In Glarus stehen Veränderungen an: Die regierungsrätliche Kommission für Strukturverbesserungen und Betriebshilfen in der Landwirtschaft hat beschlossen, die Anforderungen an die Vergabe von Krediten und Beiträgen zu verschärfen. Ziel dieser Maßnahme ist es, die knappen finanziellen Mittel gezielt zur Steigerung der Wertschöpfung der Glarner Landwirtschaftsbetriebe einzusetzen. Strukturverbesserungsmaßnahmen sind ein elementarer Bestandteil der Agrarpolitik, und sowohl der Bund als auch der Kanton unterstützen die Landwirtschaftsbetriebe bei Gesuchen um Investitionshilfen für landwirtschaftliche Hochbauten sowie Betriebshilfedarlehen.
Nach dem 30. Juni 2026 müssen alle neuen Gesuche strenge Kriterien zur betriebswirtschaftlichen Erfahrung, Wirtschaftlichkeit und Finanzierbarkeit erfüllen. Eine detaillierte Richtlinie wird die neuen Anforderungen erläutern. Um die Liquidität im Fonds de Roulement sicherzustellen, wurden zudem Maßnahmen wie die Kürzung der Kredite und verkürzte Laufzeiten beschlossen. Diese Schritte sollen eine zügige Bearbeitung von Kreditgesuchen ohne zusätzliche Wartefristen ermöglichen und gewährleisten, dass aktuelle Rückzahlungen von Investitionskrediten und Betriebshilfedarlehen in neue Kredite reinvestiert werden können.
Neue Fördermöglichkeiten ab 2025
Ab Juli 2025 wird die „Agrar-Bürgschaft“ fortgeführt, die eine wichtige finanzielle Unterstützung für kleine und mittlere Agrarbetriebe darstellt. Der Europäische Investitionsfonds (EIF) gewährt eine Rückgarantie von 50 Prozent über 75 Millionen Euro, was eine Finanzierung von bis zu 300 Millionen Euro ermöglicht. Die Deutschen Bürgschaftsbanken werden ab diesem Zeitpunkt Kredite an landwirtschaftliche KMU mit einer Bürgschaftsquote von bis zu 70 Prozent für Darlehen bis 1,071 Millionen Euro absichern.
Diese neuen Förderinstrumente zielen darauf ab, die Agrarwirtschaft in Deutschland und darüber hinaus zu stärken, indem sie den Betrieben helfen, Herausforderungen wie den demografischen Wandel, die Energiewende und die Digitalisierung zu meistern. Kleine und mittlere Agrarbetriebe sind nicht nur für die Ernährungssicherheit von Bedeutung, sondern auch für die regionale Wertschöpfung und die Schaffung von Arbeitsplätzen. Finanzielle Investitionen sind unabdingbar für innovative Technologien, ökologische Umstellungen und Betriebsübergaben.
Ein Ausblick auf die Zukunft
Die neuen Rahmenbedingungen und Fördermöglichkeiten sind ein Schritt in die richtige Richtung, um eine widerstandsfähige Landwirtschaft zu fördern, die ökologisch, wirtschaftlich und sozial nachhaltig agiert. Mit dem InvestEU-Programm werden private und öffentliche Mittel gebündelt, um eine höhere Risikotragfähigkeit und einen größeren Finanzierungsrahmen für Agrarbetriebe zu ermöglichen. Die Bürgschaftsbanken reagieren dabei flexibel auf lokale Herausforderungen und unterstützen die Existenzsicherung, Innovation, Digitalisierung und Betriebsübernahmen in der Landwirtschaft.
Insgesamt zeigt sich, dass sowohl der Kanton Glarus als auch die europäischen Institutionen bestrebt sind, einen stabilen Rahmen für die Landwirtschaft zu schaffen, der nicht nur den aktuellen Bedürfnissen gerecht wird, sondern auch zukunftsorientiert ist. Die Veränderungen in der Agrarfinanzierung könnten entscheidend dazu beitragen, die Glarner Landwirtschaft auf ein neues Level der Wertschöpfung zu heben.