Heute ist der 7.06.2026 und während der Sommer langsam Einzug hält, gibt es in den Wäldern rund um Basel ernste Themen, die uns allen zu denken geben. Der Klimawandel macht sich hier zunehmend bemerkbar, und die Auswirkungen sind nicht zu ignorieren. Besonders die Wälder leiden, und das nicht nur im übertragenen Sinne. Messungen haben ergeben, dass die Region Basel besonders stark betroffen ist. Maria Oesch und Raphael Hähner sind mitten im Waldstück „Dürrain“ oberhalb von Muttenz BL und vermessen Bäume, um mehr über diesen besorgniserregenden Trend zu erfahren. Die beiden haben sich auf die Suche nach sechs Buchen gemacht, die sie zuvor vermessen haben. Es ist faszinierend zu hören, dass ein Baum, der 1990 markiert wurde, seitdem lediglich fünf Zentimeter Umfang zugelegt hat. Im Gegensatz dazu hat ein anderer Baum bereits einen Umfang von über 80 Zentimetern erreicht – was wirklich außergewöhnlich ist.
In den Schweizer Wäldern stehen etwa 557 Millionen Bäume, wobei zwei Drittel davon Nadelhölzer sind. Und dennoch, das Durchschnittsalter der Bäume liegt bei 100 Jahren, während die ältesten Eiben sogar bis zu 1500 Jahre alt werden können. Doch die großen Buchen haben es nicht leicht. Diese majestätischen Bäume benötigen täglich zwischen 400 und 600 Litern Wasser – eine Herausforderung in einer Region wie Basel, die trockener ist als viele andere Orte in der Schweiz. Luzius Fischer vom kantonalen Amt für Wald und Wild beider Basel bestätigt, dass alte Bäume besonders schlecht mit trockenen Phasen umgehen können. Das zeigt sich nicht nur in den Baumkronen, die weiter auseinander stehen als früher, sondern auch im Holzvorrat im Hardwald bei Muttenz, der von 300 auf 180 Kubikmeter pro Hektar gesunken ist.
Die Zukunft des Waldes
Die gesammelten Daten von Oesch und Hähner sind nicht nur eine Momentaufnahme, sie helfen auch, klimaresistente Bäume zu identifizieren. Bäume, die besser mit Hitze und Wasserknappheit umgehen können, sind die Hoffnungsträger für die Zukunft. Zukünftige Baumarten könnten Eichen, Linden und Föhren sein – eine spannende Aussicht, aber auch eine große Veränderung. Denn die großen, dicken Bäume wie die Buche werden seltener werden. Die Herausforderungen des Klimawandels sind unübersehbar, und sie führen auch zu Änderungen der standörtlichen und klimatischen Voraussetzungen in anderen Regionen, wie zum Beispiel in Deutschland. Hitze- und Trockenstress setzen viele Baumarten unter Anpassungsdruck. Häufige Schadereignisse wie Stürme, Starkregen und Dürre erhöhen die Unsicherheiten im Waldbau enorm.
Das bedeutet, dass der Erhalt und Umbau der Wälder mit heimischen, standortgerechten Baumarten immer anspruchsvoller wird. Die Anforderungen der Baumarten an Boden und klimatische Bedingungen sind entscheidend – das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen! Wusstest du, dass die potenziell natürliche Vegetation (pnV) den Endzustand der Vegetation beschreibt, wenn der Mensch keinen Einfluss hat? Diese pnV wird zur Beurteilung der Naturnähe der Bestockung und zur Festlegung von Naturschutzzielen verwendet, aber die Klimakrise führt dazu, dass diese Karten weniger zutreffend werden.
Der aktive Waldumbau
Für die Zukunft sind aktive Maßnahmen notwendig. Projekte wie „ANALOG“ identifizieren Regionen mit zukünftig ähnlichem Klima für Waldbestände, während die BLAG-FGR eine Liste von 101 Baumarten erstellt hat, die zukunftsfähig sind. Darunter finden sich 37 heimische, 25 europa-heimische und 39 außereuropäische Baumarten. Veränderungen der Verbreitungsgebiete für neun heimische Baumarten sind zu erwarten, und sogar fünf außereuropäische Baumarten könnten als potenzielle Ersatzarten in Frage kommen. Das ist ein ganz schöner Wandel, der uns da bevorsteht!
Die Herausforderungen sind groß, aber auch die Möglichkeiten. Das Forstvermehrungsgutgesetz regelt die Bereitstellung von hochwertigem forstlichem Vermehrungsgut, und verschiedene Forschungsprojekte untersuchen die Zukunftsfähigkeit und das Ersatzpotenzial von Baumarten. Wer hätte gedacht, dass ein einfacher Spaziergang im Wald so viele tiefere Einsichten bringen kann? Die Natur ist ein komplexes Netzwerk, und wie wir uns anpassen, wird entscheidend sein für die kommenden Generationen. Also, beim nächsten Besuch im Wald, schau genau hin – die Bäume haben Geschichten zu erzählen, und wir sollten ihnen zuhören.