In der malerischen Stadt Bern, wo die Aare ruhig fließt und die Altstadt mit ihren verwinkelten Gassen verzaubert, hat der Grosse Rat des Kantons Bern kürzlich ein Thema aufgegriffen, das viele Haustierliebhaber und Tierschützer aufhorchen lässt. Die Junisession bringt eine neue Registrierungs- und Chip-Pflicht für Katzen auf die Agenda. Eine Maßnahme, die nicht nur von Tierschutzorganisationen und Tierärzten unterstützt wird, sondern auch dringend notwendig scheint. Denn in der Schweiz leben schätzungsweise 1,5 Millionen Katzen – und das sind nur die, die ein Zuhause haben!

Aktuell gibt es im Kanton Bern weder eine Registrierung noch eine Katzensteuer, was die Situation für viele Tierhalter und vor allem für die Tiere selbst schwierig macht. Casimir von Arx, der Präsident des Bernischen Tierschutzes, hat sich unermüdlich für die Einführung einer Chip- und Registrierpflicht eingesetzt. Die Berner Regierung sowie das Veterinäramt stehen hinter dieser Initiative und erkennen die Probleme der unkontrollierten Katzenvermehrung an.

Die Hintergründe der Chip-Pflicht

Katzen sind nicht nur süß und schnurren gerne auf dem Schoß ihrer Halter. Sie sind auch Jäger – und das mit tragischen Folgen für die Biodiversität. Ornithologen haben herausgefunden, dass Katzen in den Frühlingsmonaten bis zu 200.000 Singvögel pro Monat töten. Das ist ein ganz schönes Wortgefecht zwischen Mensch und Natur. Vor diesem Hintergrund wird die Chip-Pflicht als eine Art Lösung angesehen. Wenn Katzen gechippt sind, können entlaufene oder verletzte Tiere leichter ihren Haltern zugeordnet werden. Ein Mikrochip, so klein wie ein Reiskorn, wird unter die Haut gespritzt und speichert eine eindeutige Identifikationsnummer. Das kostet etwa 120 Franken und sollte durch eine tierärztliche Fachperson erfolgen. Ein Preis, den viele bereit sind zu zahlen, wenn es um das Wohl ihres Vierbeiners geht.

Zusätzlich könnte diese Regelung auch die Rechtssicherheit für Tierärzte erhöhen und die Kosten für Tierheime senken. Denn aktuell sind bei der Schweizerischen Tiermeldezentrale über 880 Fund- und 4.800 Vermisstenmeldungen für Katzen registriert. Das zeigt, wie wichtig eine klare Identifikation ist. Doch nicht nur das: Tierschutzorganisationen sind sich einig, dass die Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht auch den Tierschutz stärken und die Halter in die Verantwortung nehmen wird. Ein Schritt in die richtige Richtung, könnte man sagen!

Das große Ganze im Blick

Auf nationaler Ebene hat der Bundesrat ebenfalls eine Motion zur Chip-Pflicht im Parlament beantragt. Die Unterstützung kommt von 26 Ratsmitgliedern aus verschiedenen Fraktionen, angeführt von Nationalrätin Meret Schneider (Grüne/ZH). Interessanterweise wurde 2019 noch auf eine Chip-Pflicht verzichtet, da man keinen Bedarf sah. Aber die Zeiten ändern sich, und der Bundesrat sieht nun eine nationale Registrierungspflicht als Lösung für die bestehenden Probleme. Ein Umdenken, das vielleicht auch für andere Tierarten von Bedeutung sein könnte.

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Ein weiterer Punkt, der von Tierschützerin Manuela Gutermann angesprochen wird, ist die Forderung nach einer Kastrationspflicht für Streunerkatzen, um die Katzenpopulation zu kontrollieren. Der Bundesrat lehnt dies jedoch ab und betrachtet es als unverhältnismäßig. Hier scheiden sich die Geister. Wie auch immer, die Chip-Pflicht könnte ein erster Schritt in eine bessere Zukunft für unsere Haustiere und die Natur sein. Und das könnte nicht nur die Katzen selbst, sondern auch die Menschen, die sich um sie kümmern, in eine neue, verantwortungsvollere Richtung führen.