Es ist der 30. Mai 2026, und in Linthal, einem beschaulichen Dorf im Kanton Glarus, gibt es derzeit ein großes Thema, das die Gemüter bewegt: Die Schülerinnen der Schule Glarus Süd sind auf der Suche nach einer Lehrerin für ihre zweite Klasse. Nach den Sommerferien soll es endlich losgehen, doch die Stelle ist seit rund drei Wochen unbesetzt. Das ist schon ein bisschen frustrierend, vor allem für die Kinder, die sich so sehr auf den Schulstart freuen.
Die Mädels haben sich etwas ganz Besonderes einfallen lassen, um ihren Hilferuf in die Welt hinauszutragen. In einem kreativen Instagram-Video, das mittlerweile über 267.000 Aufrufe erreicht hat, zeigen sie, wie wichtig ihnen eine Lehrerin ist. Mit einem fröhlichen Lied – „S isch mer alles ei Ding“ – drücken sie ihren Wunsch aus und erzählen von der Anzahl der Kinder in ihrer Klasse. Ein jüngeres Mädchen, das noch im Kindergarten ist, erwähnt, dass es dort keinen Personalmangel gibt. Komisch, oder? Währenddessen kämpfen die älteren Schülerinnen um ihre Zukunft in der Schule.
Eine Lösung bis August?
Der Departementsleiter der Schule, Peter Zentner, beschreibt die Situation als schwierig. Zwei neue Bewerbungen sind inzwischen eingegangen, aber ob die Bewerbenden die nötigen Qualifikationen erfüllen, bleibt unklar. Der Auswahlprozess läuft noch, und das Schulteam ist in großer Sorge: Bis zum Schulstart im August muss eine Lösung gefunden werden. Falls nicht, wird die Klasse als übergroße Gruppe geführt – das kann für die Kinder und die Lehrkräfte eine echte Herausforderung werden.
In den sozialen Medien zeigen sich die Nutzer begeistert von dem Video der Schülerinnen und wünschen ihnen viel Erfolg bei ihrer Suche. Die Idee hinter dem Video wurde von den Eltern der Kinder angestoßen und schließlich von der Schule über ihre Kanäle weiterverbreitet. Das ist wirklich schön zu sehen, wie die Gemeinschaft zusammensteht.
Lehrermangel – ein gesamtgesellschaftliches Problem
Doch das Thema Lehrermangel ist nicht nur ein lokales Problem. Ab 2027 wird ein starker Rückgang der Schülerzahlen in der Primarschule erwartet. Das Bundesamt für Statistik prognostiziert bis 2034 einen Rückgang von 52.000 Primarschülern, was auch den Bedarf an neuen Lehrkräften beeinflussen wird. So sinkt der jährliche Bedarf von 5.000 auf 3.000 Lehrern bis 2034. Der Hauptgrund für diese Entwicklung liegt in der rückläufigen Geburtenrate seit 2022.
Es gibt jedoch auch eine Kehrseite der Medaille: Trotz sinkender Schülerzahlen könnte die Qualität der Lehrerausbildung leidern. In einigen Kantonen waren zeitweise 10% der Lehrerstellen mit Unqualifizierten besetzt. Das führt zu einem Aufruf nach strengeren Eignungstests für die pädagogischen Hochschulen, um sicherzustellen, dass nur gut ausgebildete Lehrkräfte an die Schulen kommen.
So bleibt die Frage, ob die Suche der Linthaler Schülerinnen nach einer Lehrerin nicht nur ein lokales Problem ist, sondern Teil einer viel größeren Herausforderung, die das Bildungssystem in der Schweiz in den kommenden Jahren prägen wird. Die Schulen brauchen nicht nur mehr Lehrer, sondern auch solche, die gut ausgebildet und motiviert sind. Bis dahin bleibt den Kindern in Linthal nichts anderes übrig, als zu hoffen und zu träumen – und vielleicht das nächste Video zu planen, falls der Hilferuf nicht fruchtet!