Die Wahlen im Kanton Graubünden am 15. Mai 2022 haben ein bemerkenswertes Ergebnis hervorgebracht. Die SVP, die lange nicht in der Regierung vertreten war, hat sich mit einem fulminanten Wahlsieg zurückgemeldet und gleich zehn Sitze im Parlament gewonnen. Das macht sie zur klaren Wahlsiegerin! Valérie Favre Accola, die neue Vertreterin der SVP in der kantonalen Exekutive, hat mit ihrem fünftbesten Ergebnis und einem Vorsprung von rund 7200 Stimmen auf die Sechstplatzierte, Nora Saratz Cazin von der GLP, für Aufsehen gesorgt. Das ist ein echter Triumph, besonders wenn man bedenkt, dass die SVP seit 2008 nicht mehr im Regierungsrat saß. Ihre Rückkehr ist ein spannendes Zeichen im politischen Spiel des Kantons.

Ein Blick auf die bisherigen Regierungsmitglieder zeigt, dass vier von ihnen ohne Probleme wiedergewählt wurden: Martin Bühler (FDP) mit satten 42’299 Stimmen, Marcus Caduff (Mitte) mit 40’153 Stimmen, Carmelia Maissen (Mitte) mit 34’519 Stimmen und Peter Peyer (SP) mit 32’141 Stimmen. Doch das wahre Highlight dieser Wahl ist die erstmalige Vertretung von zwei Frauen in der Bündner Regierung. Favre Accola ist die vierte Frau in der Kantonsregierung und das ist nicht nur ein Grund zur Freude, sondern auch ein bedeutender Fortschritt für die Frauenvertretung. Aita Zanetti (Mitte), die auf Platz sieben landete, und Saratz Cazin erkannten die Wichtigkeit dieser Entwicklung an.

Politische Veränderungen und Herausforderungen

Die Wahlen waren nicht nur ein Triumph für die SVP, sondern brachten auch einige Verluste für andere Parteien mit sich. Die Mitte verlor einen Sitz und steht jetzt bei 28 Sitzen, während die FDP vier Sitze einbüßte und nun 23 Sitze hat. Auch die Ratslinke blieb nicht unberührt; die SP verlor Sitze und hat nun nur noch 20 Mitglieder. Interessanterweise konnten die Grünen sieben Sitze gewinnen und stellen nun eine eigene Fraktion. Das ist ein Zeichen dafür, dass sich die politischen Präferenzen im Kanton verändern und sich die Wählerschaft zunehmend für grüne Themen interessiert.

Um noch etwas tiefer in die Materie einzutauchen: Bis 2022 wurde im Kanton Graubünden nach dem Majorzwahlrecht gewählt. Das hat sich jedoch geändert. Ein Übergang zu einem Proporzwahlsystem wurde mehrmals abgelehnt, aber im Juni 2021 stimmte die Bevölkerung mit 78,9 % für die Einführung eines Doppelproporzes. Dies sorgt dafür, dass die Sitze nun auch auf kantonaler Ebene und dann auf Wahlkreislisten verteilt werden. Ein bisschen kompliziert, aber es sorgt für mehr Gerechtigkeit bei der Sitzverteilung.

Das Wahlsystem und seine Auswirkungen

Die Neuregelungen bringen einige Herausforderungen mit sich, insbesondere für die Regierungsratswahlen. Hier gibt es fünf Sitze, die nach dem Majorzwahlrecht vergeben werden. Im ersten Wahlgang ist gewählt, wer das absolute Mehr erreicht, und im zweiten Wahlgang genügt das einfache Mehr. Das bedeutet, dass die Parteien strategisch planen müssen, um ihre Kandidaten erfolgreich ins Rennen zu schicken.

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Mit dem Rekord von 491 Kandidierenden – darunter 154 Frauen – zeigt sich auch, dass der politische Nachschub an frischen Gesichtern nicht abreißt. Es ist spannend zu beobachten, wie sich die politische Landschaft Graubündens in den kommenden Jahren entwickeln wird. Ein weiteres interessantes Detail: Jon Domenic Parolini von der Mitte konnte aufgrund der Amtszeitbeschränkung nicht mehr kandidieren, was den Platz für neue Gesichter öffnete.

Die Bedeutung der Frauenvertretung in der Politik ist in Graubünden deutlich spürbar. Mit der Wahl von Valérie Favre Accola und der erstmaligen Präsenz von zwei Frauen im Regierungsrat wird ein starkes Zeichen gesetzt. Es wird spannend sein zu sehen, wie diese Veränderungen die politische Kultur im Kanton prägen werden. Weitere Informationen zur Vertretung gewählter Frauen finden Sie übrigens auf der Webseite des Bundesamtes für Statistik.