Am 9. Juli 2026 hat die Gemeindeversammlung von Albula/Alvra einen wichtigen Schritt in Richtung Sicherheit für die Bewohner des bergsturzgefährdeten Dorfes Brienz GR unternommen. Mit einer überwältigenden Mehrheit von 41:3 Stimmen – und vier Enthaltungen – wurde ein Bruttokredit von 82,56 Millionen Franken genehmigt. Dieser Betrag ist nicht nur eine Zahl auf dem Papier, sondern ein Lichtblick für die Menschen, die seit Jahren in ständiger Angst vor Bergstürzen leben müssen.

Die Situation in Brienz ist ernst. Immer wieder mussten die Bewohner ihre Häuser verlassen, wenn die Gefahr eines Bergsturzes drohte. Es ist also kein Wunder, dass 42 Gesuche für eine präventive Umsiedlung vorliegen, die ungefähr 95 Erst- und Zweitwohnungen betreffen. Der genehmigte Kredit deckt alle wichtigen Kosten des Umsiedlungsprojekts, und das Beste daran: 90 Prozent dieser Kosten werden vom Kanton Graubünden und dem Bund übernommen. Lediglich die restlichen 10 Prozent müssen von den Umsiedlungswilligen selbst getragen werden.

Ein einmaliges Projekt

Gemeindepräsident Daniel Albertin hat das Umsiedlungsprojekt als schweizweit einmalig bezeichnet. „Es ist nicht nur ein finanzieller, sondern auch ein emotionaler Prozess“, meint er. Für die betroffenen Familien gibt es verschiedene Optionen: Sie können in ein bestehendes oder neues Haus innerhalb einer Bauzone umziehen, eine Auszahlung für ihr aufgegebenes Land oder Gebäude wählen oder in vordefinierte Umsiedlungszonen ziehen. Es ist eine schwierige Entscheidung, die nicht leichtfertig getroffen werden kann.

Die Restkosten für die Gemeinde Albula/Alvra betragen übrigens höchstens knapp 360.000 Franken. Das klingt nach einer hohen Summe, ist aber im Vergleich zu den Gesamtkosten eher gering. Und so wird die Bündner Regierung sich voraussichtlich im Spätsommer mit dem Vorhaben befassen. Die Hoffnung ist groß, dass nach der rechtskräftigen Projektgenehmigung die betroffenen Familien innerhalb von fünf Jahren umziehen können.

Die aktuelle Lage in Brienz

Die Lage im Dorf hat sich in den letzten Monaten etwas stabilisiert. Seit fast sechs Monaten leben wieder Menschen im Bergdorf, doch die Unsicherheit bleibt. Künftige Evakuierungen können nicht ausgeschlossen werden. Brienz befindet sich immer noch in der kritischen Phase Rot, was bedeutet, dass das Dorf nicht betreten werden darf und sogar ein Flugverbot für Drohnen besteht. Die Gemeinde arbeitet intensiv an den Umsiedlungsplänen, um die Situation für die Bewohner so schnell wie möglich zu verbessern.

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Vertreter der Gemeinde, der Kantonsregierung und Fachleute haben sich kürzlich mit über 40 evakuierten Bewohnern getroffen, um die nächsten Schritte zu besprechen. Dabei wurde klar, dass die Frage der mittel- und langfristigen Bewohnbarkeit von Brienz an Bedeutung gewinnt. Einige Standorte für mögliche Neuansiedlungen wurden bereits benannt, und die Standortevaluation für landwirtschaftliche Betriebe fand im Sommer 2023 statt. Das Ziel ist klar: Die finanziellen Schäden für die Betroffenen sollen minimiert werden.

Mit einem Investitionsbeitrag von 50 Millionen Franken, der im Dezember 2025 vom Bündner Parlament genehmigt wurde, stehen die Chancen gut, dass die Umsiedlung tatsächlich realisiert werden kann. Wenn alles nach Plan läuft, könnte der Umzug bereits im Winter 2025/26 erfolgen. Und das wäre für viele Familien ein wahrer Neuanfang – weit weg von der ständigen Angst vor Erdrutschen, die ihr Leben bislang bestimmt hat.