Heute ist der 31. Mai 2026 und es gibt Neuigkeiten aus Genf, die sowohl die Transports publics genevois (TPG) als auch die Mobilitätslandschaft in der Region betreffen. Der Verwaltungsrat hat kürzlich zwei neue Mitglieder in die Direktion berufen, was auf eine spannende Zeit für den öffentlichen Verkehr hinweist.
Gilles Kraft wird ab dem 1. September 2026 die Rolle des Direktors Betrieb übernehmen. Seine Aufgabe? Alle operativen Aktivitäten des TPG-Netzes zu leiten! Über 1.800 Mitarbeitende, hauptsächlich Fahrer, werden unter seiner Aufsicht arbeiten. Was für eine Verantwortung! Der 44-Jährige bringt einen beeindruckenden akademischen Hintergrund mit: einen Master of Science von der Universität Genf, Abschlüsse in Aviation Management und Business Analytics. Vor seiner neuen Herausforderung war er Regionaldirektor bei ISS in Genf und hat auch bei Genève Aéroport sowie Swissport in leitenden Positionen gewirbelt.
Technik trifft auf Strategie
Am 1. Oktober 2026 wird Nicolas Amoudruz als Direktor Technik die Zügel übernehmen. Seine Mission? Eine Strategie für den Unterhalt und die Erneuerung der Fahrzeugflotte sowie der Infrastruktur und Gebäude zu entwickeln – eine nicht zu unterschätzende Aufgabe in Zeiten, in denen Nachhaltigkeit und Effizienz immer wichtiger werden. Der 47-Jährige hat Maschinenbau an der EPFL studiert und sich am MIT und IMD weitergebildet. Bevor er zu TPG kam, war er Vice President Operations Transformation bei LEMO, wo er strategische Veränderungen in mehreren Werken weltweit vorantrieb.
Diese Ernennungen sind nicht einfach so aus dem Hut gezaubert worden. Ein Auswahlkomitee, bestehend aus Vertretern des Verwaltungsrats und der Geschäftsführung, hat die Rekrutierungsprozesse mit professioneller Unterstützung durchgeführt. Ein entscheidender Schritt, um sicherzustellen, dass die richtigen Köpfe an den richtigen Stellen sind!
Die Herausforderungen der Mobilitätsbranche
<pWährend diese neuen Direktoren ihre Ämter antreten, steht die Mobilitätsbranche vor großen Herausforderungen. Der öffentliche Verkehr ist nicht nur ein zentraler Bestandteil unserer Infrastruktur, sondern auch entscheidend für die Erreichung der Klimaziele im Verkehrssektor. Bis 2030 sollen die Kapazitäten im Bus- und Bahnverkehr um ein Drittel steigen. Und das ist nicht nur ein Lippenbekenntnis: Bis zu 110.000 neue Beschäftigte müssen eingestellt werden, um den steigenden Anforderungen gerecht zu werden.
Ein Fachkräftemangel droht, denn bald werden rund 80.000 Beschäftigte, vor allem Baby Boomer, in den Ruhestand gehen. Das bedeutet, dass im öffentlichen Nahverkehr aktuell 20.000 Busfahrer und 3.000 Triebfahrzeugführer fehlen. In Deutschland, wo die Lage ähnlich ist, sind etwa 100.000 Busfahrer und 40.000 Triebfahrzeugführer im Schienenverkehr tätig. Die demografische Entwicklung macht es also nötig, neue Wege zu finden, um junge Talente für diese Berufe zu begeistern.
Die TPG stehen also nicht nur vor der Herausforderung, ihre neuen Direktoren erfolgreich einzuführen, sondern auch vor der Aufgabe, die Mobilität in Genf zukunftssicher zu gestalten. Es bleibt abzuwarten, wie sich diese Veränderungen auf die Stadt und ihre Bürger auswirken werden.