Heute, am 18. Mai 2026, blickt man hier in Glarus auf ein Jahr voller Herausforderungen und Veränderungen. Sepp Kubli, der Präsident des Gewerbeverbands Glarus (GVGL), hat auf der jüngsten Versammlung den neuen Tagungsort Panoramahotel Braunwald angekündigt – ein Ort, der für frischen Wind sorgen soll. Aber nicht nur das: Lukas Schönwetter, der seit acht Jahren bei Georg Fischer tätig ist, wird ein Vier-Stufen-Modell zur Schulung von Führungskräften präsentieren. Das klingt spannend, oder? Man kann nur hoffen, dass diese neuen Ansätze auch den nötigen Rückhalt finden.

Im Jahresbericht von Kubli wird deutlich, dass es in der Region turbulent zugeht. Die steigenden Energie- und Personalkosten setzen den Betrieben zu. Es gibt Unsicherheiten und Handelsverschiebungen, die das Glarner Gewerbe belasten. Die gute Nachricht ist, dass die Unternehmen flexibel agieren, aber die Bereitschaft, in neue Projekte zu investieren, ist eher gering. Das ist ein bisschen wie ein Tanz auf dem Vulkan – man weiß nie, wann der nächste Ausbruch kommt.

Bürokratie und Fachkräftemangel

Ein weiteres großes Thema ist die zunehmende Bürokratie, die Ressourcen bindet und so manche Bauprojekte verzögert oder sogar verhindert. Kubli fordert eine pragmatische Zusammenarbeit mit der Verwaltung – ein Appell, der in den Ohren vieler Unternehmer sicher nicht ungehört bleibt. Und dann ist da noch der Verkehr zwischen Näfels und Glarus, der nach wie vor ein ungelöstes Problem darstellt. In Zusammenarbeit mit der Wirtschaftskammer sucht der GVGL nach Lösungen. Das ist wie ein ewiges Ringen; man kommt einfach nicht weiter.

Ein Punkt, der viele Unternehmer umtreibt, ist der Fachkräftemangel. Fast alle Betriebe spüren ihn – und der Druck auf den Arbeitsmarkt bleibt hoch. Immer mehr Menschen gehen in Pension, während die jungen Leute nicht in ausreichender Zahl nachrücken. Kubli ruft zu einer stärkeren Förderung von Umschulungen durch den Kanton auf. Regierungsrätin Marianne Lienhard verweist auf das Umschulungs-Projekt «Arbeit 4.0», welches spannende Perspektiven bieten könnte. Aber die Zeit drängt, und der Druck wächst.

Ein Blick über die Grenze

Interessanterweise zeigt der Fachkräftereport der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK), dass auch jenseits der Schweizer Grenze ähnliche Probleme herrschen. 36% der fast 22.000 befragten Unternehmen können offene Stellen nicht besetzen, weil geeignetes Personal fehlt. Ein Trend, der, ehrlicherweise gesagt, auch in der Schweiz zu beobachten ist. Über 40% der kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland haben Schwierigkeiten bei der Stellenbesetzung. Und komischerweise gibt fast die Hälfte aller Betriebe an, derzeit keinen Personalbedarf zu haben. Das ist ein bisschen wie ein Teufelskreis.

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Der stellvertretende Hauptgeschäftsführer der DIHK, Achim Dercks, warnt vor einer trügerischen Entspannung beim Fachkräftemangel. Während die Unternehmen in Deutschland und der Schweiz auf Fachkräfte mit dualer Berufsausbildung angewiesen sind, haben viele Schwierigkeiten, geeignete Bewerber zu finden. Insbesondere in Schlüsselbranchen wie Digitalisierung und Energie fehlen häufig Spezialisten. Und der Rückgang der Menschen im Erwerbsalter macht vielen Sorgen – ein Thema, das auch hier nicht ignoriert werden kann.

Die Zukunft im Blick

Die Bundesregierung hat erste Schritte unternommen, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, darunter Initiativen zur Beschäftigung älterer Arbeitnehmer und die geplante digitale „Work-and-stay-Agentur“, die den Zuwanderungsprozess vereinfachen soll. In Glarus bleibt die Herausforderung, die Arbeits- und Fachkräftezuwanderung aus dem Ausland als wichtiges Instrument zur Fachkräftesicherung zu nutzen. Das ist ein bisschen wie ein Wettlauf gegen die Zeit, und die Zeit ist nicht auf unserer Seite.

Finanziell schließt der Verband mit einer schwarzen Null ab, was in Anbetracht der Umstände ein Erfolg ist. Und während der GVGL sich auf sein 130-Jahr-Jubiläum im Jahr 2027 vorbereitet und die «Tour de Gwärb» organisiert, bei der 27 Betriebe rund 60 Berufe vorstellen, bleibt die Hoffnung, dass die Region Glarus die Herausforderungen meistert. Ein bisschen Optimismus kann schließlich nicht schaden – oder wie man in der Schweiz sagt: „Es wird schon gut kommen.“

Weitere Informationen zu den Herausforderungen im Fachkräftemangel finden Sie auf der Website der Arbeitsagentur.