Am 12. Mai ist es wieder soweit – der Schweizer Aktionstag für Betroffene von Myalgischer Enzephalomyelitis (ME) steht vor der Tür. Ein Anlass, der nicht nur die Sichtbarkeit dieser wenig erforschten Krankheit erhöhen möchte, sondern auch die Stimmen der Betroffenen hörbar machen will. Dies geschieht auf eindrucksvolle Art und Weise: Rund um die Schweiz werden Sehenswürdigkeiten in einem strahlenden Blau angestrahlt. Ein Licht der Hoffnung, so könnte man sagen, und das unter dem Titel #LightUpTheNight4ME. Es ist die 13. Auflage dieser Aktion, und dabei werden auch in unserer schönen Region Basel einige bekannte Orte in das blaue Licht getaucht.
Zu den angestrahlten Sehenswürdigkeiten zählt der Tinguely-Brunnen in Basel – ein tolles Bild, das sicher viele Passanten anziehen wird. Aber auch der Jet d’eau in Genf, der Berner Kursaal und das Stockalperschloss in Brig werden in diesem Jahr in der blauen Farbe erstrahlen. Diese Aktion ist nicht nur ein visuelles Spektakel, sondern ein Zeichen für die rund 80.000 Menschen in der Schweiz, die an ME leiden. Diese schwere neuroimmunologische Erkrankung – oft als die schwerste Form von Long Covid bezeichnet und ähnlich dem Chronischen Fatigue Syndrom – kann zu massiven Einschränkungen führen. Viele Betroffene sind in ihrem Alltag stark beeinträchtigt und können selbst die kleinsten sensorischen Reize nicht ertragen. Licht, Geräusche, Berührungen – für sie kann das alles zur Qual werden.
Ein Lichtblick für die Betroffenen
Es ist wichtig, den Betroffenen eine Plattform zu geben, um auf ihre Situation aufmerksam zu machen. ME bleibt oft unzureichend in Sozialversicherungen anerkannt, was zu einem großen Gefühl der Isolation führt. Diese Aktion will genau das ändern. Sie soll Bewusstsein schaffen und den Betroffenen eine Stimme geben, die oft im Alltag überhört wird. Die blauen Lichter, die an diesem Tag leuchten, sind nicht nur ein Zeichen der Solidarität, sondern auch ein Aufruf zur Veränderung.
Doch wie geht es den Betroffenen eigentlich? Viele von ihnen kämpfen täglich mit Symptomen, die nicht nur körperlich, sondern auch psychisch belastend sind. Schlafstörungen, Fatigue, Schmerzen und kognitive Probleme sind nur einige der Herausforderungen, mit denen sie konfrontiert sind. Die medikamentöse Therapie ist oft ein Balanceakt: Es gilt, eine Prioritätsliste zu erstellen, die Hauptsymptome zu besprechen und dann schrittweise neue Medikamente einzuführen. Dabei ist es entscheidend, die Verträglichkeit der Medikamente zu überprüfen, da viele Patienten unter multiplen Arzneimittel-Unverträglichkeiten leiden. Die Behandlung von ME erfordert ein hohes Maß an individueller Anpassung und Geduld.
Ein Aufruf zur Unterstützung
Die blauen Lichter am Aktionstag sind also mehr als nur eine schöne Lichtshow. Sie stehen für den Kampf um Anerkennung und Unterstützung. Es ist ein Appell an die Gesellschaft, die Bedürfnisse der Betroffenen ernst zu nehmen und ihnen die Hilfe zukommen zu lassen, die sie dringend benötigen. In einer Welt, wo Gesundheitsprobleme manchmal nur am Rande erwähnt werden, ist es wichtig, dass wir nicht wegschauen. Die Teilnehmer an dieser Aktion zeigen, dass sie bereit sind, sich für die Sichtbarkeit der Betroffenen einzusetzen. Es ist ein Schritt in die richtige Richtung, und wir können nur hoffen, dass dieser Tag viele dazu inspiriert, sich ebenfalls für die Belange von Menschen mit ME zu engagieren.
Wenn Sie am 12. Mai unterwegs sind, halten Sie Ausschau nach den blauen Lichtern und denken Sie an die Menschen, die damit repräsentiert werden. Es ist eine Gelegenheit, die eigene Wahrnehmung zu schärfen und vielleicht auch ein wenig mehr über ME zu erfahren. Lassen Sie uns gemeinsam ein Licht für die Betroffenen zünden!