Heute ist der 25.05.2026 und die Freibadsaison hat in Freiburg schon wieder begonnen! Und wo könnte man besser in den Sommer starten als im historischen Lorettobad? Dieses einzigartige Damenfreibad, das seit 1886 besteht, ist nicht nur ein Ort zum Schwimmen, sondern ein echter Rückzugsort für Frauen und Mädchen. Hier können sie ungeniert oben ohne planschen, ohne sich um unangenehme Blicke oder Kommentare sorgen zu müssen. Es ist ein kleines Paradies, das es in Deutschland kein zweites Mal gibt.

Die Geschichte des Lorettobads ist ebenso spannend wie seine Architektur. Ursprünglich war das Bad nur für Herren zugänglich, bis man 1886 das Damenfreibad eröffnete – ein mutiger Schritt, der heute mehr denn je geschätzt wird. Die Geschlechtertrennung, die im Lorettobad nach wie vor besteht, könnte man als antiquiert ansehen, doch sie hat sich bewährt. Männer dürfen lediglich als Badeaufsicht ins Damenbad, während die andere Hälfte des Geländes ein gemischtes Familienfreibad ist. So bleibt der Platz für die Frauen unangetastet und geschützt.

Ein Blick in die Vergangenheit

Der Eingangsbereich im Jugendstil und die historischen Umkleidekabinen versetzen einen sofort ins 19. Jahrhundert – ein bisschen wie in einem Film. Komischerweise ist der Charme dieser alten Kabinen, die mittlerweile mehr als 125 Jahre alt sind, unübertroffen. Sie können pro Saison für vier Monate angemietet werden. Und ja, das Lorettobad steht unter Denkmalschutz, was bedeutet, dass bauliche Veränderungen von außen nicht erlaubt sind. Der alte Charme bleibt also erhalten, während die moderne Schwimmbadtechnik in den Edelstahlbecken für frischen Wind sorgt.

Wusstet ihr, dass im Winter früher das Eis aus dem Becken entnommen wurde, um es für Brauereien zu nutzen? Das ist doch eine interessante Anekdote! Außerdem gibt es einen Förderverein, die „Freunde des Lorettobads“, die sich aktiv für den Erhalt des Bades einsetzen. Sie organisieren Kunstausstellungen und Sommerkonzerte – eine perfekte Mischung aus Kultur und Erholung.

Konflikte und Herausforderungen

Trotz der ruhigen Atmosphäre gab es in den letzten Jahren einige Herausforderungen. Seit 2016 kam es zu Konflikten zwischen orthodoxen Muslimas aus dem Elsass und alteingesessenen Freiburgerinnen. Diese Auseinandersetzungen führten sogar zu Polizeieinsätzen in den Jahren 2016 und 2017. Und auch wenn die klaren Schwimmbadregeln und eine gescheiterte Petition gegen männliche Bademeister nicht zur Lösung der Konflikte führten, zeigt es doch, wie unterschiedlich die Ansprüche an einen „safe space“ sein können.

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Ein Gerichtsurteil aus den 1980er Jahren bestätigte, dass das Verbot für Herren, das Damenbad zu nutzen, nicht gegen das Gleichheitsgebot des Grundgesetzes verstößt. Das hat zwar viele Diskussionen ausgelöst, aber das Lorettobad bleibt seiner Tradition treu – und das wird von den meisten Frauen sehr geschätzt. Seit der Renovierung im Jahr 1999 nutzen auch immer mehr Frauen das Bad, was die Beliebtheit und den sozialen Aspekt der Einrichtung unterstreicht. Übrigens, bei öffentlichen Konzerten, die vom Förderverein organisiert werden, ist der Zutritt für Männer ins Damenbad erlaubt – eine interessante Ausnahme!

Der 2022 erschienene Film „Freibad“ thematisiert ähnliche Konflikte in einem deutschen Damenbad und bezieht sich auf das Lorettobad. Das zeigt, dass die Herausforderungen und Diskussionen rund um Geschlechtertrennung und persönliche Freiräume auch heute noch aktuell sind. Wer mehr über Geschlechtertrennung im Schwimmbad erfahren möchte, findet auf Spiegel.de weitere Informationen.