Heute ist der 29.06.2026 und die Temperaturen in Basel erreichen auch dieses Jahr wieder Rekordhöhen. Da fragt sich so mancher, ob eine Klimaanlage der Schlüssel zum persönlichen Komfort ist. Der Wunsch nach einfach zugänglichen Klimaanlagen ist groß, wie Marco Waldhauser, CEO von Waldhauser + Hermann, in einem Interview erklärte. Doch wie stehen wir wirklich zu diesem Thema? Was bedeutet der Einsatz von Klimaanlagen für unsere Stadt und die Umwelt?

Eine interessante Sache ist, dass Studien zeigen, dass dichtbesiedelte Städte durch Abwärme tatsächlich um einige Grad mehr aufheizen können. Aber das betrifft hauptsächlich den Mikroklimabereich. Im großen Ganzen hat die Abwärme von Klimaanlagen kaum eine relevante Auswirkung auf das gesamte Stadtklima. Hier spielt die Sonneneinstrahlung eine viel größere Rolle. Nur ein Drittel der Abwärme, die durch Klimaanlagen entsteht, kommt durch den Betrieb selbst; der Rest ist das Resultat des Stromverbrauchs, der zusätzlich Wärme erzeugt.

Hitzeschutz und alternative Lösungen

Wenn wir über effektiven Hitzeschutz sprechen, sollten wir nicht nur an Klimaanlagen denken. Vielmehr sind Maßnahmen wie Beschattung, Begrünung und das Entsiegeln von Böden der Schlüssel. Fernkälte wird als eine mögliche Lösung für die innerstädtische Kühlung genannt, auch wenn ein integriertes System nicht ganz einfach umzusetzen ist. Es braucht separate Netze, und das stellt Stadtplaner vor große Herausforderungen. Dazu kommt, dass in Altbauten die Möglichkeiten zur Kühlung begrenzt sind – Erdsondenbohrungen könnten hier eine Option sein. Und sind wir mal ehrlich: Klassische Klimaanlagen sind nicht immer notwendig, auch wenn sie oft die einfachste Lösung darstellen.

In Basel braucht man für Klimaanlagen eine Bewilligung, vor allem wenn die Raumtemperaturen über 26 Grad steigen. Geräte mit einer Kälteleistung von weniger als 20 Kilowatt sind jedoch von dieser Pflicht ausgenommen. Politische Vorgaben zielen darauf ab, die Notwendigkeit zusätzlicher Kälteerzeugung zu minimieren. Das heißt, wir müssen lernen, besser mit der Hitze umzugehen. Anpassung der Arbeitszeiten oder das Schaffen von Ausweichmöglichkeiten sind hier nur einige Vorschläge. Altbauwohnungen haben den Vorteil massiver Wände, die Hitze besser regulieren können, und das ist definitiv ein Bonus.

Wachsender Bedarf und Herausforderungen

<pDer Trend zur Nutzung von Klimaanlagen nimmt weltweit zu. In Deutschland lag der Anteil der Haushalte mit Klimaanlage 2021 bei lediglich 3%, während es 2023 bereits 13% waren und 2024 voraussichtlich 19% erreichen werden. Die häufigeren Hitzewellen und tropischen Nächte treiben diesen Anstieg voran. Städte werden aufgrund der Urbanisierung heißer, was den Bedarf an Klimaanlagen nur noch weiter verstärkt. Aber was bedeutet das für unsere Umgebung? Klimaanlagen entziehen den Innenräumen Wärme und leiten diese nach außen, was die Umgebungstemperatur erhöht und das Problem der städtischen Hitzeinseln verstärkt. In Städten wie Phoenix und Singapur können Klimaanlagen die Nachttemperaturen um bis zu 2,2 Grad Celsius erhöhen. In Paris sogar um bis zu 4 Grad Celsius während einer Hitzewelle!

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In Berlin hat man festgestellt, dass vertikal angebrachte Klimaanlagen die Umgebung stärker aufheizen als horizontal angebrachte. Das zeigt, dass die Anordnung eine Rolle spielt und Stadtplaner vor neue Herausforderungen stellt, um thermischen Komfort zu gewährleisten und Abwärme zu reduzieren. Selbst bei optimalen städtebaulichen Maßnahmen kann der Bedarf an Klimaanlagen nicht komplett eliminiert werden. Und während moderne Wärmepumpen sowohl heizen als auch kühlen können, sind sie nicht immer so leistungsstark wie herkömmliche Klimaanlagen. Zudem beeinflussen sie ebenfalls das Mikroklima.

Die Diskussion um Klimaanlagen in Basel und anderswo ist also vielschichtig. Die Herausforderung besteht darin, einen Weg zu finden, der sowohl den Komfort der Menschen als auch die Gesundheit der Umwelt berücksichtigt. Wie wir mit der Hitze umgehen, wird entscheidend sein für die Lebensqualität in unseren Städten – und das ist eine Verantwortung, die wir alle tragen müssen.