Die Notschlafstelle der Überlebenshilfe Graubünden in Chur ist ein wichtiger Anlaufpunkt für Menschen, die in der kalten Jahreszeit ein Dach über dem Kopf brauchen. Mit 16 Plätzen war die Einrichtung von November bis März durchgehend voll ausgelastet. Das ist schon eine ganze Menge, wenn man bedenkt, dass die Winter in Graubünden ganz schön frostig werden können.
In Zeiten, in denen der Platz knapp ist, hat das Team zusätzlich Matratzen und provisorische Schlafgelegenheiten bereitgestellt, um den Bedürfnissen der Betroffenen gerecht zu werden. Man kann sich vorstellen, dass das nicht immer einfach ist. Abweisungen sind zwar nur zwei bis drei Mal pro Jahr zu verzeichnen – meist bei Personen, die außerhalb der Zugangszeiten kommen –, doch für diejenigen, die im Freien übernachten müssen, ist das eine ernste Sache. Die Betroffenen entwickeln eigene Strategien, um mit der Kälte und den Widrigkeiten zurechtzukommen. Die Überlebenshilfe stellt Schlafsäcke und Decken zur Verfügung, um zumindest etwas Sicherheit und Wärme zu gewährleisten.
Die Herausforderungen der Auslastung
Die Notschlafstelle kämpft jedoch nicht nur mit der hohen Auslastung. Eine Erweiterung auf 20 Plätze wäre sinnvoll, doch die bauliche Situation am bestehenden Standort erweist sich als herausfordernd. Der Wohnungsmarkt in Chur ist angespannt, was die Planung eines Projekts für begleitetes Wohnen zusätzlich erschwert. Aktuell bietet die Einrichtung zehn reguläre Plätze und ein Notzimmer an, doch auch hier ist die Auslastung nahezu durchgehend hoch, und eine Warteliste ist unvermeidlich. Es ist schon fast skurril – im vergangenen Jahr gab es nur einen einzigen ungeplanten Austritt aufgrund von Regelverstößen, und eine Person konnte erfolgreich in eine eigene Wohnung wechseln. Aber das ist die Ausnahme.
Die Suche nach geeigneten Wohnungen für Klienten, die bereit sind, ihre Wohnfähigkeit wiederzuerlangen, ist alles andere als einfach. Man fragt sich, wie viele Geschichten sich hinter diesen Zahlen verbergen – von Schicksalen, die sich verändern, und von den Herausforderungen, die jeder Einzelne meistern muss.
Die Notschlafstelle in der Stadt
Die Adresse der Notschlafstelle lautet Hohenbühlweg 20, 7000 Chur, und wer Fragen hat, kann die Mitarbeiter unter 081 253 76 66 erreichen. Ganz in der Nähe sind auch andere Einrichtungen, die ähnliche Hilfsangebote bieten, wie die Stadthalle Chur oder das Fischer Musikhaus. Es ist eine Art Netzwerk, in dem sich Menschen gegenseitig zur Seite stehen. Die allgemeine Zufriedenheit mit der Notschlafstelle ist zwar vorhanden, doch gibt es auch Kritik am Verhalten einzelner Personen. Das ist ein Punkt, der nicht übersehen werden sollte.
Die Notschlafstelle ist nicht nur ein Ort der Zuflucht, sondern auch ein Platz, an dem viele unterschiedliche Lebensgeschichten aufeinanderprallen. Es ist ein Mikrokosmos, in dem menschliche Schicksale und das Streben nach einem besseren Leben zusammenkommen. Und während man manchmal über den Tellerrand hinausschaut, wird einem bewusst, wie wichtig solche Einrichtungen in unserer Gesellschaft sind.