Heute, am 1. Juli 2026, werfen wir einen Blick auf die aktuelle Situation der Hirschbestände im Kanton Graubünden. Das Bündner Amt für Jagd und Fischerei hat die Abschussplanung für dieses Jahr veröffentlicht, und die Zahlen sind durchaus interessant. Geplant ist, insgesamt 4616 Hirsche zu erlegen, was zwar etwas weniger ist als die 4835 im Vorjahr, aber dennoch einen bedeutenden Schritt in der Bestandsregulierung darstellt. Der aktuelle Bestand wird auf 13.485 Hirsche geschätzt – 100 weniger als im Jahr zuvor. Das klingt vielleicht nicht nach viel, aber es ist Teil einer bewussten Strategie zur Reduktion der Schalenwildbestände, die seit 2020 bereits um 17 Prozent, also 2805 Hirsche, gesenkt wurde.

Hinter dieser Strategie steht die Initiative „Lebensraum Wald-Wild 2021“. Sie wurde ins Leben gerufen, um die Verjüngung des Waldes zu fördern und Wildschäden, die in den letzten Jahren in Graubünden zugenommen haben, zu begrenzen. Ein gesunder und gut strukturierter Schutzwald ist nicht nur Lebensraum für viele Wildtiere, sondern auch eine Sicherheitsgarantie für die Bevölkerung. Wenn der Wald leidet, leidet auch die Tierwelt. Zu viel Schalenwild kann die natürliche Waldverjüngung behindern – und das ist ein Problem, das wir uns nicht leisten können.

Strategische Ziele und Maßnahmen

Die Strategie „Lebensraum Wald-Wild 2021“ definiert 10 Ziele und 40 Maßnahmen, die helfen sollen, die Konflikte zwischen Wald und Wild zu lösen. Die Jägerschaft hat ihren Auftrag zur Reduktion des Hirschbestands erfüllt, trotz der milden Winter, die wir in letzter Zeit erlebt haben. In 19 von 21 Hirschregionen entsprechen die Bestandsentwicklungen den Zielsetzungen dieser Strategie. Das klingt fast schon nach einer Erfolgsgeschichte!

Die Bejagung von Gämsen und Rehen wird in den meisten Regionen weiterhin im Rahmen der Vorjahre durchgeführt. Es ist eine Frage der Nachhaltigkeit, und diese Abschusspläne sollen die natürliche Verjüngung des Waldes ermöglichen. Auf regionaler Ebene werden die Pläne angepasst, um den unterschiedlichen Gegebenheiten gerecht zu werden. Das ist wichtig, denn was in einem Tal funktioniert, muss nicht unbedingt auch in einem anderen funktionieren.

Die Herausforderungen der Waldwirtschaft

Wir dürfen jedoch nicht vergessen, dass die Probleme komplex sind. Wildschäden im Wald sind in verschiedenen Regionen groß und können zu Konflikten führen. Das sorgt für reichlich Gesprächsstoff unter den Anwohnern. Mit der Regierung, die an der Strategie arbeitet, wird jedoch ein klarer Fahrplan verfolgt, um den Waldzustand bis 2035 in Fünfjahresschritten zu verbessern. Es ist ein langer Weg, aber jeder Schritt zählt.

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Das Thema Waldwirtschaft hat auch über die Grenzen von Graubünden hinaus Bedeutung. In Deutschland hat die Bundesregierung Ziele zur Kohlenstoffspeicherung im Sektor Landnutzung, Landnutzungsänderung und Forstwirtschaft festgelegt. Diese Bestrebungen zeigen, wie wichtig nachhaltige Waldwirtschaft für den Klimaschutz ist. Und auch hierzulande, in der Schweiz, müssen wir der Natur wieder mehr Aufmerksamkeit schenken. Der Wald ist nicht nur ein Lebensraum für Wildtiere und eine Erholungsstätte für uns Menschen, sondern auch ein zentraler Bestandteil unserer Umwelt.

Was bleibt, ist die Hoffnung auf einen gesunden Wald, der sowohl Menschen als auch Tieren ein Zuhause bietet. Es ist ein Balanceakt, der viel Fingerspitzengefühl erfordert. Aber mit dem richtigen Ansatz – und einer Prise Geduld – können wir gemeinsam eine positive Entwicklung bewirken.