Heute ist der 22.05.2026, und die Wellen schlagen hoch in Bern. Die Stadt hat nun offiziell beschlossen, das Lehrschwimmbecken im Kleefeld bis Ende des Schuljahres 2026 zu schließen. Ein Schritt, der für viele Fragen sorgt. Der Gemeinderat hat sich gegen den Erhalt der Anlage ausgesprochen, obwohl das Parlament mit einer Dringlichen Motion, die von 45 zu 5 Stimmen unterstützt wurde, deutlich für den Erhalt plädiert hatte. Aber wie das oft so ist, blieb die Motion nicht bindend und hat daher leider nicht viel bewirken können.

Gemeinderätin Ursina Anderegg (GB/JA) erklärte, dass die Stadt aufgrund der finanziellen Lage Prioritäten setzen musste. Die Sanierung des Marzili-Beckens ist offenbar wichtiger, auch wenn man sich fragt, ob das wirklich die beste Entscheidung ist. Das Kleefeld-Becken wird stillgelegt, ohne dass eine Nachnutzung in Aussicht steht. Es wird weder vermietet noch zurückgebaut. Ein ziemlich trauriges Ende für eine Einrichtung, die viele Jahre lang Teil des schulischen Schwimmunterrichts war.

Schwimmunterricht in der Zukunft

In der kommenden Zeit sollen die Schulklassen auf andere Becken im Westen der Stadt verteilt werden, um den obligatorischen Schwimmunterricht weiterhin gewährleisten zu können. Die Quartiere Bethlehem, Bümpliz und Gäbelbach sind angepeilt. Doch die Unterzeichnenden der Dringlichen Motion – darunter zahlreiche Mitglieder von SVP, SP, GFL und Mitte – fürchten, dass die Schließung des Kleefeld-Beckens den Zugang zum Schwimmunterricht im Westen gefährden könnte. Ein berechtigter Einwand, wenn man bedenkt, wie wichtig Schwimmunterricht für Kinder ist.

Die Entscheidung zur Schließung ist nicht aus heiterem Himmel gefallen. Bereits 2018 wurde im Rahmen der Wasserstrategie der Grundstein für diese Entwicklung gelegt. Damals wurde beschlossen, das Becken abzubauen, und die Bevölkerung hat diesen Plan auch noch akzeptiert. Aber wo sind die Mittel für die Sanierung geblieben? Im Aufgaben- und Finanzplan 2026 bis 2029 sind keine Gelder eingeplant, und mehrere Stadtratsmitglieder räumten sogar ein, dass dieser Punkt im Budgetprozess übersehen wurde. Ein klassischer Fall von „schau ma mal“ – aber jetzt sind wir hier.

Politische Strömungen und Meinungen

Chandru Somasundaram (SP) forderte eine umfassende Gegenüberstellung zwischen „Schließung“ und „Weiterbetrieb“ des Beckens, inklusive Zeitplan und Folgekosten. Verständlich, denn die Kosten für eine mögliche Sanierung sind bisher unklar und könnten vielleicht nicht so horrend sein, wie man denkt. Die GLP wiederum unterstützt die Haltung des Gemeinderats, während die GB/JA-Fraktion sich der Stimme enthielt. Ein politisches Hin und Her, das den Bürgern nicht gerade das Gefühl gibt, dass ihre Anliegen ernst genommen werden.

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Die ganze Situation wirft ein Licht auf die Herausforderungen, die Städte heute bewältigen müssen. Es ist nicht nur eine Frage der Finanzen, sondern auch der Zugänglichkeit und des Zugangs zu Bildung und Sport für alle Kinder. Ein Lehrschwimmbecken ist weit mehr als nur Wasser und Wände – es ist ein Ort, an dem viele Kinder Schwimmen lernen und vielleicht sogar ihre Liebe zum Wasser entdecken. Ob die Entscheidung zur Schließung auf lange Sicht die richtige war, bleibt abzuwarten, aber der Unmut in der Bevölkerung ist spürbar.