Heute ist der 7.05.2026 und ich sitze hier in Genf, um über ein Thema zu schreiben, das uns alle betrifft: den Wandel in den Innenstädten der Schweiz. Man könnte meinen, das wäre ein schleichender Prozess, aber die Entwicklungen gehen geradezu rasant vonstatten. Non-Food-Läden verlieren an Bedeutung. Ja, das klingt jetzt nicht gerade nach einer guten Nachricht für die Innenstadt. Doch die Gründe sind vielfältig und vor allem im digitalen Zeitalter nicht verwunderlich.

Der Onlinehandel hat sich in den letzten Jahren wie ein unaufhaltsamer Zug durch die Landschaft gefressen. Das veränderte Konsumverhalten der Menschen ist dabei der Hauptgrund. Immer mehr Käufe werden bequem vom Sofa aus getätigt, und die Umsätze im stationären Detailhandel? Die sind seit 2010 gerade mal um etwa 4 Prozent gestiegen. Im Gegensatz dazu ist der private Konsum in der Schweiz real um mehr als 22 Prozent gewachsen. Irgendwie paradox, oder?

Ein Blick auf die Zahlen

Besonders auffällig ist der Rückgang der Umsätze pro Kopf und pro Quadratmeter Verkaufsfläche – um rund 9 Prozent seit 2010. Und während die Gastronomiebetriebe zwischen 2019 und 2025 um 6 Prozent zunehmen werden, sinkt die Zahl der Non-Food-Läden um 7 Prozent. Das ist wie ein schleichendes Gift für die Innenstadt. Die Menschen suchen nach Erlebnissen, nach Orten, an denen sie verweilen können. Die Innenstädte verwandeln sich von logistischen Versorgungspunkten zu sozialen Erlebnislandschaften. Und das ist nicht nur in Genf zu beobachten, sondern auch in Großstädten wie Zürich.

Ein weiterer Aspekt, der nicht zu ignorieren ist: Die Digitalisierung bringt nicht nur Herausforderungen mit sich, sondern auch Chancen. Eine interessante Studie von Wüest & Partner zeigt, dass die Gastronomie und Convenience-Läden von diesem Wandel profitieren. Die Nachfrage nach Beauty-Dienstleistungen boomt, und es gibt sogar einen Zuwachs bei Psychotherapie- und Physiotherapiepraxen sowie Fitnesszentren. Irgendwie tröstlich, dass nicht alles verloren ist.

Die Rolle der Unternehmen im Wandel

Doch was bedeutet das für die Handelsunternehmen selbst? Laut Deloitte ist der Strukturwandel im Handel nicht nur ein Trend, sondern eine Notwendigkeit. Sie betonen, dass Leadership Commitment und technologische Unterstützung entscheidend sind, um in dieser neuen Welt zu bestehen. Unternehmen müssen sich flexibel aufstellen, um den Herausforderungen des Wandels zu begegnen. Und das bedeutet auch, Kooperationen einzugehen, um Synergien zu schaffen. Ansonsten könnte man schnell ins Hintertreffen geraten.

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Die Frage bleibt: Wie geht man mit dieser radikalen Veränderung um? Die Antwort ist nicht einfach. Aber der Schlüssel liegt darin, die richtigen Entscheidungen zu treffen und den Wandel aktiv zu gestalten. Es ist ein Balanceakt, der wohl viele Unternehmen in naher Zukunft beschäftigen wird.

Die Innenstädte in der Schweiz sind also in Bewegung. Die Menschen wollen nicht nur kaufen, sie wollen erleben. Die Gastronomie boomt, während die Non-Food-Läden zurückgehen. Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich diese Trends weiterentwickeln werden. Vielleicht wird die Innenstadt bald ein Ort des Miteinanders und der sozialen Interaktion sein, ganz anders als wir es bisher kannten.