In den letzten Wochen hat sich die Stimmung in Genf merklich verändert. Der bevorstehende G7-Gipfel in Evian, Frankreich, sorgt nicht nur für Aufregung, sondern auch für ernsthafte Sorgen in der Genfer Hotellerie. Laut Xavier Rey, dem Präsidenten der Genfer Hoteliervereinigung (SHG), sind bereits zwischen 10 und 15 Prozent der Buchungen storniert worden – eine besorgniserregende Zahl, insbesondere da der Juni normalerweise ein Hochsaisonmonat für Geschäftsreisende ist. Es ist nicht nur die Buchungszahl, die schwächelt, auch die allgemeine Verunsicherung macht sich breit.

Die Genfer Kantonsregierung hat bereits empfohlen, dass Unternehmen den Homeoffice-Modus aktivieren. Das ist natürlich eine Maßnahme, die die wirtschaftliche Aktivität weiter beeinträchtigt – ein Teufelskreis, der sich da zusammenbraut. Hoteliers stehen in Kontakt mit ihren Stammkunden und versuchen, sie über die veränderten touristischen und geschäftlichen Erlebnisse zu informieren. Die Stornoquote in Reys Hotels liegt bei etwa 15 Prozent; ohne spezielle Tarife für Genfer Unternehmen könnte sie sogar auf 20 Prozent steigen. Die Lage ist alles andere als rosig, und der Gipfel findet erst vom 15. bis 17. Juni statt.

Ungewisse Zeiten für die Genfer Wirtschaft

Ein zusätzliches Sorgenkind ist die geplante Demonstration am 14. Juni, die für noch mehr Unruhe sorgt. Die Unsicherheit darüber, was tatsächlich passieren wird, lässt viele in der Genfer Wirtschaft aufhorchen. In den letzten Wochen haben sich die Stimmen, die vor möglichen Ausschreitungen warnen, gehäuft. Ein Blick auf die linksextreme Website Renversé, die Unternehmen in Genf als „Schufte des Kapitalismus“ bezeichnet, lässt erahnen, dass die Atmosphäre angespannt ist. Der Verband Fédération des Entreprises Romandes (FER) hat bereits ein Demonstrationsverbot gefordert, doch bisher blieb eine Antwort des Staatsrats aus.

Arnaud Bürgin, der Generaldirektor der FER Genève, ist über das Schweigen der Behörden alles andere als amused. Carole-Anne Kast, die in der Genfer Kantonsregierung für Sicherheit zuständig ist, weist die Vorwürfe der Untätigkeit zurück und betont, dass die Behörden seit Monaten auf Sicherheitsrisiken im Zusammenhang mit dem Gipfel vorbereitet sind. Es gibt einen Plan, aber ob dieser ausreicht, um die Bürger und Geschäfte zu schützen, bleibt fraglich.

Vorbereitungen und Bedenken

Die Situation könnte auch andere Wirtschaftsbereiche betreffen. Es ist zu erwarten, dass Gäste mit hoher Kaufkraft möglicherweise durch sparsame Touristen ersetzt werden. Die Hoteliers versuchen, einladend zu bleiben und planen nicht, ihre Fassaden mit Schutzwänden oder Absperrungen zu sichern. Schließlich sollen die Hotels nicht wie Festungen wirken. Doch präventive Schutzmaßnahmen könnten zusätzliche Kosten verursachen, die im Moment niemand tragen möchte. Bei Sachschäden müssten Hotels womöglich wochenlang mit Baustellen und Reparaturarbeiten kämpfen.

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Die Genfer Regierung prüft zudem einen Entschädigungsmechanismus für Schäden an Geschäften, doch eine Abgeltung für Umsatzeinbußen steht nicht auf der Agenda. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Dinge entwickeln werden. Ein Gipfel dieser Größenordnung hat unweigerlich Auswirkungen auf die Region, besonders auf Genf, Waadt und Wallis. Die Ängste und Bedenken sind spürbar und machen deutlich, dass die kommenden Wochen für viele eine Herausforderung darstellen.

Mit einem Gefühl von Ungewissheit blicken die Genfer auf die nächsten Tage. Ob die ergriffenen Maßnahmen ausreichen, um die Stadt zu schützen, und ob die Buchungslage sich tatsächlich noch erholen kann – das bleibt abzuwarten. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren, doch die Sorgen sind real und werden die Stadt wohl noch eine Weile beschäftigen.