Am kommenden Wochenende wird der Museumspark des Bernischen Historischen Museums zum Schauplatz eines lebendigen Mittelalterwochenendes – eine Zeitreise, die Geschichtsinteressierte und Mittelalterfans gleichermaßen begeistern wird! Am 27. und 28. Juni von 10:00 bis 17:00 Uhr können Besucher in eine Welt eintauchen, die von der Schlacht bei Murten 1476 geprägt ist. Ein Ereignis, das die Eidgenossen als Sieger gegen die Truppen Karls des Kühnen hervorgehen ließ und bis heute nachhallt.

Manuela Gloor von der „Company of St. George“ wird dabei sein, und das nicht in irgendeiner Kleidung, sondern in einem selbstgenähten, historischen Wollkleid. Sie hebt die Atmungsaktivität der Wolle hervor – auch bei der sommerlichen Hitze, die uns in diesen Tagen wohl erwarten wird. Die „Company of St. George“ ist eine Reenactment-Gruppe, die seit den 1980er-Jahren das Leben einer burgundischen Artillerie-Einheit des 15. Jahrhunderts lebendig werden lässt. Ihr Ziel? Die Vermittlung einer lebendigen Geschichte und das Erleben des spätmittelalterlichen Alltags. Man könnte sagen, sie bringen das Mittelalter zurück – ganz ohne Handy und moderne Hilfsmittel.

Ein Wochenende voller Erlebnisse

Die Teilnehmer werden drei Tage lang im Museumspark leben, kochen, schlafen und arbeiten. Wie es damals war! Und das Programm hat es in sich: Schießvorführungen, Hellebardendrill, Fechtvorführungen – hier wird Geschichte nicht nur erzählt, sondern auch aktiv erlebt. Besucher haben die Möglichkeit, mit den Darstellern ins Gespräch zu kommen, fachliche Einblicke in historische Handwerke zu gewinnen und sich an Bastelaktivitäten für Kinder zu erfreuen. Das alles unter dem Schatten der bewegenden Erinnerungen an die Schlachten von Grandson und Murten.

Reto Boschung, der Projektleiter, sieht das Reenactment als wertvolle Ergänzung zur laufenden Ausstellung „Murten, ausgeschlachtet. Ein Sieg wird in Szene gesetzt“, die bis Mai 2027 zu sehen ist. Diese Ausstellung beleuchtet, wie die Erinnerung an die Schlacht im Laufe der Jahrhunderte geformt wurde – ein spannendes Thema, das auch visuelle Verdichtungen historischer Ereignisse behandelt. Ein echtes Highlight ist das beeindruckende „Panorama der Schlacht bei Murten“, ein gigantisches Bild von 1894, das die dramatischen Szenen jener Zeit festhält.

Ein Blick in die Vergangenheit

Das Beutezelt im Museumspark thematisiert die zahlreichen Herausforderungen und Fragen, die nach der Schlacht bezüglich der Kriegsbeute aufkamen. Ein bisschen wie ein Geschichtswerkstatt, in der die politischen und gesellschaftlichen Kräfte hinter den Bildern der Geschichte beleuchtet werden. Die Veranstaltung bietet nicht nur Schaukämpfe und Handwerk, sondern auch Musik und Familienateliers, die das Mittelalter in all seinen Facetten erlebbar machen. Geschichtlich betrachtet, ist dieses Wochenende ein echter Leckerbissen!

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Eintrittspreise? Die sind fair: Erwachsene zahlen CHF 16, ermäßigt CHF 14, Kinder zwischen 6 und 16 Jahren CHF 8 und Familien (maximal 2 Erwachsene und 5 Personen) nur CHF 35. Ein tolles Angebot für Familien und Geschichtsinteressierte, die das Wochenende nutzen möchten, um in die Vergangenheit einzutauchen und die verschiedenen Facetten des mittelalterlichen Alltags zu entdecken. Und als Bonus: Reto Boschung hat auch einen humorvollen Kommentar zur Reaktion Karls des Kühnen auf die heutige Veranstaltung abgegeben – irgendwie muss man über die Geschichte auch schmunzeln können!

Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren, und es wird spannend zu sehen, wie sich das Mittelalter in unserem modernen Leben entfaltet. Wer weiß, vielleicht gibt es ja das ein oder andere Geheimnis, das entdeckt werden möchte.