In Glarus hat die Schulanlage Erlen eine umfassende Transformation durchlebt, die nicht nur bauliche Veränderungen mit sich brachte, sondern auch eine neue Ära des Lernens einläutete. Nach dreieinhalb Jahren intensiver Bauzeit, während der der Schulbetrieb unermüdlich weiterlief, ist das Großprojekt nun erfolgreich abgeschlossen. Der Gemeinderat zieht eine durchweg positive Bilanz und kann stolz darauf sein, dass alles innerhalb der bewilligten Verpflichtungskredite abgeschlossen wurde. Mit Gesamtkosten von 13,1 Millionen Franken (ja, da hat sich die Planung wirklich gelohnt) blieb das Projekt sogar unter Budget!
Die Schulanlage bietet jetzt eine moderne, sichere und barrierefreie Infrastruktur. Wer hätte gedacht, dass eine Sanierung so viel frischen Wind bringen kann? Neue Lernlandschaften und Gruppenräume wurden geschaffen, die das offene und kollaborative Lernen fördern. Auch für die Tagesbetreuung gibt es jetzt passende Räume, und die barrierefreien Sanitäranlagen sowie zwei Aufzüge machen den Zugang für alle möglich. Ein Highlight ist die installierte Photovoltaikanlage, die mit einer Leistung von 117 Kilowattpeak nicht nur umweltfreundlich ist, sondern auch einen Beitrag zur Energiewende leistet.
Flexible Raumgestaltung als Schlüssel zum Lernerfolg
Doch was wäre eine moderne Schule ohne innovative Raumkonzepte? Die Erkenntnis, dass die Gestaltung des Raumes eng mit dem Lernerfolg verknüpft ist, wird immer deutlicher. Untersuchungen zeigen, dass flexible Lernumgebungen nicht nur die Unterrichtsstrategien verbessern, sondern auch das vertiefte Lernen unterstützen. John Hattie stellte bereits 2009 fest, dass es einen signifikanten Zusammenhang zwischen flexiblen Räumen und wirksamen Unterrichtsmethoden gibt. Diese Erkenntnisse sind nicht nur theoretischer Natur – eine Studie aus dem Jahr 2021 belegt, dass Lehrkräfte flexible Raumgestaltungen bevorzugen.
Die Erlen-Schule hat sich diesem Trend angeschlossen. Die Räume sind anpassbar, was bedeutet, dass das Mobiliar leicht verschoben werden kann, um verschiedene Lernsettings zu ermöglichen. Hierbei können ganz neue Lerninseln entstehen: von Rückzugsorten bis hin zu offenen Kreisen für Diskussionen. Das alles soll den Schülern helfen, ihre individuellen Bedürfnisse zu erfüllen und eigenverantwortliches Lernen zu fördern. Man kann sich das wie eine Art „Lernspielplatz“ vorstellen, wo jeder seinen Platz findet.
Der Raum als dritter Pädagoge
Ein interessantes Konzept, das in diesem Zusammenhang immer wieder auftaucht, ist der Begriff „Raum als dritter Pädagoge“. Ursprünglich von Loris Malaguzzi, einem der Begründer der Reggio-Pädagogik, geprägt, beschreibt er, wie die Architektur einer Schule das Lernen unterstützen kann. Offene Räume, die bereits in den 1960er und 1970er Jahren erprobt wurden, erleben ein Comeback und zeigen, dass der Raum selbst eine aktive Rolle im Bildungsprozess spielt.
Wir leben in einer Zeit, in der 65% der Kinder, die heute in die Grundschule kommen, Berufe ergreifen werden, die es noch gar nicht gibt. Da ist es umso wichtiger, dass Schulen ihren Schülern nicht nur Wissen vermitteln, sondern auch die Fähigkeiten, die sie in einer dynamischen Zukunft brauchen werden. Flexible Schulräume, die sowohl kooperatives als auch individuelles Lernen fördern, sind ein Schritt in die richtige Richtung. In Glarus hat man das erkannt und setzt auf moderne Architektur, die den Anforderungen der heutigen Bildungslandschaft gerecht wird.
Die Schulanlage Erlen ist somit nicht nur ein Gebäude, sondern ein Ort, der Lernende und Lehrende auf eine kreative und zukunftsorientierte Weise zusammenbringt. Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich diese neuen Konzepte in der Praxis bewähren und welche Lernerfolge daraus entstehen. Wer weiß, vielleicht haben wir hier die Schule der Zukunft vor uns!