In Glarus Süd ist die Lage nach den verheerenden Erdrutschen angespannt. Ein Bundesgerichtsurteil hat nun entschieden, dass zwei betroffene Unternehmen ihre Schäden zivilrechtlich geltend machen müssen, da eine Staatshaftungsklage gegen die Gemeinde nicht möglich ist. Diese Entscheidung folgt auf einen Hangrutsch im Dezember 2020, bei dem die Firmen argumentierten, die Maßnahmen der Gemeinde seien unzureichend gewesen. Doch die Situation eskalierte weiter: Ein weiterer Hangrutsch im August 2023 führte zu erheblichen Schäden an mehreren Gebäuden und der Kündigung von Mietverträgen.

Die betroffenen Unternehmen fordern nun einen Schadenersatz von insgesamt 900.000 Franken. Der jüngste Hangrutsch verursachte das Eindringen von Erdreich, Schlamm und Wasser in das Erdgeschoss eines Fabrikgebäudes. Die Gemeinde reagierte sofort mit einem Betretungsverbot, was für die Firmen zu Mietzinsausfällen führte. Das Urteil des Bundesgerichts, mit der Nummer 2C_552/2025, wurde am 19. März 2026 veröffentlicht.

Überforderung der Behörden

Die Behörden in Glarus Süd berichten von einer Überlastung, die durch die jüngsten Erdrutsche ausgelöst wurde. Am Dienstagabend wurden in Schwanden 30.000 Kubikmeter Geröll abgelagert – das entspricht dem Volumen von etwa 30 Einfamilienhäusern. Tragischerweise sind 38 Liegenschaften zerstört worden, jedoch kam es dank rechtzeitiger Evakuierungen zu keinen Personenschäden.

Die Evakuierung betraf rund 100 Personen, für die die Behörden nun nach Unterkünften suchen. Gemeindepräsident Hansruedi Forrer bedauert die Situation der Evakuierten, die nicht zu ihren Häusern zurückkehren dürfen, da die Lage nach wie vor unsicher ist. Außerdem könnte es zu Verzögerungen bei Postzustellungen kommen; die Betroffenen müssen ihre Briefe und Pakete vorübergehend in der Poststelle abholen. Experten schätzen, dass sich noch 60.000 bis 90.000 Kubikmeter Rutschmasse am Hang im Gebiet Wagenrunse befinden, was die Gefahr weiterer Rutschungen erhöht.

Ausblick und Herausforderungen

Die Rutschung in der Wagenrunse besteht aus zwei Teilrutschungen, die sich gegenseitig beeinflussen. Die Hauptursache für die Rutschung ist das Wasser in der Lockermasse, wobei Bäche aus der Rutschung heraus auftreten. Die Behörden beobachten die Lage genau und warnen vor möglichen Szenarien, die von weiteren großen Murgängen bis hin zu vielen kleinen Murgängen reichen könnten, die ebenfalls Schäden verursachen könnten.

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Bis Donnerstag gab es glücklicherweise noch keine größeren Ereignisse, jedoch bleibt unklar, wie lange die Evakuierung andauern wird und ob weitere Rutschungen bevorstehen. In der Zwischenzeit hat die Hilfsstiftung Glarus Süd ein Spendenkonto eingerichtet, um finanzielle Hilfe für die Betroffenen bereitzustellen. Die Situation in Glarus bleibt angespannt, und die Verantwortlichen arbeiten mit Hochdruck daran, die Lage zu stabilisieren und die Sicherheit der Bevölkerung zu gewährleisten.