Am Freitagabend war der Bundesplatz in Bern nicht nur ein Ort, an dem man zufällig vorbeiläuft. Nein, hier versammelten sich tausende Menschen, die für mehr Klimagerechtigkeit und gegen die umstrittene SVP-Volksinitiative «Keine 10-Mio-Schweiz» demonstrierten. Laut Berner Medien waren es etwa 3000 Teilnehmer, die an dieser bunten und lautstarken Kundgebung teilnahmen, während die Organisatoren sogar von bis zu 5000 Menschen sprachen. Die Bewegung Klimastreik Bern hatte eingeladen und die Mehrheit der Anwesenden war unter 25 Jahren – eine echte Jugendbewegung, die für ihre Zukunft einsteht!
Inmitten der Schilder und Transparente, die einige der kreativsten Slogans trugen, stachen insbesondere die Sprüche «CO₂ statt Menschen deckeln» und «Unser Problem sitzt nicht im Schlauchboot, sondern im Privatjet» ins Auge. Diese Plakate spiegeln nicht nur den Unmut über die SVP und deren Initiative wider, sondern auch den Wunsch nach einem echten Umdenken in der Umweltpolitik. Der Klimastreik warf der SVP vor, mit ihrer Initiative ein Ablenkungsmanöver zu betreiben. Statt sich auf die drängenden Probleme zu konzentrieren, scheinen sie sich in Nebenschauplätzen zu verlieren.
Kritik an der SVP und ihren Initiativen
Die SVP, die sich gerne als Hüterin des Umweltschutzes präsentiert und gegen überfüllte Züge sowie hohe Mieten kämpft, wird von den Aktivisten scharf kritisiert. Ihre Initiative soll in etwas mehr als drei Wochen zur Abstimmung kommen, und viele befürchten, dass sie einen Rückschritt in der Umweltpolitik bedeuten könnte. Der Klimastreik forderte mehr Geld für den Ausbau des öffentlichen Verkehrs und eine nachhaltige Energiewende. Diese Forderungen sind nicht nur drängend, sondern auch notwendig, um die Klimaziele endlich ernsthaft zu verfolgen.
Besonders spannend ist, dass das Schweizer Stimmvolk am 14. Juni auch über die Zuwanderungsinitiative entscheiden wird. Die Verbindung zwischen diesen Themen ist klar: Auch hier zeigt sich, dass Umweltschutz und Migration eng miteinander verwoben sind. In der heutigen Zeit kann man nicht mehr getrennt von einander über diese Themen nachdenken. Ein Umdenken ist gefordert!
Die Klimajugend und ihre Herausforderungen
Eine aktuelle Studie des Forschungsinstituts Sotomo, die Anfang 2024 veröffentlicht wird, beleuchtet das Engagement der Jugend für den Umweltschutz während der Covid-19-Pandemie. Die Altersgruppe von 18 bis 35 Jahren hat den größten ökologischen Fußabdruck des Landes mit 11,3 Tonnen CO2 pro Jahr. Ein Grund dafür? Die jungen Erwachsenen fliegen einfach öfter als ihre älteren Mitbürger! Das bringt zwar einige Herausforderungen mit sich, zeigt aber auch, dass viele junge Menschen sich für den Planeten einsetzen und aktiv werden wollen.
Die Autoren der Umfrage heben hervor, dass die Zahl relativ betrachtet werden muss. Immerhin sind 30 Prozent der jungen Erwachsenen für den höheren CO2-Ausstoß verantwortlich, was die Klimabilanz der gesamten Altersgruppe drückt. Dennoch gibt es auch einen Lichtblick: Viele sind nach wie vor engagiert, während andere eher wenig Interesse zeigen. Oriane Sarrasin, eine Lehr- und Forschungsbeauftragte für Sozial- und Umweltpsychologie, betont die Heterogenität unter den jungen Erwachsenen. Es gibt engagierte Naturschützer und solche, die auf eine klimaschonende Ernährung wenig Wert legen. Ein buntes Bild, das zum Nachdenken anregt!
Wohin die Reise für die Klimajugend geht, bleibt abzuwarten. Doch eines steht fest: Der Protest auf dem Bundesplatz in Bern war ein starkes Zeichen. Ein Zeichen, dass die Jugend bereit ist, für ihre Zukunft einzutreten und Veränderungen einzufordern. Und obwohl der Weg steinig ist, bleibt die Hoffnung, dass die kommenden Abstimmungen und Initiativen zu einem positiven Umdenken führen – für die Umwelt und die Gesellschaft.