In einem seltenen Interview hat der CEO von Mercuria, Marco Dunand, Einblicke in die Herausforderungen der Rohstoffbranche gegeben. Mercuria, mit Sitz in Genf, gehört zu den größten Rohstoffhändlern weltweit und erzielte 2025 einen beeindruckenden Umsatz von 128 Milliarden Dollar sowie einen Gewinn von 1,4 Milliarden Dollar. Dunand äußerte sich besorgt über die Auswirkungen des Iran-Kriegs auf die Rohstoffpreise und die Unsicherheiten, die durch Preisschwankungen und Lieferausfälle aus der Golfregion entstehen könnten. Diese Entwicklungen könnten nicht nur die globalen Märkte, sondern auch die Nachfrage in Europa und speziell in der Schweiz beeinflussen.
Der CEO warnte vor den potenziellen Herausforderungen, die hohe Preise und Knappheit mit sich bringen. Trotz dieser Unsicherheiten hat Mercuria nicht nur im Öl- und Gasgeschäft investiert, sondern auch verstärkt in erneuerbare Energien. „Die Hälfte unserer Investitionen ist mit der Energiewende verbunden“, so Dunand. Besonders hervorzuheben ist das Engagement des Unternehmens in einem großen Solarprojekt in Texas sowie die Unterstützung der USA bei der Beschaffung seltener Erden. Dies zeigt, dass Mercuria sich aktiv an der Transformation der Energiebranche beteiligt.
Compliance und Steuern
Ein weiterer Punkt, den Dunand betont, ist die strikte Einhaltung von Compliance-Regeln. Mercuria ist sich der Herausforderungen bewusst, die mit dem internationalen Geschäft verbunden sind, und stellt klar, dass sie nicht in Korruptionsfälle verwickelt sind. Interessant ist auch, dass die Dachgesellschaft von Mercuria auf Bermuda sitzt, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Dennoch zahlt das Unternehmen Steuern in den Ländern, in denen es Gewinne erwirtschaftet. In der Schweiz hat Mercuria über 1 Milliarde Franken an Steuern gezahlt, was den wirtschaftlichen Beitrag des Unternehmens zur Region unterstreicht.
Die Schweiz im Vergleich
Dunand äußert allerdings Bedenken zur Attraktivität der Schweiz für Rohstoffhändler. Er vergleicht die Lebensqualität mit anderen Standorten wie Dubai und gibt zu bedenken, dass die Schweiz durch steigende Kosten und regulatorische Herausforderungen möglicherweise an Boden verliert. Diese Thematik wird in der Branche intensiv diskutiert, da viele Unternehmen nach den besten Standorten suchen, um ihre Geschäfte erfolgreich zu führen.
Die Entwicklungen in der Energiebranche sind nicht nur für Unternehmen wie Mercuria von Bedeutung, sondern auch für die gesamte Gesellschaft. Der Energiemonitor hat kürzlich eine grundlegende Überarbeitung erfahren, die den Fokus auf den Ausbau erneuerbarer Energien und Batteriespeicher legt. Diese Entwicklungen sind entscheidend, um den Herausforderungen des Klimawandels und der Energieversorgung gerecht zu werden. Die fortschreitende Elektrifizierung und der Ausbau von Windenergie sind ebenfalls Themen, die sowohl die politischen als auch die wirtschaftlichen Landschaften prägen werden.
Insgesamt zeigt das Interview mit Marco Dunand, dass Mercuria nicht nur ein bedeutender Akteur im Rohstoffhandel ist, sondern auch aktiv an der Gestaltung einer nachhaltigen Energiezukunft arbeitet. Die Herausforderungen sind groß, doch die Chancen, die sich aus der Energiewende ergeben, sind ebenso vielfältig.