Die Erntezeit hat in der Region Bern in diesem Jahr eine ganz eigene Note. Die Monate Mai, Juni und Juli 2023 waren außergewöhnlich trocken, und das hat nicht nur die Natur, sondern auch die Bauernfamilie Oberli in Utzigen stark getroffen. Bei einem Besuch auf dem Hof spürt man förmlich die Sorgen und Herausforderungen, mit denen die Familie konfrontiert ist. Hansjürg Oberli erzählt, dass die Weizenkörner kleiner ausfallen als gewohnt – ein deutliches Zeichen für den Wassermangel. In einem Jahr, in dem die Wiesen schnell austrocknen, musste der Futterweizen sogar schon 2-3 Wochen früher als üblich geerntet werden.

Auf dem Hof gibt es zwar einen Bach und eine Quelle, aber das Wasser fließt nicht mehr so üppig wie in früheren Jahren. Die Kühe müssen mittlerweile mehr zugefüttert werden, und das Winterfutter wird jetzt schon verfüttert. Das sorgt nicht nur für einen gewissen Stress, sondern auch für finanzielle Herausforderungen. Die Familie nutzt Heu und Silage, die eigentlich für die kalte Jahreszeit gedacht waren, und hat Schwierigkeiten, zusätzliches Heu zu kaufen, weil die Preise durch die Trockenheit in die Höhe geschnellt sind. Die Sorgen um eine mögliche weitere Trockenheit im August sind allgegenwärtig. Die möglichen Entscheidungen, die die Familie Oberli treffen muss – Futter kaufen oder Kühe schlachten – sind nicht leicht.

Die Auswirkungen des Klimawandels

Der Klimawandel zeigt sich nicht nur auf dem Hof der Oberlis, sondern ist ein weit verbreitetes Phänomen in der Landwirtschaft. Die steigenden Temperaturen und die zunehmende Trockenheit führen zu Ernteeinbußen und Futtermangel. In der Tat sind Böden, die Wasser speichern können, entscheidend für die Pflanzen. Humusreiche, lehmige Böden sind hier klar im Vorteil, während sandige Böden oft im Nachteil sind. Diese Unterschiede machen sich auch auf dem Hof bemerkbar, wo die Erträge stark von der Bodenart abhängen. Trockentolerante Pflanzen wie Gerste können besser mit den Bedingungen umgehen, während empfindlichere Arten wie Zuckerrüben und Kartoffeln stark leiden.

Ackerbaubetriebe kämpfen mit den Folgen der Trockenheit und sehen sich teils gezwungen, Noternte durchzuführen, bei der das Getreide nicht gedroschen wird, sondern zu Stroh gepresst wird. Milchviehbetriebe müssen ebenfalls teures Futter zukaufen, da die Wiesen und Weiden nicht genügend Futter liefern. Es ist ein Teufelskreis – und die extreme Trockenheit erhöht auch das Risiko von Flächenbränden, was die Sorgen der Landwirte noch verstärkt.

Anpassungsstrategien und Lösungen

In der Wasserwirtschaft und Landwirtschaft gibt es jedoch Möglichkeiten, sich an die Trockenheit und Dürre anzupassen. Langfristige Maßnahmen wie eine angepasste Landbewirtschaftung können helfen, die Resilienz gegen Extremereignisse zu erhöhen. Die Deutsche Anpassungsstrategie an den Klimawandel (DAS) hat bereits im Jahr 2008 einen Rahmen geschaffen, um die Auswirkungen des Klimawandels in verschiedenen Handlungsfeldern zu verbessern. Aktionsprogramme und Monitoringberichte zeigen regelmäßig die Entwicklungen auf und helfen, die Herausforderungen zu bewältigen.

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Ein Dürre-Wissensportal bietet Landwirten wichtige Informationen, um auf Dürreereignisse zu reagieren. Hier wird deutlich, wie wichtig es ist, zuverlässige Informationssysteme zu haben. Zudem können Anpassungsmaßnahmen wie die Auswahl trockentoleranter Sorten und der Einsatz von organischem Dünger zur Humusbildung helfen, die Ertragsausfälle zu reduzieren. Auch die Diversifizierung der angebauten Sorten kann eine sinnvolle Strategie sein, um den Herausforderungen der Zukunft zu begegnen.

Die Familie Oberli, die ihren Hof bereits in fünfter Generation bewirtschaftet, steht vor großen Herausforderungen. Sohn Bernhard plant, den Betrieb zu übernehmen, und wird in Zukunft mit den Auswirkungen des Klimawandels und der Trockenheit konfrontiert sein. Die Frage, wie man die natürlichen Wasserressourcen schützen und nachhaltig mit Wasser umgehen kann, wird auch für die kommenden Generationen eine zentrale Rolle spielen.