchmal spät – aber das gehört dazu, wenn man mit voller Hingabe arbeitet! Ihre aktuelle Forschung zu den Überlappungen von körperlicher und sexueller Selbstbestimmung zeigt, dass sie sich mit brisanten Themen auseinandersetzt, die die Gesellschaft bewegen.
Ein Plädoyer für Gender- und Diversity-Kompetenz
Ein zentraler Punkt in Valentiners Arbeit ist die Förderung von Gender- und Diversity-Kompetenz in der juristischen Ausbildung. Sie schlägt vor, diese Kompetenzen im Deutschen Richtergesetz (DRiG) als Ausbildungsziel festzuschreiben. Das ist nicht nur eine gute Idee, sondern ein Schritt in die richtige Richtung! Wer sich mit rechtlichen Fragen beschäftigt, muss die sozialen Differenzen der Gesellschaft im Blick haben. Hier kommt das Margherita-von-Brentano-Zentrum (MvBZ) an der Freien Universität Berlin ins Spiel. Dort werden Lehrveranstaltungen zu Gender- und Diversitykompetenz angeboten, die Teil der Allgemeinen Berufsvorbereitung sind. Fünf Module, jedes mit 5 Leistungspunkten, bieten eine fundierte Grundlage, um zukünftige Juristinnen und Juristen für diese Themen zu sensibilisieren.
Die Module setzen sich zusammen aus Seminarterminen und Sensibilisierungstrainings, die oft interaktiv gestaltet sind. Hier wird nicht nur Wissen vermittelt, sondern auch Raum für Reflexion geschaffen – über eigene Werte, Handlungsmodi und Kommunikationsstile. Ein wichtiger Aspekt, denn nur so können die Studierenden lernen, sensibel mit sozialen Differenzen umzugehen und die eigene Geschlechterperspektive zu reflektieren. Ein bisschen wie ein Perspektivwechsel, der nicht nur für die Jura-Ausbildung, sondern für das gesamte Leben wichtig ist.
Genderkompetenz als Schlüsselkompetenz
Doch was bedeutet es, genderkompetent zu agieren? Es geht um mehr als nur um Wissen. Es braucht das Können und das Wollen. Ein klarer Bezug zu Geschlechtertheorien und die Fähigkeit, diese im Alltag einzusetzen, sind entscheidend. Valentiner und ihre Kolleginnen tragen dazu bei, dass diese Aspekte in die Lehre integriert werden. Sie zeigt auf, wie wichtig es ist, geschlechtergerechte Lehrinhalte zu implementieren und geschlechtersensible Kommunikations- und Interaktionsstrukturen zu schaffen. Es ist ein Weg, um Diskriminierungen zu vermeiden und eine gerechtere Lehrumgebung zu schaffen.
Die Entwicklung von Genderkompetenz wird als Schlüsselkompetenz für die zukünftigen Tätigkeitsbereiche der Studierenden angesehen. Wer in der heutigen Gesellschaft bestehen will, muss diese Fähigkeit mitbringen. Es geht darum, die eigene Vorstellung von Geschlechterrollen zu hinterfragen und sich aktiv gegen stereotype Denkweisen zu positionieren. So können Studierende nicht nur als Juristinnen und Juristen, sondern auch als Menschen wachsen und einen positiven Einfluss auf die Gesellschaft ausüben.
Ein weiterer wichtiger Name, den Valentiner in diesem Zusammenhang erwähnt, ist Anke Gimbal, die Geschäftsführerin des Deutschen Juristinnenbundes. Sie ist eine Schlüsselfigur im Kampf für Gleichstellung und Rechte im juristischen Bereich. Gemeinsam mit anderen engagierten Köpfen zeigt sie, dass es möglich ist, Veränderungen zu bewirken und die juristische Ausbildung für alle Geschlechter gerechter zu gestalten.
Es ist ein spannendes Feld, in dem sich nicht nur Theorie und Praxis überschneiden, sondern auch die Herausforderungen der heutigen Zeit abgebildet werden. Prof. Dr. Dana-Sophia Valentiner ist eine, die sich unermüdlich dafür einsetzt, dass das Recht nicht nur ein System ist, sondern ein lebendiger Raum, in dem Freiheit, Selbstbestimmung und Gerechtigkeit für alle stehen. Und das ist es, was die Juristinnen und Juristen von morgen brauchen – ein offenes Ohr, Mut zur Veränderung und einen Blick für die sozialen Zusammenhänge, die unser Rechtssystem prägen.
