Die Schatten der Supermafia: Ein gefährliches Netzwerk in Genf und darüber hinaus
Heute ist der 13.07.2026 und in Genf brodelt es gewaltig unter der Oberfläche. Die Stadt, die für ihre schönen Seen und die internationale Diplomatie bekannt ist, hat ein düsteres Geheimnis: Der Camorra-Boss Michele Senese sitzt hinter Gittern, aber sein Einfluss reicht weit über die Mauern seines Gefängnisses hinaus. Über seinen Sohn ließ er eine Botschaft an einen Genfer Treuhänder übermitteln, der eine zentrale Rolle in einem weitreichenden Netzwerk von Geldwäsche und kriminellen Machenschaften spielt.
Dieser Treuhänder – gebürtiger Italiener und inzwischen Schweizer Bürger – hat sich seit Ende der 1990er-Jahre einen Namen gemacht. Zunächst als Geschäftsführer einer Forderungseinzugsfirma, stieg er schnell auf und wurde Partner und Financier des Senese-Clans. Millionenbeträge flossen über seine Hände, und die Gelder wurden nicht nur für Wucherkredite verwendet, sondern auch durch Geschäfte im Bekleidungssektor, sogar mit einem eigenen Modelabel, geschickt getarnt. So konnten die Geldflüsse in die Schweiz und zurück wie im Schattenspiel verborgen bleiben. Die Ermittlungen der Mailänder Staatsanwaltschaft haben nun jedoch eine Supermafia ans Licht gebracht, die nicht nur aus der Camorra, sondern auch aus der ’Ndrangheta und der Cosa Nostra besteht.
Ein Netzwerk von Verbrechern
Die Strukturen dieser Supermafia sind komplex. Ein neuer Kronzeuge aus dem Mazzei-Clan hat detaillierte Informationen über die Mitglieder und deren Machenschaften preisgegeben. Die Mafia-Gruppen treffen sich regelmäßig – man könnte fast sagen, es ist ein kriminelles Gipfeltreffen – um Streitigkeiten zu klären und ihre Geschäfte zu maximieren. Dabei operieren sie in verschiedenen Bereichen: von Drogen über Wucher bis hin zu Steuerbetrug und Geldwäsche. Das Bild ist düster und macht deutlich, wie tief die Wurzeln dieser Organisationen reichen.
In der Zwischenzeit wurde der Genfer Treuhänder, der als das „Hirn“ der Finanzarchitektur des Senese-Clans gilt, Anfang 2026 festgenommen. Trotz eines abwesenden Urteils, das ihn zu sieben Jahren Haft verurteilte, konnte er zunächst ungestört weiterarbeiten. In einem anderen Teil Europas, genauer gesagt in Deutschland, hat die ’Ndrangheta ebenfalls Fuß gefasst. Ermittlungen zeigen, dass sie dort eine wichtige Basis gefunden hat, um Drogengelder zu waschen und kriminelle Geschäfte zu betreiben.
Die Verstrickungen in Deutschland
Einige Namen kommen immer wieder ins Spiel – Domenico R. beispielsweise, der am 3. Mai 2023 festgenommen wurde und im Verfahren „Eureka“ beschuldigt wird. Über 130 Verdächtige wurden weltweit festgenommen, 30 davon allein in Deutschland. Besonders brisant ist die Tatsache, dass Geldwäsche über Autowaschsalons in München und andere Geschäfte stattfindet, die mit Bargeld aus Italien operieren. Hier zeigt sich, wie engmaschig die Verbindungen sind und wie clever die Strukturen aufgebaut sind.
Die Gruppe in München ist nicht nur lokal aktiv; sie hat Verbindungen nach Portugal und Erfurt, wo sogar Pizzerien mit Drogengeldern betrieben werden. Rocco Mammoliti, ein Kronzeuge, hat die Verwendung dieser Gelder in Erfurt bestätigt. Die Ermittler sehen sich durch die vielen Aufdeckungen in ihren bisherigen Untersuchungen zur ’Ndrangheta bestätigt. Es ist, als würde sich ein Netz aus Lügen und Verbrechen immer mehr verstricken, während die Behörden versuchen, es zu durchdringen.
In der Schweiz und in Deutschland ist die Lage angespannt. Die Supermafia hat sich ein Geflecht geschaffen, das nicht so leicht zu durchschauen ist. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation entwickelt und ob die Behörden in der Lage sind, diesem Krake das Handwerk zu legen. Die Schatten der Mafia ziehen sich über die Schweiz und darüber hinaus, und der Kampf gegen diese dunklen Geschäfte ist noch lange nicht vorbei.
