Heute ist der 31.05.2026 und ich sitze hier in Genf, wo die Medizin einmal mehr eine beachtliche Wende genommen hat. Am Universitätsspital Genf (HUG) und drei französischen Spitälern hat ein Transplantations-«Quartett» stattgefunden – und das ist nicht einfach nur ein medizinischer Fachbegriff, sondern eine Premiere, die man als kleinen Meilenstein in der Nierentransplantation bezeichnen könnte. Der leitende Arzt am HUG, Fadi Haidar, hat das Quartett als Wendepunkt bezeichnet. Vier Nieren wurden gleichzeitig transplantiert! Das ist schon ziemlich beeindruckend, oder? Man könnte sagen, es ist wie ein gut eingespieltes Orchester, bei dem alles stimmen muss.
Seit 2021 ist in der Schweiz die Kreuzspende bei der Organtransplantation erlaubt. Das bedeutet, dass unverträgliche Spender- und Empfänger-Paare anonym zusammengeführt werden, um verträgliche Kombinationen zu bilden. Das hat nicht nur den Vorteil, dass die Wartezeiten auf Organe verkürzt werden, sondern auch, dass die Überlebenschancen durch Transplantate von lebenden Personen steigen. Die Nationale Stiftung für Organspende und Transplantation hebt die Bedeutung hervor, den Spendenpool auf das Ausland auszudehnen, was in diesem Fall auch geschieht. Denn das HUG sucht aktiv nach Kreuzspenden-Paaren aus dem Ausland und wird dabei von Swisstransplant unterstützt.
Die Koordination der Spender
Für das Quartett wurden insgesamt acht unabhängige Eingriffe innerhalb von maximal 24 Stunden durchgeführt. Das ist eine logistische Meisterleistung! Die Spitalteams mussten perfekt kommunizieren, um die chirurgischen Eingriffe zu synchronisieren und den Transport der Organe zu koordinieren. Es ist schon faszinierend, wie viel Vertrauen die Ärzte in die Abläufe und in ihre Kollegen haben müssen. Und während in Frankreich bereits ein Triplett von Kreuzspenden durchgeführt wurde, zeigt das Universitäts-Spital Genf, dass auch hierzulande Innovationen in der Transplantation vorangetrieben werden.
Die Überkreuz-Spende ist eine Antwort auf das Problem der Inkompatibilität zwischen Spendern und Empfängern. Bisher war es nur möglich, dass nahestehende Personen wie Eltern oder Geschwister als Spender agieren konnten. Aber was ist, wenn das Blut nicht passt? Hier kommt die Kreuzspende ins Spiel, die zwei inkompatible Paare zusammenbringt, um sich gegenseitig zu helfen. Es ist wie ein Tauschgeschäft, das Leben retten kann!
Ein Blick auf die Zahlen
<pLeider sieht die Realität so aus, dass die Zahl der Nierenspender seit langem den Bedarf nicht deckt. Viele Betroffene warten oft jahrelang auf eine Nierenspende. In Deutschland beispielsweise warteten Ende 2024 rund 6.400 Menschen auf eine Spenderniere, während die Zahl der Transplantationen auf 2.075 gesunken ist. Das zeigt, wie dringend solche Maßnahmen wie die Überkreuz-Spende sind. Dabei soll ein nationales Programm für Überkreuz-Lebendnierenspende aufgebaut werden, um noch mehr Menschen eine Transplantation zu ermöglichen.
Allein in der Schweiz ist die Hoffnung, dass durch solche Initiativen die Spendenbereitschaft steigt und mehr Leben gerettet werden können. Anonyme Nierenspenden könnten ebenfalls eine Lösung darstellen. Um das Ganze noch sicherer zu machen, werden Maßnahmen wie eine verpflichtende unabhängige psychosoziale Beratung und Evaluation der Spender geplant. Immerhin geht es hier um Leben und Tod, und jeder Schritt muss gut durchdacht sein.
Die Welt der Transplantation ist komplex, aber sie zeigt auch, wie viel Menschlichkeit und Hoffnung in den schwierigsten Situationen stecken. In Genf, wo sich gerade eine medizinische Revolution abspielt, könnte die Zukunft der Nierentransplantation heller werden als je zuvor. Und das ist eine gute Nachricht für all jene, die auf ein Wunder warten.