Wasserknappheit oder Wohlstand? Die unterschiedlichen Ansätze der Gemeinden im Baselbiet
Heute ist der 10.07.2026, und während die Sonne über Basel strahlt, gibt es in der Region einiges zu berichten. In Hölstein beispielsweise wurde die Entscheidung getroffen, die Dorfbrunnen abzustellen. Ein Schritt, der, wie die stellvertretende Gemeindeverwalterin Christine Bürgin berichtet, von der Bevölkerung weitestgehend verstanden wird. Trinkwasser sparen wird immer wichtiger, und da ist es nur logisch, dass die Gemeinde die Bürgerinnen und Bürger dazu aufruft, auch beim Autowaschen und der Rasenbewässerung sorgsam mit dem kostbaren Nass umzugehen.
Die Brunnen in Hölstein wurden seit Mitte Juni abgestellt und verbrauchten zuvor wöchentlich etwa 140 Kubikmeter Wasser. Stattdessen erfreuen sich viele Haushalte an Planschbecken und verlagern ihre Freizeit häufiger in die Badis. Ein frischer Sprung ins kühle Nass tut schließlich gut, besonders wenn die Temperaturen hoch sind. In Titterten hingegen fließt das Wasser aus dem Dorfbrunnen nur im Sparmodus, während andere Brunnen dort ebenfalls abgestellt wurden. Gemeindepräsidentin Verena Heid hebt hervor, wie wichtig der Dorfbrunnen für Kinder und Wanderer ist – ein Ort der Begegnung, der nun, wenn auch reduziert, weiterhin Wasser spendet.
Wasserwirtschaft im Baselbiet
In Gelterkinden hat man sich entschieden, die Brunnen diesen Sommer weiterhin laufen zu lassen. Der große Dorfbrunnen ist bei den Anwohnern sehr beliebt. Interessanterweise wird dieser Brunnen von einer eigenen Quelle gespeist, und ein großer Tank bei der Mehrzweckhalle sammelt nicht trinkbares Wasser, das zur Bewässerung genutzt wird. Trotz sinkendem Grundwasserspiegel bleibt die Trinkwasserversorgung in Gelterkinden gewährleistet – ein beruhigendes Gefühl für die Bevölkerung.
In Arlesheim hat man sich etwas einfallen lassen: Zeitschaltventile an zwei Dorfbrunnen steuern den Wasserfluss und halten das Wasser nachts zurück. Das ist nicht nur clever, sondern könnte auch ein Modell für andere Gemeinden sein. Weitere Brunnen sollen in den kommenden Jahren mit ähnlicher Technologie ausgestattet werden. In Basel hingegen sieht die Lage ganz anders aus. Hier gibt es keine Wasserknappheit, und die Stadt verfügt über rund 220 öffentliche Brunnen, die weiterhin in Betrieb sind. Die Industriellen Werke Basel kümmern sich um die Trinkwasserversorgung, indem sie einen Teil des Rheins entnehmen – ein wichtiger Schritt für die Wasserversorgung der Stadt.
Hitze und ihre Folgen
Übrigens, die Wassertemperatur des Rheins in Basel hat bereits 25 Grad erreicht – das ist früh im Jahr und hat nicht nur Auswirkungen auf die Natur, sondern auch auf die Industrie. Man könnte sagen, die Hitze bringt die Menschen ins Schwitzen, aber auch die Gewässer unter Druck. Es bleibt abzuwarten, wie sich das Wetter in den kommenden Wochen entwickeln wird und welche weiteren Maßnahmen die Gemeinden ergreifen müssen, um den Wasserverbrauch nachhaltig zu steuern.
Die Situation ist also vielschichtig. Während einige Gemeinden den Wasserfluss drosseln und auf die Bevölkerung setzen, um Wasser zu sparen, scheint Basel sich in einer komfortablen Position zu befinden. Doch die Herausforderungen sind nicht zu unterschätzen, und das Bewusstsein für den Umgang mit Wasser bleibt ein wichtiges Thema in unserer Region. Wer weiß, vielleicht können wir alle etwas von den klugen Lösungen der Nachbarn lernen.
