Glarus feiert 675 Jahre Eidgenossenschaft: Ein Blick in die bewegte Geschichte und die Vielfalt der Zukunft
Heute ist der 19. Juni 2026, und in Glarus bereitet man sich auf ein ganz besonderes Ereignis vor. Der Kanton feiert 2027 seine 675-jährige Zugehörigkeit zur Schweizerischen Eidgenossenschaft! Vom 4. bis 6. Juni 2027 wird es ein Festwochenende geben, das unter dem Motto «offene Häuser» steht. Hierbei gewährt man Einblicke hinter die Kulissen und lädt alle ein, die Vielfalt und Geschichte Glarus’ zu entdecken. Das klingt doch schon mal vielversprechend, oder?
Der feierliche Auftakt findet am Freitag, dem 4. Juni, im beeindruckenden Freulerpalast in Näfels statt. Schulkinder werden mit speziellen Angeboten auf ihre Kosten kommen. Ein richtiges Highlight für die jungen Entdecker! Am Samstag, dem 5. Juni, verwandelt sich der Hauptort Glarus in eine lebendige Entdeckungsmeile. Verwaltungsabteilungen öffnen ihre Türen, und es gibt Festwirtschaften sowie ein kulturelles Programm, das den Rundgang durch die «offenen Häuser» begleitet.
Ein Blick in die Vergangenheit
Um die 675 Jahre gebührend zu feiern, lohnt sich ein Blick auf die Geschichte des Kantons Glarus. Die Ursprünge reichen bis in die Bronzezeit zurück, und bronzezeitliche Funde belegen menschliche Anwesenheit im Gebiet. Die Keltische Besiedlung im 3. Jahrhundert vor Christi Geburt hat ihre Spuren hinterlassen, und der Name des Talflusses Linth leitet sich vom keltischen «Linta» ab – was so viel wie «die Geschmeidige» oder «Schlange» bedeutet.
Zur Zeit der Römischen Herrschaft gab es bedeutende Bauten am Walensee und auf Kerenzen. Glarus gehörte zu Beginn der Zeitrechnung zur Provinz Rätien. Ein paar Jahrhunderte später, im 13. Jahrhundert, stand Glarus unter dem Einfluss des Klosters Säckingen und die Habsburger übernahmen die Vormachtstellung. Immer wieder versuchten die Glarner, sich von dieser Fremdherrschaft zu befreien – die Geschichte Glarus’ ist also alles andere als langweilig!
Ein Fest der Begegnung
Am Sonntag, dem 6. Juni, wird das Festwochenende mit einem ökumenischen Gottesdienst in der Stadtkirche Glarus feierlich beendet. Man kann nur erahnen, wie viele Emotionen an diesem Wochenende aufeinandertreffen werden. Die Organisation des Jubiläums liegt in den Händen von Landammann Markus Heer und der Agentur gl-events. Ein Team, das sich sicher voll ins Zeug legen wird, um Glarus’ lange und bewegte Geschichte gebührend zu feiern.
Wer sich für die historischen Wurzeln Glarus’ interessiert, wird beim Theaterstück «Das schwarze Gold» im Landesplattenberg Engi auf seine Kosten kommen. Geschrieben von Roger Rhyner, thematisiert es den Schieferabbau im 19. Jahrhundert und bringt ein Stück Glarner Geschichte auf die Bühne. Ein wunderbarer Weg, um die lokale Kultur zu erleben!
Wirtschaft und Gesellschaft
In den vergangenen Jahrhunderten hat sich Glarus zu einem der am stärksten industrialisierten Kantone der Schweiz entwickelt. Im 15. Jahrhundert war man nicht mehr auf Selbstversorgung angewiesen und begann, mit Viehexport und Milchprodukten zu handeln. Die Alpwirtschaft ist auch heute noch von Bedeutung, mit zahlreichen Alpen und einem reichhaltigen Tierbestand. Gut zu wissen, dass die Tradition der Reisläuferei – ein Beruf, der von 1500 bis 1800 florierte – ebenfalls Teil der Glarner Identität ist.
Die erste dokumentierte Landsgemeinde fand bereits 1387 statt, und die eigene Satzung wurde beschlossen. Glarus hat sich also schon früh als politisch aktiver Kanton etabliert. Im 19. Jahrhundert prägte die Glarner Arbeiterschaft die Sozialgesetzgebung und setzte wichtige Akzente wie das Verbot der Fabrikarbeit für Kinder unter zwölf Jahren. Die Entwicklung der Textilindustrie im 19. Jahrhundert sorgte für einen wirtschaftlichen Boom – Glarus war auf einmal ein wichtiger Akteur auf dem Weltmarkt!
Die Faszination für die Glarner Geschichte und die Entwicklung des Kantons wird beim bevorstehenden Festwochenende sicher spürbar sein. Es ist nicht nur ein Rückblick auf die Vergangenheit, sondern auch ein Blick in die Zukunft des Kantons Glarus, der mit seiner reichen Geschichte und lebendigen Kultur aufwarten kann. Man darf gespannt sein!
