Das Lorettobad in Freiburg, ein Ort der Erholung und Entspannung, sieht sich seit kurzem mit einer neuen Regelung konfrontiert, die vor allem den Damenbereich betrifft. Von Freitag bis Sonntag dürfen dort nur noch Frauen und Mädchen ab 16 Jahren hinein. Diese Entscheidung wurde notwendig, da die Besucherzahlen an hochfrequentierten Tagen den Rahmen der Kapazität sprengen – mit maximal 400 bis 450 Gästen im Damenbereich wird das Bad schnell zum überfüllten Erlebnisort, in dem ein ruhiger Aufenthalt kaum noch möglich ist.

Besonders in Zeiten hoher Temperaturen strömen die Besucher in die Freibäder, und das Lorettobad bildet da keine Ausnahme. Die Betreiber berichten von einem regelrechten Ansturm, der bereits mehrere Male dazu geführt hat, dass der Zugang zum Damenbad vorübergehend gesperrt werden musste. Ein Umstand, der nicht nur die Betreiber, sondern auch die regelmäßigen Gäste verunsichert.

Ein wenig Kontroverses

Die Maßnahme hat allerdings nicht nur positive Resonanz. Der Verein der „Freunde des Lorettobades“ äußert in einem offenen Brief an Oberbürgermeister Martin Horn Bedenken, insbesondere wegen der Gruppen von elsässischen Besucherinnen, die oft in Kleinbussen anreisen. Diese bringen nicht nur ihre langen Gewänder mit, sondern auch eine gewisse Unruhe, die den entspannenden Charakter des Bades beeinträchtigen kann. Zwei Rentnerinnen, die regelmäßig das Damenbad besuchen, bestätigen diese Eindrücke: An Wochenenden sei es oft laut und unruhig gewesen, weshalb sie die neuen Einlassbeschränkungen begrüßen.

Oberbürgermeister Horn selbst hat die Entscheidung als schwierig beschrieben. Er betont, dass es nicht darum geht, bestimmte Gruppen auszugrenzen, sondern den Zulauf zu regulieren, um den Charakter des Bades zu bewahren. Schließlich möchte man vermeiden, dass das Lorettobad zu einem Erlebnisbad verkommt, wo der Erholungsfaktor auf der Strecke bleibt.

Der Blick auf die Zahlen

Interessanterweise zeigen die aktuellen Daten zur Schwimmbadnutzung, dass trotz der Corona-Pandemie und der Energiekrise die Besucherzahlen in den Bädern im Jahr 2022 ähnlich hoch sind wie 2019. Im Durchschnitt verzeichneten Freibäder etwa 42.000 Gäste, Kombibäder sogar fast 187.000. Ein gewisses Aufatmen für die Betreiber, die mit steigenden Kosten konfrontiert sind – die Ausgaben für Hallenbäder mit Sportfunktion belaufen sich auf etwa 1,175 Millionen Euro pro Jahr.

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Die Herausforderungen, mit denen die Bäder kämpfen, sind nicht zu unterschätzen. Während der Energieverbrauch erfolgreich gesenkt wurde, bleibt die Frage, wie sich die Betriebskosten auf die Besucherzahlen auswirken. Es ist ein ständiger Balanceakt zwischen Erhaltung der Einrichtungen und dem Bedürfnis der Öffentlichkeit nach Erholung und Freizeit. Und so bleibt das Lorettobad ein Ort, an dem sich viele Fragen um die Zukunft der Freizeitgestaltung und des Wohlbefindens drehen.