Heute ist der 14.06.2026, und die Stimmbevölkerung im Kanton Bern blickt gespannt auf die Abstimmung über den Projektierungskredit für das Kunstmuseum Bern. Die Frage schwebt in der Luft: Wird das marode Gebäude, das in einem bedenklichen Zustand ist, endlich die nötige Sanierung erhalten? Das Kunstmuseum ist ein wahrer Schatz, doch die Notwendigkeit einer umfassenden Renovierung ist unbestreitbar. Undichte Rohre, die regelrecht Pfützen in den Ausstellungssälen verursachen, und eine veraltete Klimaanlage, die ausgerechnet Gase ausströmt, machen das Museum zu einem denkbar ungünstigen Ort für Kunstliebhaber und -schaffende.

Die Zahlen sind eindeutig. Bei der letzten Abstimmung wurde der Projektierungskredit mit 51,8 Prozent abgelehnt. 214.493 Stimmberechtigte stimmten mit Nein, während 199.406 für das Projekt votierten. Ein klarer Ausdruck der Meinungen, und die Stimmbeteiligung lag bei 56,7 Prozent. Vor allem die Politiker von SVP, EDU und GLP hatten das Referendum gegen das Projekt ergriffen, und sie bezeichneten es als „Luxusprojekt“. Doch die Notwendigkeit, die baulichen, betrieblichen und sicherheitstechnischen Herausforderungen zu adressieren, bleibt bestehen.

Der Sanierungsbedarf

Das Kunstmuseum Bern beherbergt nicht nur Kunstwerke, sondern auch die kulturelle Identität der Region. Der historische Stettlerbau von 1879 und der Erweiterungsbau von 1983 weisen gravierende Mängel auf. Die geplanten Maßnahmen beinhalten die Sanierung des Stettlerbaus und den Ersatzneubau des Erweiterungsbaus. Ganz wichtig ist auch die Integration des Nachbargebäudes an der Hodlerstrasse 6 in den Museumsbetrieb. Die Gesamtkosten des Vorhabens werden auf rund 147 Millionen Franken geschätzt, wobei der Kanton Bern sich mit 81,057 Millionen Franken beteiligen soll. Der Rest soll durch private Geldgeber, Stiftungen, die Wirtschaft und Lotteriefonds gedeckt werden.

Die Situation ist ernst. Reto Müller, Berner Bildungs- und Kulturdirektor (SP), hat die Herausforderungen klar angesprochen. Barrierefreiheit und der Schutz der Kunstwerke müssen gewährleistet sein. Sogar das Kunstmuseum selbst hat betont, dass das Volk die Finanzierung abgelehnt hat, nicht die Sanierung. Dies wirft die Frage auf: Wie kann man die Bevölkerung überzeugen, dass die Investition in das Kunstmuseum nicht nur notwendig, sondern auch zukunftsweisend ist?

Die nächsten Schritte

Am 14. Juni 2026 wird nun ein Kredit von 15,7 Millionen Franken für die Projektierung des Vorhabens zur Abstimmung kommen. Diese Summe ist für die Detailplanung, das Bewilligungsverfahren und die Ausschreibungen gedacht. Wenn die Stimmbevölkerung zustimmt, könnten die Bauarbeiten in fünf Jahren beginnen. Ein Lichtblick, der jedoch auf der Kippe steht, denn die Kritiker sind laut und betonen die Notwendigkeit, dass die Kunst im Vordergrund stehen sollte und nicht die Architektur. In der Stadt Bern wurde die Vorlage mit einer Dreiviertels-Mehrheit angenommen, doch nur zwei der zehn Verwaltungskreise haben für den Kredit gestimmt. Ein Stadt-Land-Graben ist offensichtlich.

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Die Diskussion ist lebhaft, und man spürt die Emotionen, die mit diesem Projekt verbunden sind. Befürworter argumentieren, dass die Erneuerung Wartungskosten und Energie sparen könnte und das Kulturerbe bewahren kann. Medizinalpionier Hansjörg Wyss hat bereits angekündigt, sich mit 30 Millionen Franken am Projekt beteiligen zu wollen, doch er knüpft Bedingungen an seine Unterstützung. Der Druck ist also groß, und die Entscheidung der Bernischen Stimmberechtigten wird wegweisend sein.