Heute ist der 11.05.2026, und während ich hier in Glarus sitze, ploppt eine beunruhigende Zahl in meinen Kopf: 7.119 Menschen sind momentan inhaftiert. Das ist die höchste Zahl seit 1988! Es ist schon ein komisches Gefühl, wenn man bedenkt, dass die Gefängnisse in der Schweiz mit einer Belegungsrate von 97 % an ihre Grenzen stoßen. Wo bleibt da der Platz für die, die vielleicht eine Chance auf Besserung verdient hätten?

Im Jahr 2025 wurden insgesamt 111.962 Verurteilungen von Erwachsenen ins Strafregister eingetragen. Die häufigste Sanktion? Eine bedingte Geldstrafe. Man könnte meinen, dass das ein Schritt in die richtige Richtung ist, aber die Zahl der kurzen unbedingten Freiheitsstrafen fiel auf einen historischen Tiefstand von 2.937. Irgendwie paradox, oder? Mehr als die Hälfte der Verurteilungen (57.150) bezogen sich auf Vergehen gegen das Strassenverkehrsgesetz. Das lässt einen schon nachdenklich werden über unsere Verkehrskultur.

Die Zahlen im Detail

Von den insgesamt 38.406 Verurteilungen, die aufgrund des Strafgesetzbuches ausgesprochen wurden, betrafen 48 % (also 18.422 Urteile) Vermögensdelikte. 12 % (4.716 Urteile) waren Straftaten gegen Leib und Leben, und 3 % (1.116 Urteile) fielen unter die Kategorie Sexualstraftaten. Das sind schon ganz schön gewaltige Dimensionen. Und: Die bedingte Geldstrafe wurde 2025 insgesamt 78.693-mal ausgesprochen – nur in 7 % der Fälle kam es zum Widerruf. Das finde ich fast unheimlich.

Ein weiterer interessanter Punkt ist, dass 2.272 Landesverweisungen ausgesprochen wurden, wobei 94 % davon obligatorisch waren. Dabei hatten mehr als die Hälfte dieser Verweisungen eine Dauer von über fünf Jahren. Und wusstest du, dass 37 % der betroffenen Personen EU-Bürger waren? Das wirft einige Fragen auf, wenn man über die Freiheit der Bewegung innerhalb Europas nachdenkt.

Ein Blick auf die Inhaftierten

Von den 7.119 Inhaftierten befinden sich 63 % im Straf- oder Massnahmenvollzug, 31 % in Untersuchungs- oder Sicherheitshaft, und 6 % aus anderen Gründen inhaftiert. Man fragt sich, wie oft die Hintergründe dieser Verhaftungen auch mit sozialen oder wirtschaftlichen Problemen zusammenhängen. Es könnte ja auch sein, dass viele von ihnen, wenn sie die richtige Unterstützung bekämen, nie im Gefängnis gelandet wären.

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Die neue Datenplattform Swiss Stat Explorer hat das Potenzial, Licht ins Dunkel zu bringen. Dort kann man Rückfallraten nach Vorstrafen, demografischen Merkmalen und der Art der ursprünglichen Straftat einsehen. Das klingt spannend und könnte vielleicht helfen, einige der Probleme im Justizsystem besser zu verstehen. Daten aus den Jahren 2007 bis 2025 sind nach Kanton, Straftaten und soziodemografischen Merkmalen aufgeschlüsselt. Das könnte eine wertvolle Ressource sein, um gezielte Maßnahmen zu entwickeln.

Wer sich für die tiefergehenden Statistiken interessiert, findet auf bfs.admin.ch weitere Informationen. Es gibt immer noch viel zu erforschen und zu verstehen, wenn es um die Kriminalität und die Strafen in der Schweiz geht. Die Geschichten hinter den Zahlen sind oft die, die uns wirklich zum Nachdenken bringen.