Am heutigen Tag, dem 11. Juni 2026, gibt es erfreuliche Nachrichten aus Freiburg: Die israelitische Gemeinschaft hat eine Einigung über den historischen jüdischen Friedhof erreicht. Es ist ein bedeutender Schritt, der nach zwei langen Jahren des Kämpfens von Claude Nordmann, dem Präsidenten der Gemeinschaft, zustande kam. Endlich kann die Gemeinschaft wieder ohne zeitliche Begrenzung auf dem Friedhof St. Leonhard bestatten. Diese Einigung bringt nicht nur Erleichterung, sondern sorgt auch für den Erhalt von 160 historischen Gräbern, die eine Ausnahmeregelung und die Garantie auf ewige Ruhe erhalten. Das ist wirklich etwas, worauf man stolz sein kann!
Vor zwei Jahren plante die Stadt Freiburg, das Reglement zu ändern und die Ausnahmeregelung zu beenden. Das hätte für die Gemeinschaft immense Kosten von bis zu 400’000 Franken alle 20 Jahre bedeutet. Die ewige Totenruhe für den jüdischen Sektor des Friedhofs war ohne Abgaben an die Gemeinde garantiert – eine Regelung, die nun erhalten bleibt. Stadtammann Elias Moussa hebt die historische Bedeutung dieser Vereinbarung hervor und zeigt sich optimistisch, dass die neue Regelung den Respekt vor der Geschichte bekräftigt.
Eine lange Geschichte der Bestattungen
Historische Friedhöfe sind ja nicht nur Gräberfelder, sondern auch Zeugen der Vergangenheit. Tatsächlich gab es in der Schweiz eine lange und mühsame Reise, um einen geeigneten Platz für jüdische Bestattungen zu finden. So wurde bereits 1903 in Davos um die Errichtung eines jüdischen Friedhofs gebeten. Zu dieser Zeit lebten mehrere Hundert Israeliten in Davos, und Todesfälle waren leider keine Seltenheit. Die Transportkosten nach Zürich oder in die Heimat waren hoch, und es war einfach nicht tragbar, dass Verstorbene so weit weg gebracht werden mussten. Die Fraktions- und Kirchgemeinde Davos Platz sprach sich jedoch gegen den Friedhof aus, was die Hoffnung der Gemeinschaft auf eine eigene Ruhestätte zunächst begrub.
Ein zweites Gesuch im Jahr 1914 wurde ebenfalls abgelehnt, und es schien, als würde die Idee eines jüdischen Friedhofs für immer ein unerfüllter Traum bleiben. Doch 1919 klärte sich die Situation: Es wurde über den Waldfriedhof abgestimmt, und ein Hinweis auf den bewilligten jüdischen Friedhof fand seinen Platz im Amtsbericht. Nach etlichen Jahren voller Hindernisse und finanzieller Hürden wurde der jüdische Friedhof schließlich 1931 eingeweiht und zählt heute 176 Gräber – 50 davon stammen aus der Zeit vor dem 2. Weltkrieg. Ein beeindruckender Ort, der auch heute noch Platz für etwa 900 Gräber bietet.
Der Friedhof als Ort der Erinnerung
Die Grabstätten auf dem Friedhof sind schlicht und in geraden Reihen angeordnet, alle nach Jerusalem ausgerichtet. Es gibt keinen übertriebenen Blumenschmuck; stattdessen spiegelt die Schlichtheit der Gräber die Gleichheit im Tod wider. Ein Brauch, der sich bis in die frühen Zeiten des Judentums zurückverfolgen lässt, ist es, Steine auf die Gräber zu legen, als Zeichen der Erinnerung. Wenn man über den Friedhof schlendert, kann man die Stille und den Respekt spüren, der diesen Ort umgibt.
Die Einigung in Freiburg ist ein weiterer Baustein in der langen Geschichte der jüdischen Friedhöfe in der Schweiz. Sie zeigt, wie wichtig es ist, den historischen Kontext zu bewahren und die Rechte der Gemeinschaft zu schützen. Und wer weiß, vielleicht wird dieser friedliche Ort, der so viele Geschichten erzählt, auch in Zukunft ein Platz der Zuflucht und Stärkung für viele sein.