Goldene Fesseln: Europas Embargo und Sudans Kampf ums Überleben
Heute ist der 13.07.2026 und während in Genf die Sonne über dem Lac Léman aufgeht, brodelt es an einem weit entfernten Ort – im Sudan. Die Europäische Union hat sich entschlossen, ein Gold-Embargo gegen diesen krisengeplagten Staat zu verhängen. Und der Grund? Gold spielt eine entscheidende Rolle in der Finanzierung des Bürgerkriegs, der seit Monaten die Region erschüttert.
Der Sanktionsbeschluss, der aus einer Sitzung der Außenminister der EU hervorging, verbietet den Kauf, die Einfuhr und die Verbringung von Gold aus dem Sudan. Doch damit nicht genug! Auch der Verkauf und die Lieferung von Quecksilber und Zyanid, die beide beim Goldabbau und der Goldgewinnung eine zentrale Rolle spielen, sind nun untersagt. Da fragt man sich: Wie lange kann so ein Konflikt noch weitergehen, wenn selbst die Unterstützung für die Konfliktparteien auf diese Weise beschnitten wird?
Ein Blick auf den Konflikt
Der brutale Machtkampf zwischen der sudanesischen Regierung und der Miliz RSF (Rapid Support Forces) hat im April 2023 seinen Höhepunkt erreicht. Die Vereinten Nationen sprechen von der größten humanitären Krise weltweit, und die Zahlen sind erschreckend. Über 12 Millionen Menschen sind auf der Flucht, Millionen leiden unter Hunger, und zehntausende haben ihr Leben verloren. Es ist ein Albtraum, den die Zivilbevölkerung durchleben muss, während die beiden Generäle – Armeechef al-Burhan und RSF-Kommandeur Daglo – um die Macht ringen.
Interessanterweise hatten beide Männer schon vor über 20 Jahren am Völkermord in Darfur ihren Anteil. Ein düsteres Kapitel, das sich nun wiederholt, denn Konfliktforscherin Anette Hoffmann warnt vor ethnischen Säuberungen, insbesondere unter der nicht-arabischen Bevölkerung. Was für ein erschreckendes Bild, das sich da abzeichnet! Die RSF hat bereits die letzte große Stadt in der Region Darfur eingenommen – ein weiterer Schritt in einem Machtspiel, in dem die Zivilbevölkerung das größte Opfer ist.
Gold als Waffe
Ein besonders perfider Aspekt dieses Konflikts ist die Rolle des Goldes. Der Handel wird als „Blutgold“ bezeichnet – das meiste wird über Schmuggel verkauft und dient beiden Konfliktparteien zur Finanzierung ihrer Waffen. Länder wie Russland und die Vereinigten Arabischen Emirate haben ihre eigenen Interessen in dieser schmutzigen Angelegenheit, und man fragt sich, wie weit geopolitische Spiele die menschlichen Kosten ignorieren können.
Die diplomatischen Versuche in Washington zur Deeskalation des Konflikts sind bislang gescheitert. Es bleibt abzuwarten, ob sich daran etwas ändern wird. Hoffmann betont, dass es dringend einen Stopp der militärischen Unterstützung für die RSF braucht, sowie mehr Transparenz im Goldhandel. Denn letztlich sind es die Zivilisten, die unter den Entscheidungen der Mächtigen leiden.
Während wir hier in der Schweiz in einem relativ sicheren Raum leben, bleibt die Situation im Sudan ein Mahnmal für uns alle. Die Worte des UN-Hochkommissars Volker Türk sollten uns nicht kalt lassen: Eine drohende „neue Menschenrechtskatastrophe“ könnte vor der Tür stehen, und es liegt an uns, ein Bewusstsein dafür zu schaffen.
