Im Kanton Glarus tut sich was! Seit 2023 ist das neue Energiegesetz in Kraft und es sieht ganz danach aus, als würde der Vollzug reibungslos verlaufen. Nach den ersten Monaten gibt es durchweg positive Rückmeldungen von Gemeinden und Bürgern. Eine Umfrage zeigt, dass die neuen Vorgaben nicht nur nachvollziehbar, sondern auch umsetzbar sind. Das freut natürlich nicht nur die Politiker, sondern auch alle, die sich in ihrem Alltag mit diesen Themen auseinandersetzen müssen.
Die Landsgemeinde hat 2021 die Revision des Glarner Energiegesetzes genehmigt. Eine der zentralen Änderungen: Die Vorschriften für Heizungsersatz in Wohnbauten wurden verschärft. Fossile Brennstoffe? Fehlanzeige! Wärmeerzeugung muss seitdem ohne fossile Brennstoffe erfolgen. Und das hat bereits Wirkung gezeigt: Rund 450 Wärmeerzeuger in Wohnbauten sind seit Inkrafttreten des Gesetzes bewilligt worden. Lediglich sieben Ausnahmebewilligungen wurden erteilt – sechs davon als Übergangslösungen, bis Anschluss an ein Wärmenetz möglich ist.
Fernwärme als Zukunftsmodell
Ein weiterer Schritt Richtung nachhaltige Wärmeversorgung wurde im Dezember 2024 beschlossen, als der Gemeinderat Glarus eine neue Energieplanung ins Leben rief. Diese Planung zielt darauf ab, die Wärmeversorgung ohne fossile Brennstoffe sicherzustellen. Fernwärme wird dabei als zentrale Säule betrachtet. Besonders betroffen sind Gebiete wie das Altquartier, das Wiederaufbaugebiet von Glarus und das Buchholz. Man hat sich sogar überlegt, beim Gründli eine Wärmezentrale für einen Wärmeverbund in der Innenstadt zu prüfen. Das klingt nach einem großen Wurf!
Die bestehenden Wärmeverbünde in Glarus sind mittlerweile voll ausgelastet, was zeigt, dass der Bedarf nach nachhaltiger Wärmeversorgung hoch ist. Der neue Glarner Energieplan wird dem Regierungsrat zur Genehmigung vorgelegt – und danach geht’s an die Umsetzung in der Ortsplanung. Ein Energieportal soll zudem dabei helfen, dass Liegenschaftsbesitzer die richtigen erneuerbaren Heizsysteme finden. Die Zukunft scheint also gut geplant zu sein.
Ein Blick in die Vergangenheit
Ein bisschen Kontext gefällig? Die Diskussion über die Energieversorgung in der Schweiz hat ihre Wurzeln bereits in den 1970er-Jahren, als die Ölkrise viele besorgte Gesichter hervorbrachte. Es gab Versuche, die Energieversorgung in die Bundesverfassung aufzunehmen, die allerdings scheiterten. Erst 1990 wurde der Energieartikel in die Verfassung integriert, und seitdem hat sich viel getan. Das Bundesgesetz und die Energieverordnung, die 1998 in Kraft traten, haben den Weg für zahlreiche kantonale Energiegesetze geebnet. Die Reaktorkatastrophe von Fukushima 2011 hat dann das Thema Energiepolitik wieder auf die Agenda gebracht und zum Beschluss eines neuen, totalrevidierten Energiegesetzes geführt.
Die Schweiz hat also einen langen Weg hinter sich, und die aktuellen Entwicklungen im Kanton Glarus sind ein weiteres Zeichen für den Wandel hin zu einer nachhaltigeren Energieversorgung. Die Menschen hier zeigen, dass es möglich ist, Veränderungen zu akzeptieren und aktiv mitzugestalten. Und so bleibt zu hoffen, dass die positive Entwicklung auch weitergeht – für ein grüneres Glarus und darüber hinaus!