Schweizer Mietmarkt im Wandel: Chancen und Herausforderungen für Mieter
In der Schweiz tut sich einiges auf dem Mietwohnungsmarkt. Es scheint, als ob die Zeiten der rasanten Veränderungen endlich ein wenig ruhiger werden. Auf nationaler Ebene sind die Meldungen über den Mietwohnungsmarkt durchweg positiv: Die durchschnittliche Insertionszeit für Wohnungsinserate beträgt nun 24 Tage. Das klingt erst mal nicht viel, doch in Städten wie Zürich sind Wohnungen im Schnitt nur 12 Tage online. In Chur sind es sogar nur 11 Tage. Wenn man sich die Zahlen aus Winterthur (13 Tage) und Luzern (15 Tage) ansieht, wird klar, dass der Wohnungsmarkt ziemlich dynamisch ist. Im Gegensatz dazu bleibt Genf mit einer Laufzeit von 16 Tagen hinter dem Schweizer Durchschnitt zurück.
Doch nicht alles ist rosig. In einigen Städten wie Lugano und Neuenburg sinkt die Nachfrage, was die Inserate länger auf dem Markt verweilen lässt. Insgesamt gibt es 17’000 Inserate weniger als im Vorjahr, was einem Rückgang von 4 Prozent entspricht. Besonders stark betroffen sind die Kantone Uri (-19%), Schaffhausen (-15%), Zug (-14%) und Genf (-14%). Es ist ein bisschen wie ein Spiel von „Wer hat das längste Warten?“ – und dabei hat Zürich die Nase vorne mit einer sinkenden Insertionsdauer von 17 auf 14 Tage.
Preisanstieg und Wohnungsengpass
Die Gründe für diese Entwicklungen sind vielfältig und hängen eng mit wirtschaftlichen Faktoren zusammen. Viele Mieter ziehen es vor, in ihren bestehenden Wohnungen zu bleiben, da die neuen Mieten oft teurer sind. Und das ist kein Wunder, wenn man die Prognosen für 2025 betrachtet. Die Angebotsmieten für neu ausgeschriebene Wohnungen werden voraussichtlich einen historischen Höchststand erreichen. In Städten wie Zürich wird für eine 4-Zimmer-Wohnung ein Medianpreis von CHF 2’680 erwartet – das entspricht einem Anstieg von 18,4% seit 2020. Auch Genf (CHF 2’520) und Zug (CHF 2’440) zeigen beachtliche Zuwächse.
Basel, wo wir uns gerade befinden, wird ebenfalls teurer: Ein 4-Zimmer-Wohnung kostet hier im Median CHF 2’020, was einem Anstieg von 12,2% entspricht. Komisch, oder? Man fragt sich, wo das alles hinführen soll. Die Bestandsmieten sind zwar deutlich niedriger als die Angebotsmieten, aber ein Umzug kann die Miete um bis zu 30% erhöhen. Das gibt einem schon zu denken. Zudem hat der hypothekarische Referenzzinssatz, der 2023 erstmals seit über 15 Jahren angehoben wurde, auch Auswirkungen auf die Mietpreise. Eine Erhöhung von 1,25% auf 1,75% Ende 2024 hat zu Mieterhöhungen zwischen 3 und 6% geführt.
Politische Diskussionen und Lösungsansätze
Und dann ist da noch die Leerwohnungsziffer, die 2025 bei 1,03% lag – in Zürich sogar nur bei 0,06%. Das ist ein klarer Indikator dafür, dass die Nachfrage nach Wohnungen das Angebot weit übersteigt. Rund 48’000 neue Wohnungen wurden 2025 fertiggestellt, während man 52’000 bis 55’000 hätte brauchen können. Das stellt die Politik vor Herausforderungen. Diskutiert wird über gemeinnützigen Wohnungsbau, Verdichtung, Einschränkungen für Airbnb und Anpassungen im Mietrecht. Doch die Frage bleibt: Können diese Maßnahmen den Druck auf den Wohnungsmarkt wirklich spürbar lindern?
Insgesamt ist der Wohnungsmarkt in der Schweiz also ein spannendes, aber auch herausforderndes Pflaster. Die Entwicklungen werden weiter mit Spannung verfolgt. Ob die Mieter in Zukunft entspannter wohnen können? Das bleibt abzuwarten.
