Biodiversität im Aufbruch: Glarus gestaltet grüne Oasen für Mensch und Tier
Heute ist der 2.07.2026 und in Glarus tut sich etwas Bahnbrechendes im Bereich der öffentlichen Grünflächen. Der Kanton hat den ersten Schritt zur Umsetzung seiner Biodiversitätsstrategie gemacht. Das Ziel? Mehr Vielfalt und weniger Einfalt! So wird nicht nur die Artenvielfalt gefördert, sondern auch die Schönheit der Landschaften verbessert. Wer jetzt denkt, das sei nur ein weiteres ökologisches Projekt, der irrt sich. Hier wird mit Leidenschaft und Hingabe an die Natur gearbeitet.
Ein zentrales Element dieser Strategie ist die Unterstützung für Gemeinden, Werkhöfe und Gartenfirmen. Durch spezielle Kurse zum ökologischen Unterhalt und ein neues Handbuch wird Wissen vermittelt, das es den Teilnehmenden ermöglicht, naturnähere Pflegepraktiken anzuwenden. Im Juni 2026 fanden bereits zwei solcher Kurse statt, bei denen Mitarbeitende der kommunalen Werkhöfe und des Strassenunterhaltsdienstes ihr Wissen aufgefrischt haben. Und das ist erst der Anfang! Weitere Kurse sind bereits für den Herbst und das kommende Jahr in Planung.
Ökologische Pflege – Ein Gewinn für alle
Ein besonders anschauliches Beispiel für die positiven Effekte dieser Maßnahmen findet sich auf dem Friedhof in Schwanden. Hier wurde eine Blumenwiese angelegt, die nicht nur schön anzusehen ist, sondern auch Feldgrillen anzieht. Ein echter Magnet für die Biodiversität! Denn oft sind die Mähintervalle in Siedlungsgebieten so häufig, dass sie zu artenarmen Flächen führen – die sogenannten „grünen Wüsten“. Aber das kann sich ändern! Naturnah gepflegte Grünflächen können die ökologische Vernetzung fördern und den Tieren einen Lebensraum bieten.
Andreas Kunz, der Kursleiter, betont die Wichtigkeit dieser Grünflächen als Trittsteine zur Vernetzung von Biotopen. Die Teilnehmenden lernen nicht nur, artenreiche Blumenwiesen zu erkennen, sondern auch, wie sie diese gezielt fördern können. Angepasste Pflege, wie der richtige Schnittzeitpunkt oder das Anlegen von Rückzugsstreifen, kann entscheidend sein, um Nahrungs- und Rückzugsräume für Tiere zu schaffen. Der Kanton überprüft zudem die Pflege seiner eigenen Grünflächen, um die Artenvielfalt weiter zu erhöhen.
Artenschutz an Strassen und Wegen
Besonders spannend ist auch die Arbeit des kantonalen Strassenunterhaltsdienstes. Mitarbeiter haben an einem Kurs zur ökologischen Pflege von Strassenböschungen und Wegrändern teilgenommen. Monika Orler, die Kursleiterin, zeigte den Teilnehmenden mehrere Orchideenarten, die entlang einer Straße wachsen können. Diese nährstoffarmen Lebensräume haben ein hohes Potenzial für Artenvielfalt, wenn sie richtig gepflegt werden. Aber Vorsicht! Ein zu früher Schnitt oder das Mulchen kann negative Auswirkungen auf die Tierarten und Pflanzen haben.
Im Frühling wurde frisches Schnittgut einer artenreichen Blumenwiese auf einer monotonen Rabatte in Glarus ausgebracht. Der langfristige ökologischen Unterhalt soll dazu führen, dass sich hier eine wertvolle Blumenwiese entwickeln kann. Der Kanton plant zudem weitere Flächenaufwertungen, um die Lebensräume noch attraktiver zu gestalten. Wer mehr über diese ökologischen Maßnahmen erfahren möchte, findet alle Informationen im Handbuch zum ökologischen Unterhalt.
