Heute ist der 7.07.2026 und in Basel tut sich einiges – vor allem im Staatsarchiv Basel-Stadt. Ein Ort, an dem Geschichte lebendig wird, bewahrt das Archiv schriftliche Überlieferungen, die bis ins Mittelalter zurückreichen. Von alten Urkunden bis zu aktuellen Verwaltungsakten – die Dokumente erzählen die Geschichten von staatlichem Handeln und sichern die Rechte der Einwohner. Das ist nicht nur wichtig für die Forschung, sondern auch für die Bildung und das kollektive Gedächtnis der Stadt. Man kann sich die Menge gar nicht vorstellen: Rund 26 Laufkilometer an Unterlagen, darunter Millionen Dokumente, Karten, Pläne, Fotografien und auch digitale Bestände, lagern an fünf Standorten in der Stadt.

Doch ab Oktober 2027 wird es ernst. Das Staatsarchiv zieht um – in einen Neubau im St. Johann. Um Schäden an den Materialien zu vermeiden, findet der Transport nur im Winterhalbjahr statt. Ein Umzug, der die volle Kapazität des Archivs beansprucht. Das bedeutet: Für sechs Monate wird das Archiv geschlossen. Für viele, die auf die Einsicht in Archivgut angewiesen sind, eine bittere Pille. In dieser Zeit sind auch die Bibliothek und die Drucksachensammlung nicht zugänglich, und es können keine Reproduktionen erstellt oder Auskünfte erteilt werden. Aber keine Panik! Rechtsrelevante Anliegen bleiben weiterhin erreichbar, und unaufschiebbare Rechtsauskünfte werden auch während der Schließung bearbeitet.

Web-Archivierung – Ein Blick ins Digitale

Ein weiterer spannender Aspekt des Staatsarchivs ist die Web-Archivierung. Seit zwei Jahrzehnten wird hier an der nachhaltigen Sicherung von Online-Informationen gearbeitet. Das Ziel? Staatliches Handeln nachvollziehbar und überprüfbar zu machen. Das Staatsarchiv gehört sogar zu den ersten Schweizer Archiven, die Webseiten öffentlich zugänglich machen. Wer hätte gedacht, dass die ersten Tests zur Sicherung von Webseiten verschiedener kantonaler Dienststellen schon vor über 20 Jahren gestartet wurden? Die ersten Sicherungen waren vor allem vor der Verwaltungsreorganisation 2009 erfolgreich und legten den Grundstein für die umfassende Sicherung ausgewählter Webseiten ab 2014.

Die Herausforderungen sind nicht zu unterschätzen. Unterschiede in den Webseiten-Strukturen, technologische Veränderungen und die kontinuierliche Weiterbildung der Archivmitarbeitenden sind ständige Begleiter im Archivierungsprozess. Jährlich werden nun Webseiten von etwa 150 zentralen Aktenbildnern archiviert – darunter Regierungsrat, Grosser Rat und Schulen. Privatpersonen und Firmen findet man nicht im Archiv. Die archivierten Webseiten sind im Digitalen Lesesaal einsehbar, und Nutzer können zwischen verschiedenen Sicherungen von 2009 bis 2023 wählen. So hat man die Möglichkeit, die Entwicklung der Webseiten über die Jahre nachzuvollziehen – auch wenn man manchmal auf veraltete Links stößt oder Darstellungen verzerrt erscheinen.

Die digitale Zukunft im Archiv

Und während die Schließung des Archivs ansteht, wird die digitale Zukunft nicht vernachlässigt. Während dieser Zeit wird zusätzliches digitalisiertes Archivgut online verfügbar gemacht. Das Staatsarchiv bleibt also nicht stehen, sondern geht mit der Zeit. Ab Frühjahr 2027 dürfen wir uns auf detailliertere Informationen freuen. Da ist die Vorfreude schon fast greifbar! Die Archivierung ist ein spannendes Feld, das sich ständig weiterentwickelt und an die neuen Gegebenheiten anpasst. Ein wichtiger Aspekt, der hier nicht unerwähnt bleiben sollte, ist der KLA-Ausschuss Digitale Archive, der sich mit der dauerhaften Archivierung elektronischer Unterlagen beschäftigt. Unter der Leitung von Dr. Michael Puchta wird hier an den Themen Übernahme, Erschließung und Nutzung gearbeitet, und die Tagungen bringen frischen Wind in die Diskussion über den Zugang zu digitalem Archivgut.

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Die Entwicklungen im Staatsarchiv Basel-Stadt sind also nicht nur für die Geschichtsliebhaber unter uns von Interesse, sondern auch für alle, die einen Blick in die digitale Zukunft werfen wollen. Die Vorbereitungen für den Umzug und die Archivierungsprojekte zeigen, dass Vergangenheit und Zukunft hier Hand in Hand gehen. Wir dürfen gespannt sein, was uns in den kommenden Jahren erwartet!