In Glarus gibt es Orte, die tief in den Erinnerungen verwurzelt sind, und einer dieser besonderen Plätze ist der CD-Laden «Ex Libris». Der Autor dieser Zeilen hat seine Kindheit mit vielen Besuchen in diesem Laden verbracht, oft begleitet von seiner Mutter und seinem Bruder. Erinnerungen an die Zeit im «Ex Libris» sind nicht nur nostalgisch, sie sind auch voll von kleinen Freuden. Besonders die Pumuckl-CDs hatten es ihm angetan; alle 26 Geschichten wurden eifrig gesammelt. Jedes Mal, wenn sie den Laden betraten, wurde er von der freundlichen Verkäuferin mit einem Heliumballon begrüßt. Diese bunten Luftballons wurden oft für den Vater in den Himmel steigen gelassen, manchmal auch mit Zeichnungen, die als kleine Grußbotschaften dienten.
Der Duft von frischem Papier und Plastik, der im Laden in der Luft lag, erinnerte ihn an die Atmosphäre einer Buchhandlung. Solche Erlebnisse sind unbezahlbar und prägen das Bild von Heimat und Geborgenheit. Eine weitere prägende Erinnerung stammt von einer Shoppingtour mit einer ehemaligen besten Freundin aus der Primarschule, bei der der «Ex Libris» der erste Halt war. An diesem kalten Herbst- oder Wintertag wurden Krimskrams und Handwärmer gekauft, um sich gegen die Kälte zu wappnen.
Die Bedeutung von «Ex Libris»
Für viele Glarner ist der «Ex Libris» mehr als nur ein Laden; er ist ein Teil der Gemeinschaft. Solche Geschäfte bieten nicht nur Produkte an, sondern auch Erlebnisse und Erinnerungen. Der Verlust eines solchen Ortes hinterlässt oft eine Lücke, die nicht so leicht zu füllen ist. Die Schließung von „Ex Libris“ ist ein Zeichen des Wandels in der Einkaufslandschaft, die sich zunehmend digitalisiert.
Die Menschen in Glarus haben eine enge Bindung an ihre Geschäfte. Diese lokalen Läden sind nicht nur Einkaufsstätten, sondern auch soziale Treffpunkte, an denen Geschichten erzählt und Erinnerungen geteilt werden. In einer Zeit, in der Online-Shopping immer beliebter wird, könnte es sein, dass wir die menschliche Komponente verlieren, die mit einem persönlichen Einkaufserlebnis verbunden ist. Solche persönlichen Geschichten sind es, die das Einkaufen in Glarus lebendig machen und den Charme der Stadt unterstreichen.
Wir alle tragen unsere eigenen Erinnerungen an besondere Orte in uns, und es ist wichtig, sie auch in Zukunft zu pflegen. Auch wenn der «Ex Libris» nicht mehr da ist, bleibt die Erinnerung an die schönen Momente lebendig. Vielleicht können wir uns gemeinsam dafür einsetzen, dass andere lokale Geschäfte weiterhin bestehen bleiben und uns auch in Zukunft mit ihren Geschichten und Erlebnissen bereichern.