In Bern wird ein ganz besonderes Event ins Leben gerufen: Eine queere multireligiöse Feier im Rahmen der Bern Pride! Der Termin steht fest, und es wird spannend. Am 3. August, von 13.00 bis 14.15 Uhr, öffnet die Kirche St. Peter und Paul ihre Türen für Menschen aller Religionen und Geschlechter. Die Vorfreude ist riesig, denn hier werden Stimmen aus dem Hinduismus, Judentum, Buddhismus, Christentum und Islam zu hören sein. Eine Feier, die nicht nur die Vielfalt zelebriert, sondern auch ein starkes Zeichen gegen die Queerfeindlichkeit setzt, die viele Menschen weltweit erfahren müssen.

Unterstützung kommt von der Regenbogenpastoral des Bistums Basel, denn queere Menschen sind in vielen Ländern nach wie vor abgewertet, diskriminiert und verfolgt. Johannes Matyassy, Präsident des Hauses der Religionen in Bern, bringt es auf den Punkt, wenn er die religiös begründete Queerfeindlichkeit anprangert. Er betont, dass die Vorstellung, Liebe und Sexualität seien nur zwischen Mann und Frau möglich, nicht haltbar ist. Vielmehr ist die Feier ein Aufruf, Vorurteile gegenüber Religionen abzubauen und zu zeigen, dass ein wirkliches Religionsverständnis den Menschen als Geschöpf Gottes im Mittelpunkt sieht.

Ein Fest der Liebe

Die Feier verspricht ein echtes Fest der Liebe zu werden! Sasikumar Tharmalingam, der Hindupriester, wird darüber sprechen, dass Gott die Liebe selbst ist und wahre Stärke in bedingungsloser Liebe liegt. Ziemlich berührend, oder? Und Kerem Adigüzel, ein muslimischer Theologe, wird einen Koran-Vers interpretieren, der geschlechtsneutrale Partnerwesen erwähnt. „Wie cool ist das denn?“, könnte man fast ausrufen, denn solche Perspektiven sind nicht alltäglich.

Musikalisch umrahmt wird das Event von Najat Suleiman, die mit ihrer Stimme verzaubern wird, und Hassan Taha, der auf der Oud spielt. Und für alle, die nach dem offiziellen Teil noch ins Gespräch kommen möchten, gibt es einen Apéro. Ein schöner Rahmen, um sich auszutauschen und neue Bekanntschaften zu schließen.

Ein Zeichen setzen

Die Feier zielt nicht nur darauf ab, Liebe zu feiern, sondern auch, die Diskriminierung queerer Menschen zu thematisieren. Frank Bangerter, Bischof der Christkatholischen Kirche der Schweiz, wird ebenfalls sprechen und betonen, dass Vielfalt ein Geschenk Gottes ist. „Jede Form von Liebe ist heilig“, sagt er. Eine Botschaft, die in der heutigen Zeit umso wichtiger ist.

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Darüber hinaus wird Rolf Stürm vom jüdischen queeren Verein Keschet eine alternative Übersetzung von Leviticus 18,22 vorstellen. Ari Yasmin Lee, eine intergeschlechtliche und bisexuelle jüdische Theologin, wird sich ebenfalls zu Wort melden und klarstellen, dass Gottes Wirklichkeit größer ist als binäre Kategorien. Das zeigt, wie vielschichtig und bunt die Gemeinschaft ist – und dass es Raum für alle gibt.

Ein Schritt in die richtige Richtung

Solche Veranstaltungen sind absolut notwendig, um der Queerfeindlichkeit entgegenzuwirken und die Akzeptanz sexueller und geschlechtlicher Vielfalt zu fördern. Auch in Deutschland gibt es Initiativen wie den Aktionsplan „Queer leben“, der Diskriminierungen abbauen soll. Die Evangelische Kirche hat sich ebenfalls dazu verpflichtet, queersensible Seelsorge zu fördern.

Am Ende des Tages geht es um Menschlichkeit, um Verständnis und um die Akzeptanz, dass wir alle unterschiedlich sind und das auch gut so ist. Die Feier in Bern ist ein Lichtblick und ein Ort der Hoffnung. Ein Ort, an dem Menschen zusammenkommen, um sich gegenseitig zu feiern. Und das ist doch einfach großartig!