In einer Zeit, in der das Klima immer drängender ins Bewusstsein rückt, melden sich die Zürcher Grünen zu Wort und fordern ein Werbeverbot für Flugreisen in der Stadt. Das Ziel? Die Treibhausemissionen bis 2040 auf netto Null zu senken. Ein ambitioniertes Vorhaben, das nicht nur auf Plakaten, sondern auch in den Bahnhöfen und in den öffentlichen Verkehrsmitteln sichtbar werden soll. Die Werbung für klassische Flugangebote und die verlockenden Ferien in Übersee, ja sogar die lukrativen Vielfliegerprogramme, könnten bald der Vergangenheit angehören. Ein Viertel der Emissionen, die die Zürcher Bevölkerung verursacht, sind indirekt durch Flugreisen bedingt – das ist schon eine Hausnummer!
Doch versteht sich das nicht als Verbot des Fliegens an sich. Tatsächlich betonen die Grünen, dass es nicht darum geht, der Bevölkerung vorzuschreiben, was sie tun soll. Vielmehr ist der Fokus auf ein Umdenken im Reiseverhalten gerichtet, insbesondere bei Reisen innerhalb Europas. In dieser Hinsicht ist die Diskussion um das Werbeverbot nur ein Baustein in einem viel größeren Puzzle. Der Schweizer Reise-Verband (SRV) sieht in dieser Maßnahme einen unverhältnismäßigen Eingriff in den Wettbewerb. Der SRV argumentiert, dass ein Werbeverbot den Flugverkehr nicht wirklich reduzieren würde, sondern nur die Sichtbarkeit legaler Angebote einschränkt. Ein bisschen wie der Versuch, den Wind mit einem Schirm zu bremsen, oder?
Die Faktenlage
Es gibt handfeste Gründe für diese Diskussion: Zürcherinnen und Zürcher fliegen im Durchschnitt mehr als 10’000 Kilometer pro Jahr. Das ist nicht nur ein bisschen – das sind gewaltige 10’500 Kilometer pro Kopf, was einem Hin- und Rückflug nach Dubai entspricht. Und das bringt ordentlich CO₂ mit sich. Tatsächlich verursachen diese Flugreisen mehr CO₂-Emissionen als der gesamte Energieverbrauch der Stadt. Da fragt man sich: Geht das wirklich so weiter? Die direkten CO₂-Emissionen liegen bei etwa 2.2 Tonnen pro Person und sind seit 1990 um 20% gestiegen. Die Stadtverwaltung sieht die Emissionen aus dem Luftverkehr als strukturelles Problem, nicht als bloßes Unwissen der Bevölkerung.
Das Fliegen ist relativ günstig und für viele zugänglich, verstärkt durch die hohe Kaufkraft in der Schweiz und die zahlreichen internationalen Verbindungen. Und so wird der Luftverkehr zum Sorgenkind in der Klimadebatte. Um dem entgegenzuwirken, versucht die Stadt, das Bewusstsein der Bevölkerung zu schärfen und Alternativen wie den Schienenverkehr zu fördern. Irgendwie verständlich, oder? Die Schweiz hat ohnehin hohe CO₂-Emissionen – 2023 betrugen diese etwa 13.3 Tonnen pro Person, eine der höchsten Raten weltweit.
Klimapolitik im Fokus
Der Klimawandel ist nicht nur ein Schlagwort, sondern eine ernsthafte Bedrohung für unseren Wohlstand und die natürlichen Lebensgrundlagen. Die Schweiz hat sich zum Ziel gesetzt, die Treibhausgasemissionen bis 2050 auf netto Null zu reduzieren. Das ist kein reines Lippenbekenntnis, sondern Teil des Klima- und Innovationsgesetzes, das konkrete Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels vorsieht. Das Bundesamt für Umwelt koordiniert diese Klimapolitik und kümmert sich um die Umsetzung von Klimaschutz-Instrumenten.
Die Grüne Idee, Flugreisen über Werbung ins Bewusstsein zu rücken, ist also nur ein kleiner Teil eines viel größeren Ganzen. Ein Umdenken ist gefragt, nicht nur in Zürich, sondern überall. Die Frage bleibt: Wie wird sich unser Reiseverhalten in Zukunft entwickeln? Und ob das Werbeverbot wirklich der richtige Weg ist, um einen nachhaltigen Wandel zu fördern, muss sich erst noch zeigen. Die Diskussion, sie hat gerade erst begonnen.